Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
Date
1937-02-01
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379956-2410240--24370-2410391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

angewandt wurde, und da auch Löwy in erster Linie dieses Verfahren wissenschaftlich begründet und entwickelt hat2. Ein auf dem Erdboden liegender gegen diesen isolierter Draht schickt (ähnlich einer Antenne bei der drahtlosen Telegraphie) einen Flochfrequenzstrom aus, der teilweise in den Erdboden eindringt. Das Prinzip der Messungen läuft darauf hinaus, die durch die verschiedenen Schichten des Erdbodens hervorgerufene elektrische Dämpfung zu bestimmen. Solche Messungen vermögen mit einiger Sicherheit die Lage einer ersten Grenzschicht — das heißt meist die Lage eines ersten Grundwasserspiegels — anzugeben. Voraussetzung für den Erfolg ist, daß die obere Schicht keine allzu große Dämpfung (keine zu große Leitfähigkeit) aufweist. Diese notwendige geringe Leitfähigkeit ist jedoch im allgemeinen nur in Wüstengegenden oder nach einer längeren Trockenperiode in den oberen Erdschichten vorhanden. Infolgedessen hat Löwy die von ihm in Palästina durchgeführten Untersuchungen auch nur während der Sommermonate in den wüstenhaften Gegenden Südpalästinas vorgenommen. Ergebnisse der Studien Löwys aus Palästina sind bisher noch nicht veröffentlicht worden. Ähnliche Arbeiten wie die im Negew führte Löwy vorher in Kalifornien und in der Sahara durch. In Deutschland hat man die Wellenmethode für den Salzbergbau unter Tage verwandt. Die zu große Bodenfeuchtigkeit in dem Gebiet Palästinas nördlich der Steppe macht das jetzige Siedlungsgebiet für die Anwendung der Wellenmethode ungeeignet. Hier ist auch die geringe Tiefenwirkung ein hemmender Faktor bei der Lösung praktischer Fragen. Im Negew kann mit der Wellenmethode in relativ kurzer Zeit auf großen Gebieten die obere Grenze eines Grundwasservorkommens ermittelt werden. Elektrische Widerstandsmethoden (angewandt in Palästina durch W. Stern, Palestine Geophysical Society und A. Loehnberg — A. Loewenstein). Neuere Untersuchungen zum Zwecke der Wasserauffindung wurden fast sämtlich mit Hilfe von Widerstandsmessungen ausgeführt, und zwar sowohl im Ausland wie in Palästina 3. Das Prinzip dieser Methoden ist folgendes: Aus einer besonderen Stromquelle wird dem Erdboden mittels Elektroden, die an zwei Stellen in den Erdboden eingeschlagen werden, Strom zugeführt, so daß zwischen diesen beiden Punkten ein künstlich erzeugtes elektrisches Feld entsteht Dieses Feld wird mit Hilfe einer empfindlichen Apparatur ausgemessen, und zwar bei einer großen Anzahl verschiedener Entfernungen der Elektroden. Der Grund für die Variierung der Elektrodenabstände ist folgender: Bei einem bestimmten Abstand der Elektroden bewegt sich der in den Erdboden gesandte Strom nicht nur auf geradem Wege von Elektrode zu Elektrode, sondern durchfließt auch weiter außen und tiefer liegende Schichten. Der vom Strom durchflossene Erdkörper läßt sich in erster Annäherung als eine Halbkugel bezeichnen. Durch die Messungen wird der Widerstand dieser Halbkugel ermittelt. Die Form des durchflossenen Erdkörpers ändert sich prinzipiell nicht bei Vergrößerung des Elektrodenabstandes; wohl jedoch seine Größe, bzw. sein Querschnitt. Dies bedeutet, daß bei Vergrößerung des Elektrodenabstandes immer größere Querschnitte der oberen Schichten durchflössen und ausgemessen werden; aber auch Schichten in immer größerer Tiefe. 2 H. Löwy und G. Leimbach: »Phys. Zeitschr.«, 13, 397, 1912. 3 J. Königsberger: Aufsuchung von Wasser mit geoph. Methoden. »Erg. h. f. angew. Geoph.«, Bd. 3, H. 4 (1933), S. 463—525. J. Mc. Garva-Bruckshaw and F. Dixey: Gmund Water Investigations by Geophysical Methods. The Mining Magazine, Nr. 2 und Nr. 3, 1934.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.