Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Zum Ernährungsproblem in Palästina
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 74 (sequence 7)
- Language
- German
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und die Voraussetzung für die Ausdehnung der intensiven Landwirtschaft zu schaffen, die den einheimischen Markt mit protektiven Nahrungsmitteln beliefern sollen, zweitens Förderung genossenschaftlichen Zusammenschlusses, um sowohl die Produktionskosten als auch die Verteilungskosten der Landwirtschaft zu senken, und so eine Verringerung der Kleinhandelspreise für Agrarprodukte herbeizuführen. Zu Gunsten derjenigen Arbeiterschichten, deren Kaufkraft so niedrig ist, daß sie trotz der Preissenkung der protektiven Nahrungsmittel diese nicht in ausreichendem Maße kaufen können, pflegt die Ernährungspolitik, allerdings auch in die volkswirtschaftlichen Verteilungsverhältnisse einzugreifen, um durch besondere Zuschüsse auch den ärmsten Volksschichten den Kauf der für die Erhaltung der Volksgesundheit erforderlichen Nahrungsmittel zu ermöglichen. Der Jischuw steht vor der Aufgabe, diese Probleme weitgehend aus eigener Kraft zu lösen. Voraussetzung hiefür wäre die Erweiterung der Gemischtwirtschaft, da der Verbrauch der jüdischen städtischen Bevölkerung an Milch, Milchprodukten und Eiern auch im Vergleich zum Verbrauch weniger fortgeschrittener Länder sehr gering ist. Die Befriedigung dieses latenten Bedarfs großer Teile des Jischuw an hochwertigen Agrarprodukten durch heimische Erzeugnisse wird allerdings davon abhängen, wie weit es gelingt den Preis der hochwertigen im Lande erzeugten Nahrungsmittel der Kaufkraft der Arbeiterhaushalte anzupassen, ohne die Rentabilität der gemischten Wirtschaft in Frage zu stellen. Der Einfluß sozialer Mißstände auf den Gesundheitszustand der Studierenden Von Dr* Aron Sandler, Jerusalem. Seit Oktober 1935 besteht an der Universität ein »Gesundheitsdienst«, dessen Hauptzweck die Behandlung der erkrankten Studierenden ist. Doch ergeben sich leicht weitere Aufgaben. Da die Studierenden vor der Zertifikatserteilung untersucht und körperlich ungeeignete Elemente ausgeschieden werden, finden wir ein ausgesuchtes Menschenmaterial vor, bei dem schwerere chronische Krankheitszustände nicht zu erwarten sind. Deshalb eignet es sich — junge Juden und Jüdinnen etwa gleichen Alters aus verschiedenen Ländern mit Ausscheidung kranker Elemente — vorzüglich für anthropologische Untersuchungen. Die diesbezüglichen Untersuchungsresultate werden wissenschaftlich ausgewertet und veröffentlicht werden. Hier sollen nur einige Angaben über den nachweisbaren Einfluß sozialer Mißstände auf den Gesundheitszustand der Studierenden mitgeteilt werden, nachdem sich aus jüngst veröffentlichten Statistiken ergeben hat, daß die Ernährungs- und Wohnungsverhältnisse bei einem beträchtlichen Teil der Studierenden unzureichend sind. Bei der ersten Untersuchung von knapp 600 Studierenden (davon zirka zwei Drittel männlichen, ein Drittel weiblichen Geschlechts), von denen (rund) 85% aus Osteuropa, 10% aus Westeuropa und Amerika und 5% aus Ländern des Orients stammen, zeigte sich, daß die jungen Leute im allgemeinen als körperlich gut qualifiziert anzusprechen sind. Die Zahlen für Brustumfang, Körperlänge und ihr Verhältnis zum Gewicht, Körperhaltung, Ernährungszustand, Kräftigkeit von Knochen und Muskeln, Verhalten der Wirbelsäule usw. sind in der Mehrzahl durchaus befriedigend. Über gewisse rassenmäßige Veranlagungen (Vorzüge und Mängel) kann hier nicht berichtet werden. Von