Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Hexter beschäftigte sich ferner mit den Ameliorationsarbeiten, die von den Juden durchgeführt worden sind, wobei er sich darüber beklagte, daß die Regierung sehr wenig in dieser Richtung geleistet habe. Für die Bekämpfung der Malaria allein habe das Joint Distribution Committee zusammen mit den Herren Felix Warburg und Bernard Flexner 1,290.000 Dollar ausgegeben. Er legte der Kommission Karten vor, aus denen hervorgeht, daß Juden 420.000 Pfund für Trockenlegung und Urbarmachung von 575.000 Dunam ausgegeben haben. Zur Frage von Huleh gab Dr. Hexter der Befriedigung der Jewish Agency über die Übertragung der Konzession an die Juden Ausdruck. Er bemerkte, daß die Juden nicht nur Klagen vorbringen, sondern auch das, was für sie getan wird, zu schätzen wissen. Der Vorsitzende Lord Peel warf ein, daß die Kommission nur für die Beschwerden Interesse habe. Dr. Hexter fragte, ob denn die Kommission nicht gern auch Gutes über die Regierung vernehmen möchte, worauf Lord Peel entgegnete, daß ihr dies ziemlich gleichgültig sei. Dr. Hexter bewies auf Grund von Ziffern, daß die Behauptung, die Trockenlegung der Hulehsümpfe würde arabische Fischerleute ihrer Existenz berauben, nicht stichhältig sei, denn es handle sich nur um 14 Fischerfamilien, für die gut gesorgt worden sei. Was die Entdeckung neuer Wasserquellen betrifft, so bestehen in Palästina zwanzig jüdische Körperschaften mit insgesamt 59 Bohrmaschinen; 473 Bohrversuche seien unternommen worden, von denen 396 erfolgreich waren. Die jüdischen Körperschaften haben auch 40 Bohrversuche im Auftrage von arabischen Klienten unternommen. Es sei gelungen, an Orten, wo man niemals Wasser vermutet hatte, Quellen zu finden; dadurch sei die Möglichkeit geschaffen worden, 300.000 Dunam zu bewässern, und es gäbe noch weite Bodenkomplexe, die bewässert werden könnten. In diesem Zusammenhange erwähnte der Zeuge ein Gesetzprojekt über Bewässerung und bemerkte, daß die Regierung sich bemühen sollte, die Entwicklung auf diesem Gebiete zu fördern anstatt sie zu unterbinden. Im Bezirke Beerscheba gäbe es Gebiete, deren Boden besser sei als im Norden Palästinas; in manchen bestehen gute Aussichten auf Wasserfunde. Die Jewish Agency hoffe auf die Mithilfe der Regierung bei der Entdeckung von Wasserquellen. Zum Schluß ersuchte Dr. Hexter die Regierung, die Frage der Ansprüche auf gewisse Böden zu regeln, um zur Besiedlung zu schreiten. Bodengesetzgebung. Rechtsanwalt S. Horoivitz erschien als Zeuge der Jewish Agency vor der Kommission und referierte über Bodengesetzgebung. Er erklärte, daß die Regierung das im Mandat vorgesehene neue Bodensystem nicht eingeführt habe; die Besitzer seien genötigt, überaus hohe Registrationsgebühren zu zahlen, ohne dafür die Sicherheit zu bekommen, daß ihr Eigentumsanspruch unbestreitbar feststehe. Es stehe den Besitzern nicht frei, Unbefugte von ihrem Boden zu vertreiben; trotz Eigentumsurkunde seien sie gezwungen, ihr Vorgangsrecht durch lange Prozeßführung zu beweisen. Die Gerichte arbeiten überaus langsam. Ist der Anspruch des Besitzers einmal erwiesen, so erscheinen neue Unbefugte, so daß die ganze Prozedur wieder von vorne beginnen müsse. Lord Peel fragte, wie diesem Zustande abzuhelfen sei, und Herr Horowitz regte an, daß das in England geltende Gesetz, wonach die Polizei den rechtmäßigen Eigentümern zu Hilfe kommt, auch in Palästina angewandt werde. Herr Horowitz kritisierte die Bauernschutzverordnung. Diese enthalte weder eine klare Definierung der Lage des Pächters, noch eine Festlegung seiner Verpflichtung, einen Pachtzins an den Grundbesitzer abzuführen, trotzdem letzterer gezwungen werde,