Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
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der Feldmessungen, Deutung der Geländediagramme, Methodik der Arbeit und Darstellung der Ergebnisse wesentlich voneinander ab8. Die Pal. Geoph. Soc. (Stern) versucht, aus den im Felde aufgenommenen Widerstandskurven direkt auf Wasservorkommen im Untergrund zu schließen, und zwar auf Grund der Steigungsverhältnisse, der Maxima und Minima. So wird ein Anstieg im Verlauf der Kurve als eine mit der Tiefe zunehmende Austrocknung und ein Fallen als eine mit der Tiefe zunehmende Durchfeuchtung gedeutet. Die Maxima und Minima sollen Anzeichen für Schichtgrenzen sein9. Die Gutachten der PaL Geoph. Soc. enthalten die Diagramme der im Felde aufgenommenen Widerstandskurven, aufgetragen in Abhängigkeit von der gemessenen Tiefe. Der begleitende Schriftsatz deutet Form und Verlauf der Kurven im Sinne der oben genannten Richtlinien. Loehnberg—Loewenstein gehen von der Überlegung aus, daß es keine physikalische Eigenschaft des Grundwassers gibt, die nur diesem eigentümlich ist, und die man an der Erdoberfläche messen kann. Sie lehnen daher eine direkte Ausdeutung der Widerstandskurven auf Wasser ab. Sie führen zunächst eine systematische Auswertung der Widerstandskurven durch, um die effektiven Widerstände der einzelnen Schichten im Erduntergrunde zu ermitteln. Diese Widerstände geben das Gerüst ab für differenzierte Tiefenprofile, deren Zusammenfassung ein Bild vom Aufbau des Untergrundes des gesamten Untersuchungsgebietes liefert. Dieses Bild vom Aufbau des Untergrundes enthält den Verlauf der Schichten, ihre Mächtigkeit und eine relativ genaue Charakterisierung ihrer Eigenschaften10. Auf Grund dieser so gewonnenen Vorstellung lassen sich Materialien und die hydrologische Bedeutung der einzelnen Schichtkomplexe bestimmen. Herkunft und Einzugsgebiet für die einzelnen Wasserführungen lassen sich abgrenzen und die zu erwartenden Ergiebigkeiten wahrscheinlich machen. Den Gutachten von Loehnberg—Loewenstein werden die Widerstandsmessungen der Feldkurven nicht beigegeben, da diese für den Laien unverständlich sind, jedoch enthalten sie Profile durch den Untergrund, die erklärt und besprochen werden. Soweit es die Aufgabe zuläßt, berücksichtigt das endgültige Urteil weitere Faktoren wirtschaftlicher, betriebstechnischer und strategischer Art. Wir glauben, daß auf Grund des gelieferten Materials der Auftraggeber in der Lage ist, die gegebenen Ratschläge noch einmal zu überprüfen. Die Wirtschaftlichkeit der geophysikalischen Arbeiten. Noch so begründete Aussagen der geophysikalischen Untersuchungen über Wasservorkommen sind praktisch ohne Bedeutung, wenn die Kosten einer derartigen Untersuchung zu hoch sind. Die Rentabilität geophysikalischer Arbeiten läßt sich durch zahlenmäßigen Vergleich der erfolgreichen Bohrungen mit und ohne Hilfe geophysi^ 8 Wir halten es daher für unzweckmäßig, von der »palästinensischen Geophysik« zu sprechen (vgl. W. Stern: Das Wasserproblem Palästinas, »Palnews« 1936, S. 102). 9 W. Stern: Das Widerstandsverfahren zur Untersuchung von Tektonik und Hydrologie des Untergrundes. »Erg. h. f. angew. Geoph.«, Bd. 3, 1933, S. 451 f. Bezüglich dieser Grundlagen sind wir anderer Anschauung als Stern (vgl. die S. 8 zitierte Abhandlung). 10 Eine auf diese Weise durchgeführte Analyse des Untergrundse gibt auch dem Geologen für geologische Ergebnisse Kriterien ah Hand. Vgl. dazu: G. S. Blake: The Stratigraphy of Palestine and its Building Stones, 1936, S. 11, 40, 49, 51. M. Avnimelech: Etudes geologiques dans la region de la Shephela en Palestine, Grenoble 1936, S. 56.