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Palästina · 1937-01-01 · Heft 1 (Januar 1937) · p. Seite 25

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 1 (Januar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-01-01
Page
Seite 25 (sequence 11)
Language
German
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Nachdem Herr Berligne im Laufe seiner Aussagen vor der Kommission ein Gesuch um einen größeren Regierungszuschuß zum Budget für jüdische Erziehung unterbreitet hatte, erwiderte er auf Sir L. Hammonds Einwand, daß die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit große Ausgaben erfordere, daß derartige Ausgaben das wachsende Erziehungsbudget nicht beeinträchtigen sollten. Er wies auf den großen Überschuß der Palästinaregierung hin, der ein Beweis dafür sei, daß mehr Geld ausgegeben werden könnte. Lor<3 Peel machte jedoch darauf aufmerksam, daß diese Überschüsse ausschließlich zur Verwendung für besondere Zwecke vorbehalten seien. Herr Lucia erklärte auf Professor Couptands Frage, was in jüdischen Schulen zur Förderung der arabisch-jüdischen Verständigung getan werde, daß in jüdischen Schulen die arabische Sprache gelehrt und die Schüler zum Studium derselben angeregt werden: außerdem versuche man auch, mit Hilfe von Vorträgen bei jüdischen Kindern eine bessere Verständigung zu fördern. Herr Lizria fügte hinzu, daß die Lehrer an jüdischen Schulen keine Spuren von Feindseligkeit den Arabern gegenüber bemerkten und daß sogar von den Juden aus Austauschbesuche von arabischen und jüdischen Schulkindern angeregt wurden; diese Anregung sei auch schon vor den Unruhen — wenn auch in geringem Umfange — in die Praxis umgesetzt werden. Die nächsten Zeugen waren Miß Henrietta Szold, Dr. Katznelson und Dr. Kliegler, deren Aussagen sich auf den Gesundheits- und Wohlfahrtsdienst bezogen. Miß Szold gab einen Überblick über die Arbeit, die mit Hilfe von jüdischen, aus dem Ausland kommenden Geldern geleistet wurde, wobei sie darauf hinwies, daß diese Gelder jetzt durch andere Kanäle geleitet würden. Zum Schluß ihrer Ausführungen plädierte sie für eine Änderung in der Haltung der Regierung bezüglich des jüdischen Erziehungswesens und Gesundheitsdienstes, die von der Regierung als öffentliche Dienste anerkannt werden müßten. Sir L. Hammond wies darauf auf das alte Prinzip hin, daß die Verteilung der Ausgaben entsprechend den Bedürfnissen der verschiedenen Bevölkerungsteile erfolgen müßte, worauf Miß Szold einwandte, daß sich unter den Juden ein ebenso hoher Prozentsatz an Bedürftigen befände wie unter den Arabern, wenn man den verschiedenen Lebensstandard in Betracht zieht. Dr. Katznelson hob hervor, daß man von den Juden unmöglich erwarten könnte, daß sie sich mit einer Arbeitsteilung einverstanden erklären, derzufolge sie die Steuern zahlen und die Araber den Nutzen davon haben. Beschäftigung von Juden bei Regierungsarbeiten. Am 29. Dezember erschien M. Shertok als Zeuge, der von B. Meerewitsch begleitet war. Shertok unterbreitete die seit Jahren bestehende Beschwerde der Juden wiegen der ungenügenden Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten. Er führte aus, daß dank der jüdischen Aufbautätigkeit die Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Regierung unaufhörlich im Wachsen begriffen seien; so hätten Juden 65% der Einkünfte der Eisenbahn und 7C% derjenigen der Zollbehörden beigetragen. Ferner handle es sich bei der Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten um eine Frage des Bürgerrechts; als Vollbürger Palästinas betrachten es die Juden als ihr Recht, alle Berufe auszuüben, insbesondere da die Verwandlung der sozialen Struktur ein Ergebnis ihrer Aufbauarbeit sei; hierin unterscheide sich die Stellung der Juden in Palästina von derjenigen in der Diaspora, wo sie nur dem Namen nach als Bürger galten, während ihnen bestimmte Berufe verschlossen waren. Als wichtiges Argument zugunsten der Erhöhung des jüdischen Anteils an Regierungsdiensten führte Shertok die Notwendigkeit an, die öffentlichen Dienste gegen Störung im Falle von Unruhen dadurch zu schützen, daß sie nicht nur mit Mitgliedern eines Bevölkerungsteils besetzt werden.

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