Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 3)
- Language
- German
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Bearbeitung kleinerer Bodenflächen gefördert werden sollte. Zum Schluß sagte Doktor Ruppin, daß die Araber einen Überschuß an Land haben, ohne Mittel zu dessen Entwicklung, so daß die Lösung ganz einfach sei. Sir L. Hammond verlangte Aufklärung über die Nichtbeschäftigung von Arabern auf Keren-Kajemeth-Böden. Dr. M. Hexter erklärte die Zusammenhänge und die Bedeutung des Beschlusses von 1908 über den nationalen Boden zur Ausbildung und Ansiedlung von jüdischen Landwirten und fügte hinzu, daß die Ansiedlung auf KKL- Boden nach dem Grundsatz der Eigenarbeit erfolge, so daß auch die Zahl der jüdischen Lohnarbeiter ganz minimal sei. Dr. Hexter erklärte, daß die Juden bereit seien, Araber zu beschäftigen, unter der Bedingung, daß der arabische Arbeitsmarkt auch den Juden in bezug auf Lohnbedingungen usw. freistehen müsse. Dr. Ruppin gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung die Initiative ergreifen werde anstatt, wie bisher, nur die von Juden vorgelegten Pläne zu erwägen. Als Beispiel führte er die Entwicklungsmöglichkeiten der Berglandschaft an; die erfolgreiche Siedlung Kirjath Anawim, die die Kommissionsmitglieder besucht haben, sei früher bloß ein unfruchtbarer Bergabhang gewesen. Daß die Araber aus dem jüdischen Aufbauwerk Vorteile ziehen, sei schon daraus ersichtlich, daß ihre Geburten im Jahre 1935 einen Überschuß von 25.000 über die Todesfälle aufwiesen. Wäre die Untersuchung Sir John Hope Simpsons im gegenwärtigen Zeitpunkte nach Entdeckung zahlreicher Wasserquellen erfolgt, so wäre er zu ganz anderen Schlüssen gelangt. Die Bodenfrage. Dr. M. B. Hexter, nichtzionistisches Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, schickte seinen Ausführungen voraus, daß er nicht den Wunsch hege, die Leistungen der Regierung zu unterschätzen, jedoch nicht umhin könne, festzustellen, daß die Jewish Agency mit der Regierung in der Definierung von anbaufähigem Boden nicht übereinstimme. So habe die Regierung bei der Schätzung der anbaufähigen Bodenfläche Palästinas zahlreiche Bodenarten, wie Sümpfe, Waldungen, Felsen, Sanddünen, nicht berücksichtigt, was ungerecht, unvernünftig und unzweckmäßig sei. Huleh und andere Sümpfe würden nach Trockenlegung in anbaufähigen Boden verwandelt werden: es habe Fälle von der Umwandlung von Wäldern in Pflanzungen gegeben sowie von Sandboden, auf dem jetzt erfolgreich Obstbau betrieben werde. Dr. Hexter übte Kritik an der Praxis der Regierung, die Bewässerbarkeit von Böden außer Acht zu lassen, wichtige Faktoren zu ignorieren und keinen Unterschied zwischen Bodenqualität und Produktivität zu machen; die von ihr angewandte Vermessungsmethode habe zur Folge, daß fast die gesamte Bodenfläche, die noch nicht bebaut ist, einfach fortgelassen werde. Die Anbaufähigkeit lasse sich nur auf Grund genauer Bodenanalysen und der Berücksichtigung von Kapital, technischem Wissen, Fleiß und Absatzmöglichkeiten feststellen. In der Frage der Staatsländereien stellte Dr. Hexter fest, daß seit dem Jahre 1920 nur 3850 Dunam anbaufähigen Bodens (in dem von der Regierung gebrauchten Sinne des Wortes) an Juden verpachtet worden sind. Er regte an, die Jewish Agency in die Lage zu versetzen, mit der Regierung bei der Feststellung von Staatsländereien, die zur Verfügung stehen und an Juden verpachtet werden können, zusammenzuarbeiten: in diesem Zusammenhange bezog sich der Zeuge auf die Vorstellungen, die seinerzeit von den Herren Dr. Weizmann und Shertok an den Oberkommissär gemacht worden sind. Er erklärte, daß etwa 400.000 Dunam Staatsböden für Juden verfügbar gemacht werden könnten.