Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Am 31. Dezember erschien Ben Zivi in einer geschlossenen Sitzung vor der Königlichen Kommission. Die Frage der hebräischen Sprache, Herr D. Yellin, der am 31. Dezember vor der Königlichen Kommission erschien, befaßte sich mit der Schmälerung der Rechte der hebräischen Sprache seitens der Regierung. Herr Yellin sprach hebräisch. Er zitierte aus dem Mandat und der seinerzeitigen Proklamation Königs George V., denen zufolge die Regierung bereit sei, die drei offiziellen Sprachen zu benutzen, bewies jedoch an Hand mitgebrachter zahlreicher Briefe von Regierungsabteilungen, daß die hebräische Sprache nicht benützt wird und daß Juden, die sich an die Behörden Hebräisch wenden, Antworten erhalten, die in englischer oder arabischer Sprache abgefaßt sind. Die Mehrzahl der Gerichtsprotokolle werden nur Arabisch geführt, während die Jahresberichte einer ganzen Reihe von Regierungsabteilungen ausschließlich in englischer Sprache erscheinen. Die Zollbehörden korrespondieren mit Arabern arabisch, während ihre Mitteilungen an Juden in englischer Sprache erfolgen. Herr Yellin wies darauf hin, daß hebräisch geschriebene Adressen auf Postsendungen in lateinischen Buchstaben kopiert werden, woraus sich Zeitverlust bei der Austragung der Post ergebe; er forderte, daß die Briefträger in der Lage sein sollen, hebräisch zu lesen, genau so wie in allen Ländern der Welt, wo es als selbstverständlich vorausgesetzt wird, daß Postbeamte der Landessprache in Wort and Schrift mächtig sind. Sir H. Morris fragte den Zeugen, ob ihm Briefträger in England bekannt seien, die hebräisch lesen können, worauf Herr Yellin erwiderte: »England ist nicht das jüdische Nationalheim!« Aus den Äußerungen der Kommissionsmitglieder ging deutlich hervor, daß sie dem in den Aussagen Yellins zum Ausdruck gekommenen Standpunkt kein Verständnis entgegenbrachten. Sie wiesen unter anderem auf die hohen Kosten hin, die aus der Anwendung aller drei Sprachen entstehen würden, sowie auf die Tatsache, daß die Haltung Tel Avivs gegenüber der Benützung der englischen und der arabischen Sprache eine durchaus ablehnende sei. Prof. Coupland bemerkte, daß, falls gewisse Bestimmungen des Mandats sich als praktisch undurchführbar erwiesen haben sollten, die Möglichkeit bestehe, eine Änderung vorzunehmen. Herr Yellin protestierte gegen die hauptsächlich im Rundfunk angewandte Bezeichnung des Landes in hebräischer Sprache als »Palestina Alef Youd«, anstatt »Erez Israel«, und zitierte aus dem Alten und auch aus dem Neuen Testament, um zu beweisen, daß »Erez Israel« von jeher der hebräische Name Palästinas war. Lord Peel fragte, ob die Juden mit dieser Forderung nicht politische Ziele verfolgen, das heißt ob sie nicht mit der Bezeichnung »Erez Israel« andeuten wollen, daß das Land ein jüdischer Staat sei. Herr Yellin erwiderte, daß dies nicht der Fall sei, und daß die Juden nicht mehr verlangen, als daß der althergebrachte hebräische Name des Landes wieder, wie schon in der türkischen Zeit und bald nach der Eroberung Palästinas durch die Engländer, benützt werden soll. Er fügte hinzu, daß nach tausend Jahren ein Name seinen buchstäblichen Sinn verliert; die Juden fordern nicht, daß das Land etwa »Land der Juden« genannt werde, obwohl das Volk heutzutage als »Juden« und nicht mehr als »Israel« bekannt sei. Die Königliche Kommission hatte am 31. Dezember die Herren D. Yellin und L.Stein vernommen und hielt auch zwTei geschlossene Sitzungen ab. In letzeren wurden die