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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 79

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-02-01
Page
Seite 79 (sequence 4)
Language
German
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Beherrschung von Arabern einschließen, was die Juden keinesfalls wünschen; sie wollen frei und nicht von der Gnade Anderer abhängig sein und können deshalb auch nicht erwarten, daß Andere auf ihre Gnade angewiesen sein sollen. Zweitens schließt der Begriff »Staat« ein besonderes politisches Gemeinwesen ein, was die Juden wiederum nicht wünschen, denn sie ziehen es vor, mit dem Britischen Reich verbunden zu bleiben. Der dritte Grund sei Palästinas besondere Stellung in Anbetracht der Heiligen Stätten der . drei Religionen. Bestünden diese drei Gründe nicht, so wäre eine Nationale Heimstätte trotzdem einem Judenstaate vorzuziehen, denn es sei ein weiterer Begriff. »Judenstaat« könnte bedeuten, daß die Juden in Palästina berechtigt würden, Juden aus der Diaspora die Ansiedlung im Lande zu verbieten, während die Nationale Heimstätte dem gesamten jüdischen Volke gehöre und jeder einzelne Jude berechtigt sei, nach Palästina zurückzukehren, solange dadurch die bestehende Bevölkerung nicht verdrängt werde. Der Umfang der Nationalen Heimstätte stehe nicht im Verhältnis zu der Zahl der jeweiligen jüdischen Bevölkerung Palästinas, sondern sei von dem Bedürfnis der Juden der Diaspora nach der Rückkehr nach Palästina und von der sachlichen Aufnahmefähigkeit des Landes abhängig. Jeder einzelne Jude, der noch in der Diaspora lebt, habe genau dasselbe Anrecht auf Palästina wie der Jude, der bereits im Lande ist. Ben Gurion wies die Behauptung zurück, daß die Lage der Juden in der Welt erst in den letzten Jahren eine Verschlechterung erfahren habe, während sie zur Zeit der Gewährung des Mandats normal war. Er erinnerte an Nordaus große Reden über die Lage in der Diaspora auf den ersten Zionistenkongressen sowie an Herzls Erscheinen vor der Königlichen Kommission in London im Jahre 1902, welche die Frage der Fremdeneinwanderung untersuchte, und seine Forderung nach einer Heimstätte für verfolgte Juden. Dies sei der erste Kontakt der zionistischen Bewegung mit Königlichen Kommissionen gewesen. Zum Schluß befaßte sich Ben Gurion mit der arabischen nationalen Bewegung, deren Methoden in Palästina dem Wesen des Zionismus entgegengesetzt seien. Er wies darauf hin, daß die Schaffung des Jüdischen Nationalheimes dem ganzen Mittleren Osten zum Segen gereichen könnte, vorausgesetzt, daß die Juden in Palästina stark und zahlreich sind. Er begrüßte die Unabhängigkeit der Araber in den Nachbarländern, insbesondere da die arabische Bewegung dadurch vor konstruktive Probleme des Staatsaufbaus gestellt werde, bei deren Lösung sie von den Juden unterstützt würde. Auf diese Weise könnte die Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit von Juden und Arabern sowohl in Palästina als auch im ganzen Osten geschaffen werden. Die Aussagen Ben Gurions, die durch keine Fragen unterbrochen wurden, wurden später unter Ausschluß der Öffentlichkeit fortgesetzt. Oberst Kisch sagte ebenfalls in einer geschlossenen Sitzung der Kommission aus. Am 8. Jänner fand eine geschlossene Sitzung statt, in der Oberst Kisch und J. B. Mackie, Direktor der Imperial Chemical Industries, aussagten. Die Aussage des Groß-Mufti. Zur öffentlichen Sitzung der Königlichen Kommission am 12. Jänner, in der der Mufti, Hadsch Emin Husseinl aussagte, erschienen sämtliche Mitglieder des Arabischen Obersten Komitees. Zum erstenmal seit Beginn der Arbeiten der Kommission befanden sich sowohl unter den Pressevertretern als auch unter dem Publikum zahlreiche Araber, die an ihrer Kopfbedeckung erkenntlich waren. Lord Peels erste Frage an den Mufti bezog sich auf den Zweck und die Zusammensetzung des Arabischen Obersten Komitees.

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