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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 78

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-02-01
Page
Seite 78 (sequence 3)
Language
German
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Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern Hindernisse in den Weg lege, wofür er drei Beispiele anführte, und daß die chauvinistischen Elemente unter den Arabern von der Regierung unterstützt würden. In diesem Zusammenhange führte Herr Abtamotvitz die Ernennung des Mufti an, die trotz seiner Wahlniederlage und trotz der Tatsache, daß er der Urheberschaft an den Jerusalemer Unruhen im Jahre 1920 überführt worden war, erfolgte. Bezüglich der jüdischen Einwanderung erklärte Herr Abramowitz, daß selbst diejenigen Länder, die nur eine beschränkte Einwanderung zulassen, eine Ausnahme im Falle von Flüchtlingen machen, und die Juden als Opfer der Verfolgung könnten doch wirklich als Flüchtlinge angesehen werden. Am 6. Jänner erschienen in geschlossener Sitzung die Herren Crosbie, Bezirkskommissär für Südpalästina; Campbell, Bezirkskommissär für Jerusalem; Bailey, Assistent des Bezirkskommissärs für Nordpalästina; Goldivater von der American Economic Corporation für Palästina; Professor Norman Bentwich und P. L. O. Guy, der bekannte Archäologe. Ben Gurion vor der Kommission. Herr David Ben Gurion, Vorsitzender der Exekutive der Jewish Agency in Palästina, erschien am 7. Jänner als Zeuge vor der Königlichen Kommission. Unter dem Publikum befanden sich zwei Mitglieder des Arabischen Obersten Komitees. Herr Ben Gurion erklärte, daß die Juden nicht dazu in Palästina sind, um Anderen Vorteile zu bringen, sondern in erster Linie, um das Jüdische Nationalheim zu schaffen, das ein Selbstzweck ist und seine eigene Berechtigung in sich birgt. Auf eine Frage von Sir Laurie Hammond erklärte Herr Ben Gurion, daß die Juden nicht als Philanthropen, sondern auf Grund von Recht nach Palästina gekommen seien. Herr Ben Gurion erwähnte die Bemerkung von Lord Peel, der seinerzeit Shertok gefragt hatte, ob das Mandat die Bibel der Juden sei, und erklärte dazu, daß die Bibel ihr Mandat darstelle und daß das vom Völkerbund an England erteilte Mandat nur diese Tatsache anerkenne, ohne etwas Neues zu schaffen. Der Grundsatz der Nationalen Heimstätte habe staatsrechtliche Anerkennung erlangt und bezwecke die Lösung der Judenfrage. Ben Gurion, dessen Ausführungen mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurden, schilderte die Vorteile, die dem Lande als Ganzem aus der Aufbautätigkeit der Juden erwachsen sind. Das Wesen dieser Tätigkeit bringe es mit sich, daß das Land daraus nur Nutzen ziehen kann. Der Zeuge setzte die beiden Gründe auseinander, weshalb die Nationale Heimstätte nur in Palästina erstehen könne. Palästina sei das einzige Land der Welt, das die Juden als ihre Heimat betrachten; gleichzeitig gäbe es kein anderes Volk, das als Ganzes Palästina als sein Heimatland ansieht. Ben Gurion unterstrich die Bedeutung jüdischer Arbeit beim nationalen Aufbauwerk. Die Jude*n schaffen sich eine Heimat weder durch Kauf noch durch Eroberung, sondern durch ihrer eigenen Hände Arbeit. So wie eine Frau sich kein Kind kaufen kann, sondern es gebären muß, so ist es einem Volke unmöglich, eine Heimat mit Geld zu erwerben. Aus diesem Grunde bestehen die Juden darauf, ihre Felder selbst zu bearbeiten, ihre Fabriken selbst zu bauen; täten sie es nicht, so würden sie ihnen auch nicht gehören. Weiter gab Ben Gurion drei Gründe an, weshalb der Zionismus den Ausdruck »Nationalheim« anstatt »Judenstaat« anwende. »Judenstaat« würde den Begriff der

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