Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Am 23. Dezember hielt die Königliche Kommission zwei geschlossene Sitzungen abf in denen Dr. Weizmann seine Aussagen abschloß. Seine Vernehmung unter Ausschluß der Öffentlichkeit hat insgesamt zehn Stunden gedauert. Aussagen der Vertreter des Waad Leumi. Am 28. Dezember erschienen vor der Königlichen Kommission die Herren Ben Zwi, Elmalieh, die Rabbiner Ostrowsky, Frank und Levy sowie Dr. Eliash als Rechtsberater als Vertreter des Waad Leumi. Raw Levy verlas namens des Oberrabbinats ein in hebräischer Sprache abgefaßtes Begrüßungsschreiben an die Kommission, in der der sehnliche Wunsch zum Ausdruck gebracht wird, daß innerhalb der Bevölkerung Palästinas Frieden herrschen möge. Lord Peel bemerkte lächelnd, daß Königliche Kommissionen gewiß nur selten willkommen geheißen werden. Raw Frank erklärte, daß die jüdische Religion sämtliche jüdischen Gruppen vereinige; was die Agudah Israel vom Waad Leumi unterscheide, seien die Grenzen ihrer Toleranz. Das Nationale Heim sei ein einheitlicher Begriff. Er bat um die Bestätigung der von den Stadtverwaltungen erlassenen Sabbathbestimmungen. Ben Zwi setzte auseinander, daß der Waad Leumi 9C% der jüdischen Bevölkerung einschließe, daß aber auch den übrigen 10% die Einrichtungen des Waad Leumi zugute kämen. Er erklärte die Organisation der Knesseth Israel. Auf die Frage Lord Peels, ob es sich dabei um eine Art von Parlament mit allen seinen Kennzeichen, einschließlich des Frauenwahlrechts, handle, antwortete der Zeuge, daß dies tatsächlich der Fall sei. Von Professor Coupland befragt, erklärte Ben Zwi, daß die leitende Körperschaft des Waad Leumi eine Koalition sämtlicher Parteien mit Ausnahme der Revisionisten, die dauernd Opposition machen, bilde. Dr. Eliash brachte den Wunsch des Waad Leumi vor, daß die rabbinischen Gerichte von der Regierung auf dieselbe Weise finanziell unterstützt werden mögen wie die mohammedanischen religiösen, sogenannte Shariah-Gerichte. Die Juden entrichten doppelte Steuern, und zwar an die Regierung — wodurch sie zur Unterstützung der moslemischen Gerichte beitragen — und an den Waad Leumi zwecks Aufrechterhaltung ihrer eigenen Gerichte. Sir H. Rumbold bezog sich auf die Denkschrift des Waad Leumi, in der erklärt wurde, daß Schritte unternommen würden, um einen Aufruf an die Araber zu richten, und fragte, was in dieser Richtung geschehen sei. Ben Zun wies auf eine Reihe von Broschüren und Erklärungen in arabischer Sprache, die verteilt worden seien, jedoch zu keinem Ergebnis geführt hätten. Elmalieh erklärte namens der sephardischen Gemeinde, die über 100.000 Mitglieder zählt, daß sich dieser Teil der jüdischen Bevölkerung als integralen Teil der Knesseth Israel betrachte und sich mit der Stellungnahme der Jewish Agency und des Waad Leumi vorbehaltslos identisch erkläre. Auf Grund der Erfahrung, die sie im Laufe ihrer auf Generationen zurückgehenden Kenntnis Palästinas gesammelt hätten, seien die Sephardim zur Überzeugung gelangt, daß die einzige Lösung der Judenfrage im Zionismus liege. Die Herren Berligne und Luria, die ebenfalls als Zeugen erschienen waren, unterbreiteten die jüdische Forderung nach einem größeren Anteil am Erziehungsbudget der Regierung; gegenwärtig betrage der jüdische Anteil bloß 5% des Gesamtbudgets der Regierung für Erziehungszwecke. Sir L. Hammond wies darauf hin, daß sehr große Beträge für öffentliche Sicherheit ausgegeben werden müssen; die Unruhen von 1929 haben nach seiner Schätzung 750.000 Pfund, die von 1936 etwa 2,250.000 Pfund gekostet.