Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1936-12-01 · Heft 12 (Dezember 1936) · p. Seite 622

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 12 (Dezember 1936)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1936-12-01
Page
Seite 622 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379939-2379952-2409712--23999-2409894
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sir M. Carter: Sie kümmern sich überhaupt nicht darum? Mr. Mills: Zahlenmäßig kümmere ich mich nicht darum. Ich erhalte jedoch ein Bild von dem Umfange der Einwanderungsbewegung. Sir M. Carter: Erhalten Sie vor der Genehmigung der Schedule auf ein halbes Jahr Anträge von Arbeitgebern und von der Jewish Agency? Mr. Mills: Ja. Lord Peel: Was die genannten Anträge betrifft, so scheint mir, daß Sie gesagt haben, Sie berieten sich mit verschiedenen Personen. Mr. Mills: Nein. Ich berate mich nur mit bestimmten Antragstellern oder mit Arbeitgebern, die Arbeiter anfordern. Sir M. Carter: Wenden sich neben der Jewish Agency private Arbeitgeber an Sie und liegen auch Anträge jüdischer Industrieller vor, die nicht durch Vermittlung der Jewish Agency eingingen? Mr. Mills: Ja. Aber im allgemeinen leite ich sie an die Jewish Agency weiter. Sir M. Carter: Wenn Sie die Anträge der Jewish Agency erhalten, beraten Sie sich mit ihr? Mr. Mills: Ja. Die Jewish Agency untersucht alle Arbeitszweige im Lande. Sir M. Carter und Sir H. Rumbold fragen sodann nach der technischen Seite der Aufteilung der Zertifikate, nach den Palästinaämtern in der Diaspora usw. Bei der Behandlung der Hachschara-Kibbuzim in der Diaspora fragt Sir H. Rumbold: »Sind die Hachschara-Punkte für Fachleute bestimmt?« Mr. Mills: Die Hachschara-Punkte legen das Hauptgewicht auf Landwirtschaft. Eis gibt jedoch auch Einrichtungen für andere Fachleute. Voriges Jahr habe ich selbst einige solcher Einrichtungen in Deutschland besucht. Sir H. Rumbold: Ist noch das Bestreben vorhanden, die Juden in der Landwirtschaft unterzubringen? Mr. Mills: Die Grundtendenz der zionistischen Bewegung geht dahin, Juden in der Landwirtschaft unterzubringen. Es ist jedoch unmöglich, irgendjemanden dazu zu zwingen. Wenn jemand nach Palästina kommt und bei einer anderen Tätigkeit einen höheren Lohn findet, geht er zu dieser Tätigkeit über. Sir H. Rumbold: Ist es also möglich, daß Personen, die in Polen landwirtschaftlich ausgebildet worden sind, wenn sie nach Palästina kommen, eine andere Tätigkeit ergreifen? Mr. Mills: Ja. Zum Schluß fragt Sir L. Hammbnd: Der Pflanzerverband hat seinerzeit einen Antrag auf Genehmigung einer Anzahl von Zertifikaten gestellt. Diese Zertifikate wurden probeweise genehmigt. Ist dieses Experiment gelungen? Mr. Mills: Wir untersuchen das jetzt. Es war dies ein völlig neuer Versuch. Lord Peel: Ich glaube, daß uns vorläufig diese Ihre Erklärungen genügen. Möglicherweise werden wir jedoch im Laufe der Untersuchung Ihre Hilfe noch brauchen. Wir danken Ihnen sehr für Ihre klaren Ausführungen. Nach der Aussage Mr. Mills' wird der Direktor des Gesundheitsdepartements der Palästinaregierung, Oberst Heron, vernommen, der auf die Fragen Lord Peels folgendes ausführte: »Der Gesamteindruck, den ich bei meiner Tätigkeit im Lande erhalten habe, geht dahin, daß die Araber von der medizinischen Hilfe der Regierung mehr Nutzen haben als die Juden, während die jüdischen medizinischen Einrichtungen durch ausländische Fonds oder einheimische Organisationen gespeist werden. Dabei ist die Hilfe, die die Regierung der Bevölkerung zu gewähren in der Lage ist, sehr begrenzt. Der Betrag, über den die Regierung für medizinische Hilfe für beide Teile

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.