Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 619 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Sir L. Hammond fragt sodann über die Prozedur bei der Genehmigung von Anträgen palästinensischer Einwohner, die ihre Angehörigen ins- Land bringen wollen. Mr. Mills versichert ihm, daß diese Anträge in jeder Hinsicht sorgfältig und pedantisch durchgeführt werden. Sir L. Hammond erwähnt sodann den Artikel des Palästinamandates, in dem von einer geschlossenen landwirtschaftlichen Absiedlung von Juden die Rede ist, und fragt Mr. Mills, ob er angeben könne, wie wiele von den Einwnaderern, die in den letzten fünf Jahren auf Grund von Zertifikaten gekommen sind, aufs Land gegangen seien und wie groß die landwirtschaftliche Kolonisation unter den anderen Einwandererkategorien sei. Als Mr. Mills erklärt, daß er im Augenblick diese Ziffern nicht angeben könne, erklärt Sir L. Hammond, daß nach den in den Regierungsberichten angegebenen Ziffern dieser Prozentsatz sehr niedrig sei. So habe die landwirtschaftliche jüdische Bevölkerung im Jahre 1931 17% betragen, im Jahre 1932 40%, im Jahre 1933 35%; das sei doch, so erklärte Sir L. Hammond, sehr wichtig gegenüber der großen Zahl der Einwanderer. Wäre es richtig, so fährt Sir L. Hammond fort, wenn ich sagte, daß in den Städten die Zahl der Juden größer ist als die Zahl der Nichtjuden? Mr. Mills bestätigt diese Auffassung und weist auf seinen Bericht hin, in dem die berufliche Gliederung der Einwanderer seit dem Jahre 1921 gegeben sei, die beweise, wie stark die Einwanderung städtisch gewesen sei. Sir L. Hammond: Von der Gesamtzahl von 58.000 Einwanderern sind nur 7000 in die Landwirtschaft gegangen, und diese Ziffer umfaßt doch nicht die Personen, die von den Einwanderern abhängig sind? Mr. Mills bestätigt das. Sir L. Hammond: Hinsichtlich der Studenten haben Sie gesagt, daß bestimmte Vereinbarungen mit den Unterrichtsanstalten getroffen worden seien. Wie geschieht das? Werden Ihnen die Namen der Studenten angegeben? Mr. Mills: Die Unterrichtsanstalten haben die Listen der Kandidaten, die die Universität oder andere Anstalten besuchen wollen. Die Institutionen beantragen eine bestimmte Anzahl von Einwanderungszertifikaten für jedes Schuljahr. Im Laufe des Jahres sende ich einen Beamten, der untersucht, ob diese Studenten sich tatsächlich in den Unterrichtsanstalten befinden. Wenn die Beamten feststellen, daß nicht alle Schüler an den Anstalten lernen,, die die Zertifikate für sie erhalten haben, dann teilen wir den Anstalten mit, daß sie die Zertifikate benutzt haben, um das Gesetz zu umgehen. Sir L. Hammond: Und was tun Sie dann? Mr. Mills: Nach meiner Meinung darf man Studenten überhaupt keine Zertifikate erteilen. Sir L. Hammond: Haben Sie in vielen Fällen die Genehmigung der Anträge verweigert? Mr. Mills: Ja. Sir L. Hammond: Abgesehen von denen, welche die Jewish Agency verweigert? Mr. Mills: Ich habe eine ziemlich hohe Anzahl abgelehnt. Sir L. Hammond: Halten Sie die Angaben der Jewish Agency stets für ausreichend und verantwortungsbewußt? Mr. Mills: Ja. Bei seinen weiteren Fragen bat Sir L. Hammond Mr. Mills, der Kommission Aufklärungen über die wirtschaftliche Lage des Landes zu geben. Mr. Mills erklärte, daß die Wirtschaftsgeschichte Palästinas einen Wechsel von Epochen wirtschaftlichen Wohlstandes mit Depressionen darstelle und aus diesem Grunde der Einwanderungsstrom nicht gleichmäßig gewesen sei. Wie in allen Einwanderungsländern seien Erschütte-