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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 70

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Zum Ernährungsproblem in Palästina
Date
1937-02-01
Page
Seite 70 (sequence 3)
Language
German
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discher Nahrungsmittel und einheimischer Nachfrage nach diesen ergeben. Die wirtschaftstechnischen Voraussetzungen für die Erweiterung des inländischen Angebots an hochwertigen protektiven Nahrungsmitteln sind sowohl in einer Reihe europäischer Staaten als auch in Palästina durch die potentielle Produktivkraft der Landwirtschaft gegeben; während es aber in den europäischen Ländern der Staat weitgehend übernimmt, die Voraussetzungen für eine Steigerung des Verbrauchs an protektiven Nahrungsmitteln zu schaffen, kann der Jischuw dies nur aus eigener Kraft tun. Der weiter unten durchgeführte Vergleich der Ernährungsstruktur der städtischen Arbeiter in Europa und der jüdischen Arbeiter in den Städten Palästinas wird verdeutlichen, um wieviel größer die Spanne zwischen dem zur Erhaltung der Gesundheit erforderlichen Bedarf an protektiven Nahrungsmitteln und dem tatsächlichen Verbrauch bei den jüdischen Arbeitern Palästinas als bei den Arbeitern auch weniger fortgeschrittener Länder Europas ist, um wieviel größer daher die Spanne, die die jüdische Arbeiterbevölkerung Palästinas zu überwinden hat, bis die Ernährung den hygienischen Erfordernissen entspricht. Die Bedeutung, die der Lösung der Ernährungsfrage in den europäischen Staaten als Teil der öffentlichen Gesundheitspflege beigemessen wird, erhellt am besten daraus, daß sie vielfach dem Kampf gegen die Tuberkulose gleichgestellt wird. Das Komitee des Völkerbundes zur Erforschung des Ernährungsproblems vertritt die Auffassung, daß ein nationales Ernährung samt, dessen Aufgaben sich auf konstruktive Planung und Durchführung einer hygienischen Anforderungen entsprechenden Volksernährung erstrecken, an volkswirtschaftlicher Bedeutung nicht hinter der nationalen Wirtschaftsplanung und Verteidigung zurücksteht. Denn die Funktionen eines solchen Ernährungsamtes beschränken sich nicht auf die Überwachung der allgemeinen Volksernährung, sondern haben vor allem für eine Mindesternährung der schlecht und unterernährten Bevölkerungsschichten Sorge zu tragen, da der Verbraucher mit sehr niedrigem Einkommen in der Regel auf den Kauf der teuren protektiven Nahrungsmitteln zu Gunsten derjenigen verzichtet, die zum niedrigsten Preis den Hunger stillen. Ein Vergleich der Ernährungsstruktur der Volksschichten mit verschieden hohem Lohneinkommen beweist, daß der Verbrauch protektiver Nahrungsmittel, vor allem Fleisch und Fische, Milch, Milchprodukte und Eier in der Mehrzahl der europäischen Länder mit dem Einkommen wächst, in einzelnen, wie in Polen, sogar in progressivem Verhältnis zum Einkommen. Dagegen bleibt der Zerealienverbrauch der Arbeiterschichten in den meisten Ländern auch bei verschieden hohem Einkommen mehr oder weniger gleich. Bei Erhöhung des Einkommens steigt der Verbrauch an hochwertigen protektiven Nahrungsmitteln in den Arbeiterhaushalten, so daß dieser weitgehend von der Kaufkraft abhängt. In der Regel wird jedoch das erhöhte Einkommen nicht ausschließlich dafür verwendet, so daß die Einkommensteigerung nicht vollständig im Verbrauch dieser Nahrungsmittel zum Ausdruck kommt. Die Kaufkraft ist daher der Schlüssel zum Ernährungsproblem der Arbeiter. Freilich hat die Verdrängung der Handarbeit durch mechanische Arbeit in den europäischen Industriestaaten dazu geführt, die Nachfrage nach den energetischen Zerealprodukten zum Teil durch Bedarfssteigerung der vitaminreichen Nahrungsmittel abzuschwächen. In dieser Hinsicht ist es bezeichnend, daß der Verbrauch auch des bestbekömmlichen Zerealprodukts, des Weizenmehls, in den europäischen Industriestaaten im Laufe des letzten Jahrzehnts gesunken ist, während gleichzeitig der Verbrauch an vitaminreichen Nahrungsmitteln, wie frischem Obst erheblich stieg. Wenn daher in gewissem Umfange die Änderung der Geschmacksrichtung die Verbesserung

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