Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 58

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
Date
1937-02-01
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379956-2410240--24367-2410388
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2. Wie groß ist die Ergiebigkeit der einzelnen Horizonte? 3. Welches ist die Qualität des Wassers der einzelnen Horizonte? 4. "Welche Maßnahmen werden auf Grund der Feststellungen über Wasserhori zonte, Ergiebigkeit, Wasserqualität und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher» betriebstechnischer, politischer und strategischer Gesichtspunkte empfohlen? Diese vier Punkte bedürfen einer Erläuterung. Zu 1. Wasserführende Schichten sind etwas anderes als feuchte Schichten. Als feuchte Schichten bezeichnet man z. B. Tonlagen, die mit Wasser gesättigt sind, es aber nicht in nennenswerten Mengen abzugeben vermögen. Wasserführende Schichten sind Lagen, die infolge ihrer Porosität Wasser in größeren Mengen führen und dieses auch an einen Brunnen abgeben. Die rentable Bohrtiefe ist für die verschiedenen Gebiete und für die jeweiligen Zwecke außerordentlich verschieden und bedarf in jedem Einzelfall einer eingehenden sachlichen und wirtschaftlichen Prüfung. In Zonen, wo im allgemeinen Bohrungen bereits bis zu etwa 50 m Tiefe Wasser antreffen, ist eine Bohrung auf Tiefen von 100 bis 200 m schon häufig unrentabel, da dann zweckmäßig erweise die Wasserversorgung aus einem benachbarten Brunnen erfolgen könnte. In einem Gebiete, in dem bisher keine nennenswerten Wasservorkommen in höheren Lagen erschlossen wurden, kann auch eine Bohrung bis 300 oder 400 m rentabel sein, insbesondere wenn es sich darum handelt, wertvollen Boden zu bewässern oder eine wichtige Industrie zu versorgen. Die tiefsten Bohrungen in Palästina (PICA-Bohrungen von Pardess Chanah und Givat Ada, 600 m, bzw. 520 m tief) können allgemein als die Grenzen für Wasserbohrungen angesehen werden. Zu 2. Dieser Punkt hängt mit dem ersten eng zusammen. Die Feststellung wasserführender Schichten genügt noch nicht, um die unter Punkt 4 gestellten praktischen Fragen in begründeter Weise beantworten zu können. Wasserführende Schichten können dort vorhanden sein, wo die Schichten im Untergrund eine Mulde bilden. Besteht keine Zuflußmöglichkeit aus benachbarten Gebieten, so wird eine derartige Mulde ausgepumpt, so daß eine Bohrung wohl in erster Zeit Wasser liefert, jedoch bald versiegt. Die Feststellung über die Ergiebigkeit wasserführender Schichten muß daher eine dauernde Ergiebigkeit bezeichnen (wenigstens bei etwa achtstündigem Pumpen). Zur Beantwortung dieser Frage muß man Bescheid wissen über Qualität und Lagerung der Schichten auf großem Raum. Auch wenn Angaben nur gewünscht sind für einen bestimmten Punkt, muß ein größeres Gebiet untersucht werden. Zu 3. Das im Untergrund vorhandene Wasser ist nie frei von gelösten Substanzen. Oft sind die Beimengungen so stark, daß das Wasser praktisch nicht mehr nutzbar ist. Die Grenze des Gehaltes an Chlor die noch tragbar ist, liegt zwischen etwa 250 und 450 mg/Liter. Es hat nur Sinn, eine Bohrung anzuraten, wenn es wahrscheinlich ist, daß man Süßwasser im bezeichneten Sinn gewinnen kann. Zu 4. Der Besitzer eines Brunnens oder der Auftraggeber für eine Untersuchung wünscht nicht nur Angaben über die vorhandenen Horizonte, Ergiebigkeit und Qualität, sondern er möchte auch einen praktischen Rat haben. Wo soll der Bohrpunkt liegen? Welcher Horizont verspricht den besten Nutzwert? Wie werden die vorhandenen Geldmittel am zweckmäßigsten angelegt? Der Auftraggeber verlangt Berücksichtigung der Lage seiner Kulturen, ihrer zukünftigen Ausdehnung, der strategischen Sicherheit. Es kann vorkommen, daß eine Bohrung empfohlen wird an einem Orte, wo nicht mit der größtmöglichen Ergiebigkeit zu rechnen ist, da das Gebiet der höchsten Ergiebigkeit z. B. an einem siedlungsgeographisch ungünstigen Punkte liegt. Erscheinen die Aussichten auf Wasser gewinnung an einem betriebstechnisch günstigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.