Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 15)
- Language
- German
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der Frauen hin, die außerhalb Tel Avivs und der jüdischen Dörfer lebten und die ihrer bürgerlichen Rechte beraubt seien, da die mohammedanischen Frauen auf diese Rechte keinen Wert legten. Die jüdischen Frauen dagegen genießen volle Rechte in allen jüdischen Körperschaften, jedoch nicht in den Stadtverwaltungen. Der nächste Zeuge war Herr D. Hos, der betonte, daß die jüdische Arbeiterorganisation bestrebt sei, eine engere Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern herbeizuführen, daß jedoch die Regierungsbeamten einer solchen Zusammenarbeit feindlich gegenüberständen. Hier machte der Vorsitzende, Lord Peel, die Feststellung, daß Hos durch seine Bemerkung eine schwere Anklage erhoben habe. Herr Hos wiederholte, daß die Jüdische Arbeiterorganisation all ihren Einfluß anwandte, um die Juden und Araber einander näher zu bringen. Obgleich sie in separaten Gewerkschaften organisiert seien, verfolgten sie doch ähnliche Interessen. Natürlich sei es unmöglich, Araber und Juden in einer Gewerkschaft zu organisieren, da man von den Arabern nicht erwarten könne, daß sie sich mit allen Unternehmungen der Jüdischen Arbeiterorganisation einverstanden erklären, doch beide Gewerkschaften könnten zum Nutzen beider Völker unter Beibehaltung ihrer eigenen Kultur, jedoch auf einer kooperativen Basis zusammenarbeiten. Sir H. Rumbold stellte dann die Frage, ob die Juden von der Regierung Zuschüsse zu ihren bewundernswerten Institutionen erwarten und ob das Fehlen von Zuschüssen von den Juden als Beschwerdegrund gewertet werde. D. Hos wies in seiner Antwort darauf hin, daß die jüdischen Arbeiterinstitutionen Funktionen erfüllen, die in anderen Ländern der Regierung obliegen, und die ihrer Ansicht nach auch die Regierung in Palästina übernehmen sollte. Sir H. Rumbold zitierte darauf Artikel 4 des Mandats im Zusammenhang mit der von der Regierung zu gewährenden Unterstützung in der Entwicklung des Landes. Sir H. Rumbold hob hervor, daß in diesem Artikel nicht ausdrücklich festgestellt ist, daß die Entwicklung in einem gewissen Tempo vor sich gehen sollte. Außerdem, fuhr er fort, könnte man von einer wirklich tüchtigen Verwaltung nicht erwarten, daß sie diese Entwicklung in einer knapp bemessenen Zeitspanne vollenden könnte. Er erwähnte in diesem Zusammenhange Lord Cromer, der 25 Jahre schwerer Arbeit gebraucht hatte, um aus Ägypten wieder ein wohlhabendes Land zu machen. In Palästina gestalte sich das Problem noch schwieriger durch das Experiment, dem Staatskörper eine fremde Rasse einzuverleiben. Er sei der Ansicht, daß die Regierung in diesem kurzen Zeitraum sehr viel getan habe, wenn man bedenkt, daß die jüdische Bevölkerungsziffer, die im Jahre 1922 80.000 betrug, im Laufe von 14 Jahren auf das Fünffache gestiegen sei. D. Hos machte in seiner Antwort darauf aufmerksam, daß die Juden neue Siedlung smöglichkeiten für weitere Juden schufen und daß sie nicht als Fremde ins Land kämen, sondern daß sie in diesem Lande schon tausend Jahre gelebt hätten. Lord Peel fragte dann den Zeugen, ob er glaube, daß die Regierung mit den ihr zur Verfügung stehenden beschränkten Mitteln die mannigfachen Pläne in zwei oder drei Jahren durchführen könnte, worauf Herr Hos zur Antwort gab, daß es sich hier nicht um eine Frage von zwei oder drei Jahren handle, sondern darum, daß die Regierung überhaupt nicht versucht, das Problem zu lösen. In Beantwortung einer Frage von 5fr M. Carter machte dann Herr Katznelson Ausführungen über das Problem der jüdischen Arbeit. Infolge der billigen arabischen Arbeit sei es den Juden unmöglich, Beschäftigung zu finden, außer wenn es sich um besondere Unternehmungen im Zusammenhang mit der nationalen Kolonisation handelt, doch könne von einer Verdrängung der Araber keine Rede sein.