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Palästina · 1937-01-01 · Heft 1 (Januar 1937) · p. Seite 22

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 1 (Januar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-01-01
Page
Seite 22 (sequence 8)
Language
German
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Die Zitrusindustrie. Herr 5. Tolkoivsky schickte seinen Aussagen voraus, daß er zwar im Namen der Juden spreche, jedoch die Sicherheit habe, daß seine Ansichten auch von den arabischen Pflanzern und Exporteuren geteilt werden. Er beschwerte sich über die mangelnde Unterstützung der Regierung bei der Behandlung der Fragen der Zufuhr und des Absatzes von Zitrus. Die Eisenbahn verfolge eine »Von~der-Hand~in-den-Mund«-Politik, anstatt einen Plan für die Zukunft auszuarbeiten; es bestehe ein vollständiger Mangel an Straßen auf dem flachen Lande und eine nur ungenügende Anzahl von Zufuhrstraßen. In diesem Zusammenhange erwähnte Herr Tolkowsky als besondere Beschwerde die Nichtfertigstellung der Straße Jaffa— Haifa. Die Ernte des Jahres 1936 schätzte der Zeuge auf 9 Millionen Kisten: diese Zahl würde sich in den nächsten Jahren auf 22 Millionen Kisten im Jahre erhöhen. In der Frage der Häfen wies Herr Tolkoivsky auf die Notwendigkeit hin, für bessere Verschiffungsmöglichkeiten in dem Gebiete Jaffa—-Tel Aviv, das zwei Drittel der Zitrusernte produziert, zu sorgen und schlug die Schaffung eines Leichterhafens in Tel Aviv vor und späterhin die eines Tiefwasserhafens für Jaffa und Tel Aviv, der die Leichterhäfen beider Städte vereinigen würde. Auf diese Weise wäre das Problem jüdisch-arabischer Zusammenarbeit im Hafen gelöst und die Sicherheit der Juden gewährleistet. In dieser Saison würde Tel Aviv eine Million Kisten verladen. Herr Tolkoivsky skizzierte einen Plan, wonach der gemeinsame Hafen Jaffa—Tel Aviv zusammen mit Haifa in der Lage wäre, die im Jahre 1940 zu erwartende Ernte von 22 Millionen Kisten zu verladen. Die Palästinawirtscha£t. Herr 5. Hoofien sprach über die Fragen der Wirtschaft und begann mit der Feststellung, daß die arabische und die jüdische Wirtschaft unzertrennbar verbunden seien, daß die arabische Landwirtschaft von der jüdischen städtischen Wirtschaft abhängig sei und daß die beiderseitigen Interessen in bedeutendem Maße parallel liefen. Herr Hoofien erklärte, daß die in der Landwirtschaft dauernd beschäftigten Juden 14% der jüdischen Gesamtbevölkerung ausmachen. Die Juden seien bemüht, diesen Prozentsatz zu erhöhen, und zwar nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus nationalidealistischen Gründen. Die ungünstige Handelsbilanz sei durch die Zahlungsbilanz wettgemacht, die dank unsichtbarer Faktoren, das heißt dem Zufluß von Kapital, als eine durchaus gesunde Erscheinung bezeichnet werden könne. Der Zeuge unterbreitete eine Denkschrift, aus der das Wachstum der Industrie sowie die Entwicklung der jüdischen Wirtschaft im allgemeinen ersichtlich ist. Die Aussagen des Herrn Hoofien wurden durch Antworten auf die von den Kommissionsmitgliedern gestellten Fragen ergänzt, wobei er von den Herren Joseph Schapiro (von der Palestine Electric Corporation) und David Horoivitz (vom Wirtschaftsinstitut der Jewish Agency) unterstützt wurde. Das Kommissionsmitglied Pro/. Coupland resümierte die Mitteilungen Hoofiens wie folgt: »Die wirtschaftliche Absorptionsfähigkeit des Landes ist dehnbar und vergrößert sich im Schritt mit der industriellen Entwicklung.« Herr Hoofien forderte Regierungsunterstützung für die Industrie und unterstrich wiederum, daß die arabischen Bauern für den Absatz ihrer Produkte auf die jüdische städtische Wirtschaft angewiesen seien. Er verlangte Schutzzölle unter Hinweis darauf, daß der in Palästina erhobene Höchstzoll für irgendeine bestimmte Warengattung noch immer niedriger sei als die in anderen Ländern bestehenden Zölle für dieselben Waren.

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