Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 628 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Ausdrucke der Hoffnung, daß die Königliche Kommission eine gerechte Lösung der Probleme des Landes finden werde. In der öffentlichen Sitzung vom 30. November erklärte Herr Moscheh Shevtok die Arbeitsweise der verschiedenen Departements der Agency und machte dann die fogende allgemeine Feststellung: »Wir betrachten die Schedule als die Quelle, die den Zufluß jüdischer Arbeiter für jüdische Entwicklungstätigkeit in Palästina sichert. Die Juden sind in Palästina kraft Rechtens, die natürliche Folge davon ist, daß sie auf Beschäftigung in jedem Arbeitszweig Anrecht haben müssen. Die Rückkehr nach Palästina bedeutet gleichzeitig die Rückkehr zur Landwirtschaft und zur manuellen Arbeit. Was für Andere eine selbstverständliche Bedingung ist, muß von uns erst durch zielbewußte Bemühung erkämpft werden. Die Gewährung jeder einzelnen Schedule bildet ein Ereignis im jüdischen Leben, das Aufmerksamkeit erregt und Leidenschaften entfacht; nichtsdestoweniger wird die jeweilige Schätzung der Absorptionsmöglichkeiten des Landes leidenschaftslos und kühl vorgenommen.« Herr Shertok schilderte die Weise, in der die Jewish Agency zwecks Feststellung der Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ihre halbjährlichen Zählungen der Landwirtschaft, der Industrie und der Bautätigkeit vornimmt. Die Agency besitzt eine vollständige Karthothek sämtlicher in den Zitruspflanzungen beschäftigten Juden. Eine Anzahl sachverständiger Beamten, die von der Agency angestellt sind, macht die notwendigen Erhebungen mit tatkräftiger Unterstützung des Landwirteverbandes, des Industriellenverbandes und der Histadruth, und stellt die auf diese Weise erhaltenen Informationen zusammen, um im Endergebnis die Anzahl der in jedem Arbeitszweig vorhandenen Arbeitsplätze festzustellen. Herr Shertok erklärte, daß die Jewish Agency bei ihren Schätzungen den den Juden gebührenden Anteil an Arbeitsplätzen bei öffentlichen Arbeiten berücksichtige, daß aber die Regierung dieses Anrecht der Juden scheinbar ignoriere, ohne die. Reduzierung der von der Agency angegebenen Ziffern zu begründen. Lord Peel bemerkte hierzu, daß Regierungen nur selten ihre Handlungen voll begründen, worauf Herr Shertok unter allgemeinem Gelächter erwiderte: »Besonders die Palästina-Regierung!« Die Jewish Agency habe die Regierung wiederholt auf die Dringlichkeit der Gewährung von Zertifikaten angesichts der großen Not der jüdischen Massen hingewiesen, ohne jedoch eine Erhöhung der Zertifikatenzahl durchzusetzen. Herr Shertok bemerkte, daß er sich erlauben möchte, die Regierung darauf aufmerksam zu machen, daß es sich hierbei nicht nur um eine rein wirtschaftliche Frage handle, sondern daß das Schicksal zahlreicher Menschen auf' dem Spiel stehe, denen zu helfen die Regierung laut dem Mandat verpflichtet sei. Herr Shertok behandelte sodann die Frage der angeblichen Arbeitslosigkeit unter den Arabern. Er stellte fest, daß es keine arabische Arbeitslosigkeit gebe, was aus der Tatsache ersichtlich sei, daß große Massen von Arabern aus den Nachbarländern nach Palästina strömen; er führte eine arabische Zeitung an, in der erklärt worden sei, daß Hauraner benötigt werden, um die vorhandenen Arbeitsplätze in Palästina auszufüllen. An dieser Stelle wurde Herr Shertok vom Vorsitzenden Lord Peel mit der Bemerkung unterbrochen, daß diese Tatsachen von den Arabern vorgebracht werden müssen, wenn sie vor der Kommission erscheinen. Diese Bemerkung Lord Peels wird als ein Ausdruck seiner Gewißheit ausgelegt, daß die Araber ihren Standpunkt vorbringen werden. Herr Shertok stellte weiter fest, daß der Zweck der jüdischen Tätigkeit nicht darin bestehe, die Araber zu verdrängen, sondern darin, etwas Neues zu schaffen. Die Araber profitieren sowohl direkt, indem sie bei Juden Beschäftigung finden, als auch indirekt;