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Palästina · 1936-12-01 · Heft 12 (Dezember 1936) · p. Seite 627

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 12 (Dezember 1936)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1936-12-01
Page
Seite 627 (sequence 15)
Language
German
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Dr. Weizmann behandelte dann verschiedene Fragen des Palästina-Aufbaues, das Problem der Kolonisation, der Einwanderung u. a. m. Er legte hierzu den jüdischen Standpunkt dar. Zur Frage der Einwanderung führte Dr. Weizmann aus, die Juden billigten das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit, aber dieses Prinzip müßte gerecht angewendet werden. Wenn ein Jude nach Palästina kommt, so soll er nicht das Tor zu seiner Heimat geschlossen finden. Er soll in das Land kommen können, wie ein Belgier etwa oder wie ein Engländer, der in seine früher besetzte Heimat zurückkehrt. Dr., Weizmann kritisierte die Aussagen, die der Vizedirektor des Boden-Departements, Bennett, und der Leiter des Bewässerungsdepartements der Palästina-Regierung, Douglas Andrews, gemacht haben. Er erklärte, es sei noch viel Land für eine Kolonisation verfügbar. In diesem Zusammenhang nannte Dr. Weizmann das Hule-Gebiet. Wenn die Juden den Grundsatz der Selbstarbeit befolgen, so geschehe dies, um sich nicht den Vorwurf zuzuziehen, sie seien Parasiten. In seinen weiteren Ausführungen erörterte Dr. Weizmann die Frage, was die Araber aus dem Weltkrieg heimgebracht haben. Für sie habe der Krieg mit einem günstigen Ergebnis geendigt, und zwar so günstig, wie für kein anderes Volk. Die Araber haben heute fünf Staaten. Wenn sie auch damit noch unzufrieden sind, dann muß man fragen, welches Volk und welcher Mensch dann überhaupt zufrieden sein kann. Eine wichtige Erklärung gab Dr. Weizmann über die Geltung der Balfour-Deklaration für Transjordanien ab. Vom Erlaß der Balfour-Deklaration im Jahre 1917 bis zum Jahre 1922, also ganze fünf Jahre, ist Transjordanien in die Balfour-Deklaration einbezogen gewesen. Das. ganze Land — Cisjordanien und Transjordanien — ist uns als das Land zugesichert worden, das für eine kompakte jüdische Kolonisation, für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Frage kommt. Und nur aus Gründen, die Sir Herbert Samuel allein bekannt sind, ist Transjordanien von Palästina abgetrennt worden. Wir sagen, so schloß Dr. Weizmann diesen Teil seiner Erklärung, daß die Königliche Kommission die vorhandenen Möglichkeiten für die kolonisatorische Weiterentwicklung Transjordaniens erwägen muß. Dr. Weizmann ging sodann auf die Bedeutung der Balfour-Deklaration für das jüdische Volk ein. Ihre Bedeutung liegt darin, so sagte er, daß das jüdische Volk die Deklaration als eine Magna Charta betrachtet. Ihr Sinn ist: Juda und das jüdische Volk sollen wieder aufgerichtet und erneuert werden. Manche, so fuhr Dr. Weizmann fort, behaupten, daß die 400.000 Dunam, die dem Keren Kajemeth jetzt gehören, schon genug seien. Weiteres Land sei für Juden nicht vorhanden. Ein einziges Landgut in Kanada oder in einem anderen Land ist aber viel größer als der ganze Bodenbesitz des Keren Kajemeth. Man hat mir gesagt, daß alle guten Böden des Landes sich schon in jüdischem Eigentum befinden, daß die Juden schon alle fruchtbaren Böden an sich gebracht haben. Ich sage aber: jetzt ist der Boden gut, er ist fruchtbar, seitdem er sich in jüdischen Händen befindet; früher ist er schlecht gewesen, genau so schlecht wie der Boden in anderen Teilen des Landes, genau so schlecht und genau so unfruchtbar. Im Jahre 1919 haben mir die Beamten der Palästina- Regierung gesagt, daß es keinen Boden mehr im Lande gebe, der nutzbar gemacht werden könne. Es sei nur unfruchtbarer Boden vorhanden. Aber Tel Aviv — und das wissen alle — ist auf solchem Sandboden gebaut worden. Im weiteren Verlaufe seiner Darlegungen verlangte Dr. Weizmann eine dynamische und aufbauende Politik der Regierung, die das Mandat dahin interpretieren solle, daß der jüdische Aufbau erleichtert werde. Er lehnte den Plan der Einführung eines Legislative Council für den gegenwärtigen Augenblick ab. Er schloß mit dem

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