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Palästina · 1936-12-01 · Heft 12 (Dezember 1936) · p. Seite 630

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 12 (Dezember 1936)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1936-12-01
Page
Seite 630 (sequence 18)
Language
German
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hervor, daß es sich hier um eine schwerwiegende Frage handle, die eine klare Antwort erfordere. Herr Shertok führte in seiner Antwort aus, daß die Jewish Agency durch die Palästinaämter im Auslande Warnungen gegen illegale Einwanderung erlassen habe, worauf Lord Peel die Bemerkung einwarf, daß die Jewish Agency keinerlei Maßnahmen ergreife, um derartige Verstöße gegen das Gesetz zu verhindern. Herr Shertok erwiderte, daß die Regierung niemals darauf verfallen sei, sich an die Jewish Agency um Unterstützung in dieser Richtung zu wenden. Die Agency habe verschiedentlich über diese Präge mit der Regierung verhandelt, die für die Lage volles Verständnis gezeigt habe. Herr Shertok legte besonderes Gewicht auf die menschliche Seite dieses Problems; er wies -darauf hin, daß diese Menschen, obwohl sie ihren Lebensunterhalt gewinnen konnten, sich in einer vom juridischen Standpunkt aus unhaltbaren Lage befänden und stark unter der Trennung von ihren Familien litten. Er unterstrich, daß er keineswegs eine Rechtfertigung der illegalen Einwanderung beabsichtige, sondern lediglich klar machen wolle, daß es für Juden ganz undenkbar sei, Informationen zu geben, die zur Landesverweisung dieser bedrängten Menschen führen würden. Lord Peel und Sir L. Hammond waren offensichtlich von dieser Antwort nicht befriedigt. Lord Peel wies darauf hin, daß es die erste Pflicht eines Bürgers sei, die .Regierung in der Ausübung des Gesetzes zu unterstützen. Herr Shertok hob darauf das .stark ausgeprägte Solidaritätsgefühl der palästinensischen Juden mit den Juden anderer Länder, wie Polen, hin, die Palästina als ihre Heimat betrachten. Lord Peel dagegen wies nochmals auf die Sonderstellung hin, die die Jewish Agency unter dem Mandat einnimmt, undebestand auf einer definitiven Antwort, ob die Jewish Agency die Regierung bei der Festnahme von Rechtsverletzern unterstütze. In seiner Antwort erklärte Herr Shertok/ daß dies unter den obwaltenden Umständen nicht in Frage kommen könne, und wandte sich an Lord Peel mit den Worten: »Darf ich Sie bitten, sich in unsere Lage zu versetzen?«, was Lord Peel lächelnd bejahte mit der Bemerkung, es stehe Herrn Shertok frei zu sagen, was er wünsche. Auf verschiedene Fragen bezüglich Einwanderung von Ehefrauen und den hohen Prozentsatz von Scheidungen, gab Shertok zu, daß der Prozentsatz hoch sei, betonte jedoch, daß die Jewish Agency die schärfsten Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Tatsache ergreife. Sir H. Rumbold fragte dann, wie hoch die Zahl der illegalen Einwanderer sei, außer solchen Touristen, die ohne Erlaubnis im Lande bleiben und später als Einwanderer eingetragen werden. Shertok gab an, daß es im Laufe einer Anzahl von Jahren einige Tausende solcher Personen gegeben habe, könnte jedoch keine genauen Zahlen -anführen. Der Hechaluz. In der Sitzung vom 1. Dezember schilderte Herr M. Shertok die Tätigkeit des internationalen Hechaluz. Er sagte aus, daß diese Organisation, welche 250.000 Mitglieder zählt, 365 Hachschara-Punkte in 24 Ländern unterhält, in denen 24.000 junge Menschen körperlich und geistig für ihr künftiges Arbeitsleben in Palästina vorbereitet werden. In Rußland ist Hechaluz verboten, weil seine Tätigkeit von der russischen Regierung als kontrarevolutionär angeeshen wird. Herr Shertok erklärte ferner, daß die meisten Hachscharapunkte sich selbst erhalten, ■daß die Agency aber jährlich für die Aufrechterhaltung der Hachschara 10.000 £ beisteuere. Er wies insbesondere auf die Ausbildung von Hafenarbeitern in -den Häfen .^on Gdynia, Riga und Alexandria, sowie auf die Ausbildung von Mitgliedern des

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