Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 629 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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als Beispiel führte Herr Shertok an, daß die Araber ihren Besitz an Zitruspflanzungen in beträchtlichem Maße vergrößert hätten, und zwar mit den Geldern, die sie als Verkaufspreis für einen Teil ihres Bodens, der in jüdischen Besitz übergegangen ist, erhalten hatten. Auf diese Weise seien zahlreiche neue Arbeitsplätze für Araber geschaffen worden. ', Die jüdische Arbeiterbewegung, führte Herr Shertok weiter aus, sei nicht nur daran interessiert, den Lebensstandard nicht unter ein bestimmtes Niveau sinken zu lassen, sondern betrachte es als ihre lebenswichtige Aufgabe, Möglichkeiten für neue Einwanderer zu schaffen. Die jüdischen Industriellen seien sich auch darüber klar, daß sie ohne jüdische Arbeiter den Bedürfnissen des Marktes nicht genügen könnten. Die Beschäftigung jüdischer Arbeiter sei eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Landes, die indirekt auch den Arabern zugute komme. Falls nur Araber beschäftigt würden, so würde der Fortschritt aufhören und mit ihm auch die Vorteile, die die Araber jetzt genießen. Sodann behandelte Herr Shertok den Unterschied, der zwischen den Schätzungen der Jewish Agency und den von der Regierung jeweils bewilligten Zertifikaten besteht, die den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes keineswegs entsprochen haben. Die Regierung habe selbst die Schwierigkeit der Beschaffung jüdischer Arbeiter für Straßenbau anerkannt; eine ganze Reihe von Straßenbauplänen der Agency mußte infolge Mangels an Arbeitern zurückgestellt werden. Die allzu konservativen Schätzungen der Aufnahmefähigkeit Palästinas seitens der Regierung übe eine schädliche Wirkung auf die Wirtschaft aus. Der Mangel an Arbeitskräften — eine Folge der ungenügenden Zahl von Zertifikaten — habe zur Flucht aus der Landwirtschaft nach den Städten geführt. Auch die arabische Wirtschaft leide darunter. In Beantwortung einer Frage von Lord Peel erklärte Herr Shertok, daß er diese Tatsachen nicht angeführt habe, um sich namens der Jewish Agency zu beschweren, sondern um Kritik zu üben: Er beabsichtige nicht, eine Änderung der Art und Weise der Erteilung der Schedule vorzuschlagen, möchte aber an die Königliche Kommission die Bitte richten, die er bereits an den Hochkommissär gerichtet habe, nämlich, daß den Schätzungen der Agency mehr Vertrauen entgegengebracht werden möge. Die illegale Einwanderung« Der nächste Punkt, mit dem sich Herr Shertok beschäftigte, wTar die illegale Einwanderung. Er erklärte, daß die Jewish Agency diese Art von Einwanderung nie gebilligt, sondern im Gegenteil stets verurteilt habe; sie habe alles getan, was in ihrer Macht gelegen war, um davor zu warnen. Gleichzeitig aber müsse die Agency das Bestehen objektiver Gründe für diese unglückliche Erscheinung anerkennen. Sie wisse, daß die illegalen Einwanderer nicht aus purer Freude an der Umgehung des Gesetzes,, sondern infolge Arbeitermangels und der Aussicht auf Erlösung aus bitterer Armut ins Land kommen. Trotz ununterbrochenem Einströmens von Arabern und der jüdischen Touristen, die illegal im Lande verbleiben, sei der Arbeitsmarkt nicht überfüllt, was ein klarer Beweis dafür sei, daß die Schedulen die Aufnahmefähigkeit Palästinas nicht erschöpfen. Lord Peel drängte im weiteren Verlauf der Vernehmung auf eine definitive Antwort in dieser Frage; er erklärte, es habe den Anschein, als ob die Jewish Agency, eine wichtige offizielle Organisation, die unter den Bedingungen des Mandats eine besondere Stellung einnehme und der die Pflicht obliege, die Regierung zu unterstützen und mit ihr zusammenzuarbeiten, die illegale Einwanderung rechtfertige, indem sie die Polizei in der Anwendung des Gesetzes gegen illegale Einwanderer nicht unterstütze. Er hob