Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
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Bei seismischen Methoden wird auf Grund der Geschwindigkeit und Art der Fortpflanzung von Erschütterungswellen, die durch künstliche Sprengungen hervorgerufen werden, auf die Elastizität und Mächtigkeit der Schichten geschlossen. Dieses Verfahren benötigt eine komplizierte und kostspielige Apparatur, welche die Wasserprospektion unrentabel macht und anderseits keine genügend detaillierten Angaben ermöglicht. Mit Hilfe gravimetrischer Aufschlußmethoden wird durch besonders konstruierte empfindliche Waagen die Schwere, bzw. die Anziehung eines geologischen Körpers durch die Erde an den verschiedenen Punkten des Untersuchungsgebietes gemessen. Es ist dabei möglich, das Vorhandensein von Körpern verschiedener Dichte zu erkennen, z. B. das Hervortreten von Urgestein aus dem tieferen Untergrunde in höhere Lagen. Typisch ist für dieses Verfahren, daß nur die Grobstruktur der Erdkruste festgestellt werden kann, da die Schwereunterschiede kleinerer Körper an der Erdoberfläche nicht in Erscheinung treten. Kosten und Zeitaufwand für Durchführung dieser Messungen sind relativ groß und in der Wassersuche ebenfalls kaum tragbar. Untersuchungen über die Variationen des natürlichen Magnetfeldes führten zur Entwicklung der magnetischen Auf Schlußmethoden. Diese erweisen sich hauptsächlich dort als brauchbar, wo es sich darum handelt, Erzlager aufzusuchen und zu fixieren, da gerade diese sehr große Anomalien im Verlauf des Magnetfeldes hervorrufen. Wasservorkommen werden im allgemeinen keine hervorstechenden Indikationen abgeben. Die Messungen, die auf Feststellung der Emanation des Radiums ausgehen, das heißt die radioaktiven Aufschlußmethoden, sind an das Vorhandensein solcher Materialien gebunden, die Emanation abgeben. Diese treten oft in geologischen Störungszonen auf. Ist also ein hydrologisches Problem mit der Lokalisierung von Störungslinien verbunden, von denen man annehmen kann, daß sie Quellen von Radiumemanation sind, so vermögen diese Verfahren, die billig und schnell durchzuführen sind, gute Aufschlüsse zu liefern. Die elektrischen Aufschlußmethoden haben mit den seismischen gemeinsam, daß meist nicht natürliche Felder ausgemessen werden, sondern künstlich erzeugte. Sie haben jedoch gegenüber seismischen Verfahren den Vorzug, daß sie im allgemeinen eine größere Richtwirkung aufweisen, wodurch ihre Ergebnisse klarer und besser deutbar werden. Die notwendigen Apparaturen sind nicht allzu kostspielig und die Arbeiten lassen sich verhältnismäßig schnell durchführen. So ist es verständlich, daß elektrische Methoden in der Geophysik einen immer größer werdenden Raum einnehmen 1. Elektrische Wellenmethoden (angewandt in Palästina durch Ing. Heinrich Löwy). Die Rentabilität elektrischer Methoden in der Wasserprospektion sowie ihre Brauchbarkeit bei der Lösung fast aller Fragen, die mit der Wassersuche im Zusammenhang stehen, räumt der Geoelektrik eine beherrschende Stellung für die Klärung hydrologischer Fragen ein. Innerhalb dieser Gruppe von Verfahren gibt es eine größere Zahl von Methoden (elektromagnetische, elektrochemische, Widerstandsmessungen, Wellenmethoden), an deren Spitze die Widerstandsmethoden stehen. Wir wollen jedoch auch kurz die Wellenmethode besprechen, da diese durch Löwy in Palästina 1 Außer den genannten Hauptgruppen geophysikalischer Methoden gibt es noch kleinere Gruppen von Verfahren, wie etwTa akustische, thermische. Diese haben in der Praxis noch keine nennenswerte Anwendung gefunden. Ihr Verwendungsbereich ist von vornherein in der Wasserprospektion begrenzt.