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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
Date
1937-02-01
Page
Seite 62 (sequence 6)
Language
German
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Wir sehen, daß sich die elektrischen Eigenschaften der tiefen Schichten in den an der Erdoberfläche gemessenen Widerständen ausprägen. Die Darstellung zeigt aber auch, daß die durch Messung festgestellten Werte komplexe Werte sind. Aus ihnen müssen erst die elektrischen Eigenschaften der einzelnen Schichten abgeleitet werden. Die Ausmessung der Erdkörper im Felde bedarf großer Vorsicht und Exaktheit, ist jedoch mit physikalisch ausgebildeten Kräften immerhin noch verhältnismäßig einfach durchzuführen. Die eigentlichen Schwierigkeiten bestehen in der Umdeutung der geoelektrischen Meßresultate in geologische und hydrologische Tatbestände des Erduntergrundes. Hydrologische Ergebnisse geophysikalischer Messungen waren bis vor einigen Jahren mehr oder weniger zufällig. In der Öl- und Erzprospektion machte sich sogar die verschieden starke Durchfeuchtung des Erdbodens unangenehm bemerkbar, da das Wasser, bzw. sein Elektrolytgehalt die physikalischen Eigenschaften des Erduntergrundes häufig in stärkerem Maße bestimmt als das gesuchte Objekt. Trotzdem es also naheliegend gewesen wäre, schon in einem frühen Stadium der Entwicklung geoelektrischer Methoden diese auch zur Wassersuche heranzuziehen, blieben die genannten Erscheinungen lange unäusgewertet. Die systematische Auswertung dieses früher als störend angesehenen Faktors ist der Beginn der Wasserprospektion. Diese Arbeiten beruhen also nicht auf neuen geophysikalischen Verfahren, sondern auf einer neuartigen Anschauung und Deutung der Meßergebnisse. Naturgemäß mußte die veränderte Aufgabenstellung und die neue Einsicht in das Wesen der gemessenen elektrischen Werte auch Einfluß auf das Instrumentarium, die Durchführung der Messungen und ihre Deutung ausüben. Heute darf man sogar hoffen, daß die Klärung der hydrologischen Bedeutung der Meßergebnisse befruchtend wirken wird auf die Lösung anderer geophysikalischer Aufgaben geoelektrischer und bergbaulicher Natur, die — wie jetzt deutlich geworden ist — eine eingehende Beurteilung der hydrologischen Einflüsse voraussetzen. Gegenwärtiger Stand der Wasserprospektion, Einzelne Versuche, Wasser zu prospektieren, gehen in die Zeit vor dem Kriege zurück, an denen H. Löwy Anteil hat. Diese Arbeiten kamen seinerzeit nicht über das Versuchsstadium hinaus. Um 1930 wurden gleichzeitig in Amerika4, in Australien5 und in Europa0 Untersuchungen durchgeführt, die man als die Grundlage der modernen Prospektion auf Wasser ansehen kann. Es war nicht zufällig, daß alle diese Arbeiten sich elektrischer Widerstandsmethoden bedienen, denn es erwies sich, daß elektrische Verfahren für diesen Zweck am besten geeignet sind. Immerhin wurde klar, daß auch die elektrischen Methoden noch mit einer Reihe von Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, bevor sie den Aufgaben der Praxis gerecht werden konnten. Aufgaben der eigentlichen Wasserpraxis sind nämlich in den genannten Arbeiten noch nicht gelöst. Diese dienten vielmehr in erster Linie dazu, die meßtechnischen Schwierigkeiten bei der Anwendung geoelektrischer Meßvorrichtungen im Gelände aufzuzeigen, auf die Grenzen der Deutung elektrischer Meßwerte hinzuweisen und die genaue Formulierung der geoelektrisch-hydrologischen Probleme vorzubereiten. 4 C. M. Tattam: The application of the electrical resistivity method of geophys. prospecting to problems of Underground water. Golden, Co., 1932. 5 A. B. Broughton-Edge and T. H. Laby: The principles and practice of geophys. prospecting, Cambridge 1931. 6 A. Loehnberg: Zur Hydrographie des Zirknitzer Beckens. Göttingen—Belgrad 1934.

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