Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 625 (sequence 13)
- Language
- German
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Emek Jesreel, daß der Bodenbesitz einer arabischen Familie durchschnittlich 300 Dunam ausgemacht habe; auf diese Weise habe es sich ergeben, daß die Zahl der verdrängten Araber viel kleiner war, als man erwartet hatte. Seit den Untersuchungen Sir John Simpsons sei viel arabisches Land in intensive Bearbeitung genommen worden, wodurch Arbeitsmöglichkeiten für eine große Anzahl von Arabern entstanden seien; diese Tatsache müsse als Widerlegung der Behauptung der Shaw Commission angesehen werden, derzufolge keine weiteren Juden angesiedelt werden können, ohne Araber zu verdrängen. Als Beispiel führte der Zeuge die Beduinen an, die jetzt auf Boden angesiedelt sind, welchen der Keren Kajemeth anstelle von Staatsländereien im Wadi Chawarith zur Verfügung gestellt hat, und die sämtlich als Lohnarbeiter auf benachbartem arabischen Boden oder in jüdischen Siedlungen beschäftigt werden. Aus den Aussagen der Regierungsbeamten geht hervor, daß der Ausdruck »anbaufähiges Land« von der Regierung im Sinne von »Boden, der mit den Mitteln des durchschnittlichen Bauern bestellt werden kann«, gebraucht wird, wobei an den Durchschnittsaraber gedacht wird. Eine weitere interessante Feststellung ist, daß Sanddünen von derselben Beschaffenheit wie die Dünen, auf denen Tel Aviv erbaut wurde, als nicht anbaufähig betrachtet werden. Einer der Zeugen erklärte, daß einige der 654 verdrängten arabischen Familien sich geweigert hätten, Boden im Bezirk Beisan anzunehmen, mit der Begründung, daß er ungesund sei; Mr. Andrews stellte fest, daß der in Frage stehende Boden in nächster Nähe von Beth Alfa, der erfolgreichsten Siedlung im Emek, gelegen ist. Es wurde mitgeteilt, daß die Juden sich bereit erklärt hätten, einen Vertreter als Beirat der für die Bodenentwicklung verantwortlichen Beamten zu ernennen, daß die Araber hingegen sich geweigert hätten, ihrerseits einen Vertreter namhaft zu machen. Die Sitzung der Königlichen Kommission vom 27. November, unter dem Vorsitz des Vizevorsitzenden Sir Horace Rumbold, war den Fragen der Landwirtschaft gewidmet. Mr. Dawe, Leiter des Landwirtschafts-Departements der Regierung, sagte aus, daß die Juden 153.000 Dunam Zitrus, die Araber 147.000 gepflanzt haben. Eine Familie benötige zu ihrem Lebensunterhalt 10 Dunam Zitruspflanzung oder 130 Dunam Getreideboden. Der Absatz der 25,000.000 Kisten, die die bereits bestehenden Pflanzungen hervorbringen, sei zwar nicht leicht, jedoch nicht unmöglich. Mr. Dawe unterstrich die Notwendigkeit einer Verbesserung der Absatzbedingungen, wobei er insbesondere auf die Frage der Einbeziehung Palästinas in die Reihe der Länder, die bevorzugte Behandlung innerhalb des Britischen Reiches genießen, hinwies. Eine beträchtliche Bodenfläche, die bisher noch für Zitrusbau ungenützt sei, eigne sich für diesen Zweck. Was Oliven anbetrifft, so seien 475.000 Dunam mit Olivenbäumen bepflanzt, und die Regierung habe Pläne zur Erweiterung dieses Zweiges der Landwirtschaft entworfen, die jedoch infolge der Unruhen noch nicht zur Durchführung gelangen konnten. Dann erörterte Mr. Dawe den Landwirtschaftsausschuß, dem, wie er angab, sowohl Juden als auch Araber und englische Regierungsbeamte angehörten, die alle in vollster Harmonie zusammenarbeiteten. Die Kommissionsmitglieder zeigten Interesse für die Anbaumöglichkeiten in Beer Scheba, vorausgesetzt, daß Wasser gefunden würde. Mister Dawe erklärte dazu, daß diese Möglichkeiten von der Menge des gefundenen Wassers und von der sorgfältig zu studierenden Bodenform abhängig seien. Erziehungswesen* Mr. H. E. Bowman, der Leiter des Erziehungsdepartements, wurde von Prof. Reginald Coupland verhört, der gründliche Sachkenntnis an den Tag legte und besonders betonte, wie wichtig es für die Entwicklung des Landes sei, daß die Mandatarmacht der Pflege der Erziehung Aufmerksamkeit zuwende; Prof. Coupland wies in diesem Zu-