Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 13)
- Language
- German
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Händen befanden, eingestellt wurden. Während der ganzen Dauer der letzten Unruhen ruhte die Arbeit im Jaffaer Hafen völlig, und auf diese Weise sei die Autorität der Regierung vollkommen untergraben und Aufwiegler in ihrem Treiben ermutigt worden. In Beantwortung einer von Sir L. Hammond gestellten Frage erklärte Herr Shertok. daß arabische Baufirmen keine ungelernten jüdischen Arbeiter beschäftigen, sondern lediglich einige wenige gelernte jüdische Handwerker einstellen, und zwar nur dann, wenn die Stellen mit Arabern nicht besetzt werden können. Jüdische Baufirmen dagegen beschäftigen Araber in großem Umfange. Shertok wies auch auf die harmonisch arbeitenden Teilhaberschaften in der Bauindustrie zwischen Juden und Nichtjuden hin. Er betonte, daß infolge der schnelleren und besseren mechanischen Arbeit der Juden die Beschäftigung derselben — trotz der höheren Löhne — der Regierung keine Mehrkosten verursachen würde. Als Beweis dafür führte der Zeuge den Haifaer Hafen an, wo die Beschäftigung von jüdischen Arbeitern für die Regierung sogar billiger ist. Shertok beantragte dringend, daß die Regierung die Stadtverwaltung von Haifa und Jerusalem anweisen solle, den Juden einen gleichen Arbeitsanteil zu gewähren, da in beiden Städten die Juden mehr als die Hälfte der Einwohner bilden. Lord Peel fragte darauf, ob es nicht eine etwas ungesunde Taktik sei, die Beschäftigung von Arbeitern nach der prozentualen Zusammensetzung der Bevölkerung vorzunehmen, anstatt jeden als Palästinenser zu betrachten. Herr Shertok antwortete, daß dies für die Zukunft erstrebt werde, worauf Lore? Peel fragte, ob er unter der Zukunft die Zeit verstehe, in der die Juden die Majorität im Lande bilden würden. Shertok erklärte jedoch, er meine die Zeit, da der politische Kampf beendet und ein Ausgleich des wirtschaftlichen Standards der jüdischen und arabischen Arbeiter Herbeigeführt sei. Vorläufig, so fuhr er fort, werde jedoch eine Politik verfolgt, die einer tatsächlichen Ausschaltung der Juden gleichkomme, wie im Falle des Eisenbahndienstes, und die Juden lehnten es ab, als Bürger zweiten Ranges betrachtet zu werden. Lord Peel fragte dann, ob er nicht für die Zukunft neue Streikwellen erwarte, worauf Shertok zur Antwort gab, daß die Juden darauf vorbereitet sein müßten. Zum Schlüsse seiner Aussagen wies Shertok darauf hin, daß von den 750 im Haifaer Hafen beschäftigten Lastträgern 200 Ägypter, 500 Hauraner und nur 50 palästinensische Araber seien. W. J. Farrell, der neu ernannte Leiter des Erziehungs-Departements der Regierung, erschien am 29. Dezember vor der Königlichen Kommission in einer geschlossenen Sitzung. Die Vertreter der Histadruth. In der Sitzung der Königlichen Kommission vom 30. Dezember wurden die Vertreter der Jüdischen Arbeiterorganisation (Histadruth) vernommen: Als Zeugen waren erschienen die Herren B. Katznelson (Chefredakteur der Tageszeitung »Dawar«), Dov Hos, L. Schkolnik, sowie Golda Meyerson. Herr Katznelson, der hebräisch sprach, erklärte, daß die Histadruth sich sämtlichen von der Jewish Agency vorgebrachten Beschwerden anschließe, und zählte sodann die spezifischen Beschwerden der jüdischen Arbeiter auf. Er stellte fest, daß die Behörden mangelndes Verständnis den jüdischen Arbeitern gegenüber an den Tag legten, sie gewissermaßen als Stiefkinder behandelten, und beklagte sich über die unzureichende Zahl der von der Regierung bei der Eisenbahn, in den Häfen, im Polizei- und im Grenzdienst beschäftigten Juden. Katznelson gab der Meinung Ausdruck, daß wenn die Zahl der jüdischen Beamten größer wäre, weniger Felder im Emek verbrannt, weniger Juden ermordet, weniger Banditen und Waffen aus den Nachbarländern hinein-