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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 81

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-02-01
Page
Seite 81 (sequence 6)
Language
German
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seien, und zwar erstens auf die Tatsache, daß die Araber ihrer natürlichen und politischen Rechte beraubt seien, und zweitens auf die von der britischen Regierung verfolgte Politik, deren Ziel das Jüdische Nationalheim in Palästina ist. Um die gegenwärtig herrschende Besorgnis und Unruhe zu beseitigen, seien wesentliche Voraussetzungen erforderlich: 1. Die Politik des Jüdischen Nationalheims, die sich als Mißerfolg erwiesen habe und die nationale Existenz der Araber gefährde, müsse eingestellt werden; 2. sowohl jüdische Einwanderung als auch Bodenverkäufe an Juden müßten unverzüglich und vollständig eingestellt werden; 3. zwischen England und den palästinensischen Arabern müßte ein Vertrag geschlossen und, ähnlich wie im Irak und Syrien, das Mandat abgeschafft und eine nationale Regierung eingesetzt werden, wodurch Gerechtigkeit und Fortschritt für alle Beteiligten gewährleistet sei. Der Mufti gab zu verstehen, daß, im Falle diese Voraussetzungen nicht geschaffen werden würden, die herrschende Besorgnis nicht weichen würde. Seinen Ausführungen folgte ein gründliches Verhör, an dem sich sämtliche Kommissionsmitglieder beteiligten. Lord Peel wies darauf hin, daß die Abschaffung des Mandats nicht Sache Englands sei, sondern daß diesbezügliche Anträge an den Völkerbund zu richten seien, der gegebenenfalls das Mandat einer anderen Macht übertragen würde. Der Mufti unterstrich darauf, daß die Araber durchaus keinen Wechsel der Mandatarmacht herbeiwünschten, sondern lediglich einen Vertrag mit England. Auf Sir Laurie Hammonds Frage, was seiner Ansicht nach mit der jüdischen Bevölkerung geschehen sollte, versprach der Mufti, daß den Juden, ähnlich wie im Irak, alle Rechte zugestanden würden, daß es aber bereits zu viele Juden in Palästina gäbe. Sir Laurie Hammond nahm dann Bezug auf die vom Mufti angegebenen Ziffern über jüdischen Bodenbesitz vor dem Kriege, an deren Richtigkeit er zweifelte, und gab als korrekte Ziffer 650.000 Dunam an, was der Mufti bestritt. Er beharrte auf seiner Behauptung, daß der jüdische Bodenbesitz 100.000 Dunam betragen habe. Auf Sir Laurie Hammonds Frage, ob die Araber gezwungen seien, Land an Juden zu verkaufen, erwiderte der Mufti, daß infolge der im Lande herrschenden Verhältnisse sich solche Verkäufe als notwendig erwiesen. Sir Laurie Hammond fragte dann, ob sich die Lage der Fellachen seit der Zeit des türkischen Regimes verschlechtert hätte, was der Mufti bejahte. Darauf fragte Sir Laurie Hammond, wie es sich denn unter dem Türkenregime mit den Steuern. Erziehung und Militärpflicht verhalten habe. Der Mufti erwiderte darauf, daß die Situation damals befriedigender gewesen sei als jetzt. Sir Horace Rumbold stellte dann einige Fragen über die Art der natürlichen Rechte, deren die Araber, wie sie behaupten, beraubt worden seien. Der Mufti erwiderte, es handle sich um das Recht, ihren eigenen ' Interessen gemäß zu leben. Vor Schluß der Sitzung machte Lord Peel die übrigen Kommissionsmitglieder mit den Mitgliedern des Arabischen Obersten Komitees bekannt, da heute zum erstenmal die Araber vor der Kommission erschienen sind. Auni Bey Abdul Hadi, der von sämtlichen Mitgliedern des Arabischen Obersten Komitees mit Ausnahme des Mufti und Nashashibis begleitet war, erschien am 13. Jänner vor der Königlichen Kommission. Lord Peel ersuchte ihn die Arbeit der Kommission durch Benützung der englischen Sprache zu erleichtern; Abdul Hadi entschuldigte sich mit der Begründung, daß er Englisch zwar verstehe, jedoch nichi genügend fließend spreche und deshalb arabisch sprechen müsse.

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