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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 80

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-02-01
Page
Seite 80 (sequence 5)
Language
German
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Der Mufti, dessen arabisch gegebene Antworten von einem vereidigten Übersetzer ins Englische übertragen wurden, erwiderte, daß das Komitee aus Vertretern sämilicher arabischer Parteien bestehe. Nach dem Zeitpunkt seiner Gründung gefragt, sagte der Mufti, daß das Komitee vor neun Monaten ins Leben gerufen worden sei. Lord Peel fragte, ob der Mufti sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Obersten Mohammedanischen Rates beteilige, was vom Mufti verneint wurde. Fortfahrend erklärte der Mufti, daß er erschienen sei, um die in dem der Kommission unterbreiteten Memorandum enthaltenen Angaben zu ergänzen. Die Araber erstreben vollständige nationale Unabhängigkeit — eine Bestrebung, die bereits vor dem Weltkriege bestanden habe. Unter ottomanischer Herrschaft, erklärte der Mufti weiter, genossen die Araber dieselben bürgerlichen und militärischen Rechte wie die Türken. Araber hätten sogar häufig hohe Regierungsposten inne, ja sie hätten das Amt von Ministerpräsidenten und Gesandten bekleidet. Nachdem Lord Peel eine Reihe eindringlicher Fragen an ihn gestellt hatte, mußte der Mufti zugeben, daß kein palästinensischer Araber je einen ähnlichen Posten bekleidet hat. Der Zeuge führte aus, daß die palästinensischen Araber sich während des Weltkrieges dem arabischen Aufstand in der Hoffnung angeschlossen hätten, auf diese Weise ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen, wie in dem Vertrag Englands mit König Hussein vorgesehen war. Ferner versuchte er den Beweis zu erbringen, daß laut Artikel 20 und 22 des Völkerbundpaktes betreffend das Selbstbestimmungsrecht der Nationen sämtliche früher getroffene Vereinbarungen, einschließlich der Balfour-Deklaration, widerrufen worden seien. Sir Horace Rumbold forderte den Zeugen auf, zu erklären, wieso die Balfour- Deklaration mit dem Völkerbundpakt unvereinbar sei. Darauf wußte der Mufti nur zu antworten, daß die Deklaration die Interessen der Araber schädige. Sowohl Lord Peel als auch Sir Horace Rumbold stellten zahlreiche eindringliche Fragen an den Mufti, erhielten jedoch keine Antworten, die gewisse seiner Behauptungen in befriedigender Weise bekräftigt hätten. Im weiteren Verlauf seiner Aussagen erwähnte der Mufti die wiederholten Versuche der Araber, die Erfüllung ihrer Forderungen durchzusetzen, was ihnen jedoch nicht gelungen sei. Sie hätten fünf Delegationen nach London und an den Völkerbund geschickt, doch sei deren Aufgabe an dem Einfluß der Juden gescheitert, die starken Druck ausgeübt hätten. Lord Peel und Sir Horace Rumbold erkundigten sich, welcher Art dieser Druck gewesen sei, worauf der Mufti keine bestimmte Antwort gab. Dagegen legte er starken Nachdruck auf die Behauptung, daß die Juden Absichten auf die heiligen Stätten der Mohammedaner hätten. Lord Peel, Sir Laurie Hammond und Professor Coupland verlangten Beweise, die der Mufti später zu liefern versprach. Lord Peel fragte den Mufti, ob er denn glaube, daß die Mandatsregierung den Juden erlauben würde, die Omar-Moschee zu vernichten und einen Tempel zu errichten, was der Mufti bejahte mit der Begründung, daß es den Juden gestattet sei, alles in Palästina zu tun, was ihnen beliebe. Dann stellte der Mufti die Behauptung auf, daß die Palästinaverwaltung unter dem Einfluß der Juden stehe, die sich außerdem die Naturschätze des Landes zunutze machten; als Beispiel führte er die Rutenberg-Konzession an. Im weiteren Verlaufe seiner Aussagen befaßte sich der Mufti mit den Ursachen der Unruhen, die, wie er behauptete, in erster Linie auf zwei Faktoren zurückzuführen

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