Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 620 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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rungen der wirtschaftlichen Entwicklung eingetreten, die .von einem Auswanderungsprozeß begleitet gewesen seien. In der Zeit der letzten großen Krise in den Jahren 1925 bis 1927 hätten mindestens 30.000 Juden das Land verlassen. Ein zweiter Faktor sei die Tatsache, daß Palästina hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Autarkie auf der niedrigsten Stufe stehe, wie durch die Relation zwischen dem Export und Import an. Konsumartikeln bewiesen werde. Sir L. Hammond wandte sich der Arbeitereinwanderung zu und fragte Mr. Mills, ob er bei der Vorbereitung der Arbeiter-Schedule die Personen berücksichtige, die von den Arbeitereinwanderern abhängig seien und durch sie ins Land kommen könnten. Mr. Mills antwortet, daß bei der Arbeitereinwanderung damit gerechnet werde, daß auf ein Zertifikat zwei Personen ins Land kämen, obwohl bei der letzten Arbeiter- Schedule die Zertifikate in folgender Weise verteilt worden seien: 30% für unverheiratete Frauen, 30% für unverheiratete Männer und für 40% für Verheiratete. Sir L. Hammond macht darauf aufmerksam, daß auf diese Weise von einem Arbeitereinwanderer nicht zwei Personen, sondern fünf oder sechs abhängig sein könnten. Mr. Mills antwortet, daß im allgemeinen die Arbeitereinwanderer besondere Anträge stellten, um ihre Eltern oder Schwiegereltern ins Land zu bringen. Sir L. Hammond: Und dies berücksichtigen Sie nicht? Mr. Mills: Nein. Sir L. Hammond: Das bedeutet doch aber, daß die Arbeitereinwanderer nach zwei oder drei Jahren die von ihnen abhängigen Familienmitglieder ins Land bringen. Mr. Mills: Dies berücksichtige ich nicht. Sir L. Hammond: Wissen Sie nicht, wie hoch diese Einwanderung ziffernmäßig ist? Mr. Mitfs: Nein. An dieser Stelle mischte sich der Vorsitzende der Kommission, Lord Peel, ein und erklärte: »Dies ist für mich überhaupt unklar. Früher haben Sie gesagt, daß man. auch andere abhängige Personen ins Land bringen und sich wegen Einwanderungszertifikaten für sie an die Regierung wenden könne. Wenn dem so ist, bedeutet das, daß sie zu einer anderen Kategorie von Einwanderern gerechnet werden. Übt denn das nicht einen Einfluß auf die Arbeiterschedule für die sechs Monate, in denen die Familienangehörigen ins Land kommen?« Mr. Mills wiederholt, daß diese Einwanderer nicht zum Arbeiterschedule gerechnet werden; sie kommen als von den Einwanderern abhängig ins Land. Lord Peel: Dies ist ein wichtiger Punkt. Sie werden dem Arbeiterschedule nicht zugerechnet, sie werden jedoch zu einer anderen Einwandererkategorie gerechnet. Wenn beispielsweise im Laufe eines Jahres 50.000 Einwanderer ins Land gekommen sind, war doch ein Teil von ihnen von den Einwanderern abhängig, die in den früheren Jahren ins Land gekommen sind. Mr. Mills: Ja. Die Aufklärung dieser Frage zieht sich in die Länge. In der Diskussion ergreift auch ein drittes Mitglied der Kommission, Sir Morris Carter, das Wort, der ausführt: »Ich möchte Ihnen, Mr. Mills, ein Stück aus dem Bericht der Shaw-Kommission in Erinnerung rufen. Dort heißt es, daß ein Einwanderungsbeamter vor der Kommission erklärt habe, es gebe drei Haupteinwanderungskategorien: erstens bemittelte Einwanderer, zweitens Einwanderer, deren Lebensunterhalt vom Augenblick ihres Eintreffens im Lande von palästinensischen Einwohnern abhängig ist, und drittens Lohnarbeiter. Trifft dies auch jetzt zu?« Mr. Mills: Es trifft zu.