Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
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Punkte als nicht genügend gesichert, so muß unter Umständen ein wirtschaftlich ungünstiger Platz für eine Bohrung gewählt werden. In gewissen Fällen fallen einzelne Wasserhorizonte für die Wasserversorgung überhaupt aus. Diese Überlegungen und ihre Grundlagen sollen dem Auftraggeber so dargelegt werden, daß er selbst imstande ist, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu prüfen. Wichtig erscheint es, in diesem Zusammenhang den Begriff einer »geglückten« Bohrung zu definieren, der anscheinend eindeutig ist, jedoch nicht überall klar verwandt wird. Da fast jede Bohrung (mit Ausnahme einiger Aufschlußbohrungen) ausschließlich die Erschließung von Untergrundwasser bezweckt, kann sie nur dann als »geglückt« angesehen werden, wenn sie unter Einhaltung einer wirtschaftlichen Absenkung Wasser brauchbarer Qualität in ausreichender oder in der vorausgesagten Menge dauernd liefert. Sofern die Gewinnung von Wasser in Aussicht gestellt wurde, ist das Antreffen von nur feuchten Schichten noch nicht als übereinstimmend mit dem Gutachten anzusehen. Natürlich können die Angaben eines geophysikalischen (ebenso wie die eines geologischen) Gutachtens nicht mathematisch genau sein. Jedoch muß man verlangen, daß der Spielraum in den Angaben nicht so groß ist, daß der praktische Wert einer Untersuchung in Frage gestellt ist. Bei einem geophysikalischen Gutachten muß man z. B. erwarten, daß die Tiefe der wasserführenden Schichten bei Flachbohrungen um nicht mehr als 20% und bei Tiefbohrungen nicht mehr als 10% von den Angaben abweichen. Betreffs der Ergiebigkeiten erscheint folgender Spielraum angebracht. Werden keine näheren Angaben gemacht, so darf der Auftraggeber damit rechnen, daß die ihm angeratene Bohrung für seinen Zweck ausreichende Wassermengen zu liefern vermag. Als »mittlere Ergiebigkeit« einer Bohrung in Palästina gelten keine kleineren Quantitäten als 20 m3/Stunden und als »große Ergiebigkeit« nicht weniger als 50 m3/Stunden. Diese Ergiebigkeiten sollen bei einer Absenkung des Wasserspiegels um etwa 10 bis 15 m erzielbar sein; in Ausnahmefällen ist eine Absenkung bis 25 m noch tragbar. Eine Bohrung ist nicht geglückt, wenn der Auftraggeber sie in dem geplanten Rahmen nicht ausnützen kann oder wenn ihre Ausnützung in dem betreffenden Gebiete überhaupt unwirtschaftlich erscheint. Letzteres trifft z. B. dann zu, wenn der ruhende Wasserspiegel so tief liegt, daß eine Hebung des Wassers nicht rentabel ist. In den Fällen, wo aus dem Gutachten ersichtlich war, daß überhaupt mit keinem oder nicht mit einem ausreichenden Wasservorkommen zu rechnen sei, kann eine trotzdem niedergebrachte Bohrung im Sinne der Untersuchung noch als »geglückt« bezeichnet werden, wenn sie das negative Ergebnis der Prognose bestätigt. Geophysikalische Methoden und ihre Anwendung in der Wassersuche. Als Sondergebiet tritt die Wasserprospektion erst in neuester Zeit auf. Dies ist verständlich, da das Wasser im Erdboden gar kein gesonderter Körper ist. Weder in seiner räumlichen Ausdehnung noch in seinen physikalischen Eigenschaften stellt es ein so begrenztes Objekt dar wie etwa Öl oder Erz. Wasser ist fast überall stark verbreitet, in unproduktiver Form als Bergfeuchtigkeit, in nutzbarer Form der Grundwasserströme oder Grundwasserhorizonte, selten in der Art reiner Wasseradern. Das Wasser durchdringt in der Erdkruste fast alle oberen Schichten. Es ist dabei Teil der Schichten in denen es fließt. Diese grundlegende Tatsache gibt uns Verständnis dafür, daß die Aufgabe der Wasserprospektion niemals bloß »Wasser zu finden« heißt. Überall, wo die Prospektion ihren Zweck erfüllt, sind ihre Aufgaben umfassender, in einer Art, wie vorher beschrieben. Die prinzipiell verwendbaren geophysikalischen Verfahren sind mannigfaltig.