Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 65 (sequence 9)
- Language
- German
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kalischer Methoden bestimmen. Dies geschieht im Kapitel über Statistiken geophysikalischer Arbeiten. Berücksichtigt man, daß im allgemeinen die Kosten geophysikalischer Untersuchungen bloß 5 bis 20% der Kosten einer einzelnen Bohrung betragen, so erweisen sich diese zusätzlichen Kosten bei Berücksichtigung der erzielbaren Ergebnisse nicht nur als berechtigt, sondern ergeben sogar einen vielfachen Gewinn. Die Messungen beschränken sich nicht auf einen Punkt, sondern prüfen das ganze zu untersuchende Gebiet. Der Gewinn, der durch geophysikalische Untersuchungen erzielt werden kann, liegt außerdem in einer beträchtlichen Ersparnis an Zeit und Energie. Bohrungen, sofern sie auch nur in mittlere Tiefen gehen, beanspruchen oft Monate zu ihrer Durchführung. Stellt sich am Schluß die Erfolglosigkeit solcher Arbeiten heraus, so ist häufig nicht wieder einbringbare Zeit verloren. Abgesehen davon, weiß man nicht, ob die Investition endgültig verloren ist, oder ob durch Fortsetzung der Bohrung nicht doch noch ausreichende Wassermengen gefunden werden könnten. Durch eine Untersuchung wird meist ein Punkt bestimmt, der eine größere Ergiebigkeit zu geben vermag, als ein anderer, den man ohne Untersuchung gewählt hätte. Es gelingt auch mitunter, bei systematischer elektrischer Aufschließung die gleichen Schichten in einer höheren Lagerung ausfindig zu machen. Bei Bestimmung der Wirtschaftlichkeit geophysikalischer Arbeiten ist zuletzt noch zu berücksichtigen, daß sie in ihrem Gutachten Kenntnisse verschaffen, die weit über die Prognose für eine aktuelle Bohrung hinausgehen. Die Form der in Palästina tätigen Unternehmungen. In Palästina arbeiten zurzeit die Palestine Geophysical Society (Stern), Löwy und Loehnberg—Loewenstein. Löwy benötigt entsprechend seiner Arbeitsmethode einen verhältnismäßig kleinen organisatorischen und technischen Rahmen. Er ist in der Lage, die Untersuchungen ohne Hilfskräfte auszuführen. Die Messungen werden während der Fahrt in einem Personenauto vorgenommen, das ein Kabel über den Boden schleift. Die beiden anderen Unternehmen benützen für ihre Messungen entsprechend eingerichtete Meßwagen oder Meßzelte. Die Autos enthalten die Apparate und transportieren gleichzeitig Bedienungspersonal. Die zur Durchführung einer Messung benötigte Mannschaft besteht aus einem bis zwei Meßtechnikern, einem Kontrollor und vier Arbeitern. Hieraus ergibt sich schon, daß diese Arbeiten einen beträchtlichen sachlichen und personellen Umfang haben. Loehnberg—Loewenstein führen ihre Arbeiten in Form einer offenen Handelsgesellschaft durch. Stern bemühte sich, für seine Untersuchungen einen größeren kaufmännischen Rahmen zu finden und gründete mit deutschen Kapitalisten eine Limited-Gesellschaft. Statistiken geophysikalischer Arbeiten. Auf einem Gebiete, das einerseits so wichtig, anderseits jedoch noch neu ist. bedeutet weitgehende Publizität eine berechtigte Forderung. Leider sind die bisher der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Daten noch sehr verschieden und erfordern wesentliche Ergänzungen. Von vornherein sollte sich eine Arbeit, die der wissenschaftlichen Tätigkeit so nahe verwandt ist, von übermäßigen allgemeinen Versprechun-