Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Shertok bezog sich auf den 1931 an Dr. Weizmann gerichteten Brief des damaliger. Ministerpräsidenten Mac Donald, in dem das Anrecht der Juden auf Beschäftigung bei Regierungsarbeiten im Verhältnis zu ihrem Anteil am Steuereinkommen des Staates anerkannt wurde. Lord Peel warf an dieser Stelle ein, daß es der Kommission freistehe, frühere Auslegungen des Mandats zu ignorieren; er fragte den Zeugen, ob seine Argumente auf dem Mandat oder auf anderen Dokumenten begründet seien. Shertok erwiderte, daß die Auslegungen Mac Donalds als die Auslegung des Mandats angesehen werde. Lord Peel stellte fest, daß die Juden das Mandat als die Heilige Schrift betrachten; diese Behauptung wurde von Shertok bejaht. Lord Peel bemerkte, daß die Kommission ihre eigene Interpretation des Mandats schaffen müsse. Im weiteren Verlauf seiner Aussagen wies Shertok auf die Tatsache hin, daß die Beziehungen zwischen Arabern und Juden, die nebeneinander arbeiten, besser sind ais die Beziehungen zwischen palästinensischen und auswärtigen Arabern. Ferner führte Shertok aus, daß jeder einzelne Jude zweimal so viel an Steuern abführte, als jeder einzelne Araber. 1933 habe der Hochkommissär angeordnet, daß die bei Regierungsarbeiten beschäftigten Arbeiter zu 33% aus Juden bestehen sollen: diese Bestimmung sei jedoch nicht zur Durchführung gelangt. In diesem Zusammenhange wies Shertok auf die Notwendigkeit des Baus der Landstraßen im Norden hin. der vermutlich in Anbetracht der finanziellen Bedürfnisse der Eisenbahn nicht unternommen worden sei; dadurch werden die Juden gezwungen, die gefährliche Gegend um Tulkarm zu passieren. Durch die Einstellung von Juden in dem Ausmaße von 33'% würden sich die von der Regierung zu zahlenden Löhne vielleicht um 45 bis 50% erhöhen, während der jüdische Anteil an den Steuern 62% des Gesamteinkommens der Regierung betrage. Bei öffentlichen Arbeiten und der Erhaltung von Straßen, für die die Regierung 130.000 £ jährlich ausgebe, werde ausschließlich arabische Arbeit verwendet. Die Juden fordern denselben Anteil an den gewöhnlichen wie an den außergewöhnlichen öffentlichen Arbeiten. Die Eisenbahn beschäftige insgesamt 4300 Arbeiter, von denen nur 365 Juden sind. Auf eine Frage Lord Peels antwortete Shertok, daß die Frage des Sabbath kein Hindernis für die Beschäftigung von Juden sein könne, denn es sei möglich, eine Lösung zu finden. Er stellte fest, daß von 117 Lokomotivführern bei der Eisenbahn nur 17 Juden seien; dies sei ein vom Standpunkte der Sicherheit und der Aufrechterhaltung des Eisenbahndienstes im Falle von Streiks ein höchst gefährlicher Zustand. Shertok wies wiederholt auf die lebenswichtige Bedeutung der Eisenbahn und der Häfen vom Standpunkte der Sicherheit hin, die durch die letzten Unruhen zur Genüge erwiesen worden sei. Der Hafen von Jaffa, in dem keine Juden angestellt waren, sei geschlossen worden; in Haifa dagegen, wo Juden arbeiteten und eine jüdische Arbeiterreserve bestand, hätten sich die Araber trotz heftigster Propaganda gehütet, in den Streik zu treten. Im weiteren Verlaufe seiner Aussagen bezüglich einer Beschäftigung von Juden in öffentlichen Arbeiten führte Herr Shertok aus, daß seitens der Juden dauernd um die Beschäftigung von jüdischen Arbeitern im Jaffaer Hafen nachgesucht wurde. Dieses Gesuch wurde jedoch von der Regierung zehn Tage vor Ausbruch der Unruhen im April abschlägig beschieden. Dieser Umstand, fuhr Herr Shertok fort, bedeutet effektiv eine Art ökonomischer Ausschaltung, da die Juden von der Beschäftigung im Jaffaer Hafen völlig ausgeschlossen sind. Er erwähnte, daß die Juden in zwei Fällen aus einem politischen Streik eine Lehre gezogen hätten, nämlich im Oktober 1935 und im Februar 1936, als die Arbeit überall niedergelegt und alle öffentlichen Betriebe, die sich völlig in arabischen