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Palästina · 1937-01-01 · Heft 1 (Januar 1937) · p. Seite 23

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 1 (Januar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-01-01
Page
Seite 23 (sequence 9)
Language
German
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Durch Gewährung von Hilfe an die jüdische Industrie würde der arabischen Wirtschaft kein Schaden erwachsen. Als Beispiel für die übertriebene Vorsicht der Regierung, die sich im Unglauben an die Fortsetzung der Entwicklung und die Weigerung, dafür Vorsorge zu treffen, äußere, erwähnte der Zeuge die Tatsache, daß Hunderte von Anmeldungen für Telephonapparate seit anderthalb Jahren auf Erledigung warten. Er erklärte, daß etwas am gegenwärtigen System grundfalsch sein müsse. Herr M. Shertok sprach mehrere Stunden in geschlossener Sitzung über die öffentliche Sicherheit. Dann wurden der Distrikstkommissär für Jerusalem, Campbell, sowie der anglikanische Bischof Dr. Graham Brown und Dr. Weizmann in geschlossener Sitzung vernommen. Die Agudah vor der Kommission. Als Vertreter der Agudah Israel erschienen Oberrabbiner Duschinsky, begleitet von den Rabbinern Blau und Breuer, und der Vertreter der Arbeiterorganisation der Agudah, Stein. Sämtliche Zeugen machten ihre Aussage in hebräischer Sprache, so daß zum ersten Male seit Beginn der Vernehmungen die Dienste eines Übersetzers erforderlich waren. Raw Duschinsky erklärte, daß Millionen von torahtreuen Juden den Himmel anflehen, daß die Kommission die Wahrheit und die Gerechtigkeit erkennen möge. Die Juden kommen nicht als Fremdlinge ins Land, denn die Torah habe ihnen Rechte auf Palästina verliehen, die ihnen nicht weggenommen werden können; die Ausübung dieser Rechte schließe jedoch die zwangsweise Besetzung und die Beherrschung anderer aus. Raw Duschinsky richtete einen dringenden Appell an die Kommission, die Einwanderung nicht einzuschränken. Lord Peel fragte, ob dabei zwischen gesetzestreuen und nichtreligiösen Juden unterschieden werden soll, worauf Raw Duschinsky antwortete, daß seine Bitte alle Juden einschließe. Raw Blau forderte die Anerkennung der Agudah als Körperschaft mit gleichen Rechten wie der Waad Leumi. Er erklärte den Unterschied zwischen letzterem und der Agudah, der hauptsächlich darin bestehe, daß der Waad Leumi eine weltlich eingestellte nationale Körperschaft, die Agudah dagegen auf Religion begründet sei. Die Anhänger der Agudah bilden ein Fünftel der gesamten jüdischen Bevölkerung. Auf die Frage Prof. Couplands, weshalb die vom Waad Leumi und vom Misrachi erhaltenen Schulen die Agudah nicht befriedigten, erklärte Raw Breuer, daß der Misrachi zionistisch sei, während die Agudah dem Zionismus ablehnend gegenüberstehe. Die Frage Sir H. Rumbolds, ob die Agudah den Frauen Stimmrecht gewähre, beantwortete Raw Breuer verneinend. Lord Peel erkundigte sich, worin eigentlich der Unterschied zwischen den Grundsätzen der Zionisten und der Agudah bestehe. Raw Breuer sagte, daß der Zionismus das Primat der Torah im Leben des Volkes der Torah nicht anerkenne; es sei undenkbar, daß dieses Volk ohne die Autorität der Torah leben solle. Sir L. Hammond stellte die Frage, ob die agudistischen Rabbiner von der illegalen Einwanderung mittels fiktiver Ehen wissen. Raw Blau erklärte, daß die Rabbiner gegen solche Ehen seien und ihren Beistand verweigern. Der Vertreter der Arbeiter, Stein, forderte für seine Organisation einen Anteil an öffentlichen Arbeiten. Die Aussagen der Agudahvertreter über Arbeit und Einwanderung werden unter Ausschluß der Öffentlichkeit erfolgen. Die Vertreter des jüdischen Rechtsanwälteverbandes sagten unter Ausschluß der Öffentlichkeit über das Gerichtswesen aus. Dann wurde der neu ernannte Oberste Richter, H. H. Trusted, in geschlossener Sitzung vernommen.

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