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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Zum Ernährungsproblem in Palästina
Date
1937-02-01
Page
Seite 73 (sequence 6)
Language
German
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Ein Vergleich der Ernährungsstruktur der jüdischen städtischen Arbeiterhaushalte mit der europäischen zeigt, daß der Verbrauch an energetischen Nahrungsmitteln, namentlich an Zerealien, Fetten und Zucker — unter Berücksichtigung der klimatischen Einflüsse —, nicht wesentlich geringer ist, als der entsprechende Verbrauch in einer Reihe mitteleuropäischer Länder, daß hingegen der Verbrauch vitaminreicher Nahrungsmittel in den jüdischen Arbeiterhaushalten Palästinas wesentlich hinter dem europäischen Ernährungsstandard zurückbleibt. In noch stärkerem Maße als für die städtische jüdische Bevölkerung gilt dies für die jüdische Arbeiterbevölkerung am Lande. Ein Vergleich der Ernährungsstruktur der jüdischen Stadtbevölkerung Palästinas und der Mitglieder ländlicher Siedlungsgenossenschaften zeigt, daß der Zerealienverbrauch der letzteren um 50% höher ist. Der Verbrauch an protektiven Nahrungsmittel mit Ausnahme von Gemüse und Früchten ist dagegen am Lande erheblich geringer. Der Konsum der wichtigsten protektiven Nahrungsmittel: Milch, Milchprodukte und Eier bleibt am Lande um mehr als 30% hinter der Stadt zurück; und ebenso ist der Unterschied im Verbrauch von Fleisch und Fischen in Stadt und Land bei der jüdischen Bevölkerung nahezu 30%. Einen gewissen Ausgleich für dieses Zurückbleiben des Verbrauchs an vitaminreichen Nahrungsmitteln bietet der Mehrverbrauch an Gemüse und Früchten am Lande um nahezu 100%. Der Verbrauch der arabischen landwirtschaftlichen Bevölkerung an Zerealien übertrifft den der städtischen jüdischen Bevölkerung um mehr als 20%, ihr Verbrauch an Fetten und Margarine ist viermal so groß, wie der der jüdischen Städter, was hauptsächlich auf den starken Verbrauch von Olivenöl zurückzuführen ist. Dieser hohe Fettverbrauch dient ihnen als Ersatz für Milch und Milchprodukte, deren Verbrauch bei der arabischen landwirtschaftlichen Bevölkerung um 10% hinter dem der jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung zurückbleibt. Ihr Konsum an Gemüse und Früchten ist ebenfalls geringer als der der jüdischen Bevölkerung. Ganz minimal ist der Verbrauch der Araber an Fleisch und Fischen. Ihre Ernährung beruht daher im Wesentlichen auf den Verbrauch energetischer Nahrungsmittel, während die protektiven Nahrungsmittel, mit Ausnahme von Gemüse und Früchten in ihrer Ernährungsskala einen sehr niedrigen Rang einnehmen. Die in Palästina pro Konsumtionseinheit im Jahre verbrauchten Nahrungsmittel. In Kilogramm Nahrungsmittel Städtische jüdische Ländliche jüdische Ländliche arabische Bevölkerung Zerealien und Brot..... 164.6 247.2 190.5 Fleisch, Fische usw. . . . 30.5 21.2 4.1 Fette und Kunstfette usw. .10.6 12.4 42.0 Milch, Milchprodukte u. Eier 92.9 59.7 54.3 Gemüse und Früchte . . . 198.9 384.2 178.0 Die Erweiterung der Sozialpolitik auf das Gebiet der Ernährung hat in Europa zur Verbesserung des Ernährungsstandards wesentlich beigetragen. Auf diese Weise war es möglich, das Realeinkommen der Arbeiter zu heben, ohne mit staatlichen Maßnahmen unmittelbar in die marktwirtschaftliche Verteilung einzugreifen. Die nominelle Einkommensverteilung bleibt unter solchen Bedingungen im wesentlichen unverändert. Auf dem Umweg über den Fiskus wird aber eine Veränderung des Realeinkommens und damit der tatsächlichen Kaufkraft hervorgerufen. Für eine solche konstruktive Ernährungspolitik stehen dem Staate vornehmlich zwei Wege offen: Erstens Kreditgewährung an die Landwirtschaft, um die Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe zu erfiöhen

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