Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 618 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Einwanderungsdepartements für 1935 befinden. Als er die erbetenen Informationen erhält, berührt Sir H. Rumbold aufs neue die Frage der Aufnahmefähigkeit des Landes und fragt, ob es keinen Unterschied in der Schätzung der Arbeiter-Schedule durch die Jewish Agency und durch das Einwanderungsdepartement der Regierung gebe. Mr. Mills bestätigt, daß in den meisten Fällen ein solcher Unterschied vorhanden sei und gibt den Grund hierfür an: »Mich interessieren mehr die. Lohnarbeiter. Ich berücksichtige beispielsweise die Zahl der jungen Leute, die bereit sind, auf den Arbeitsmarkt zu gehen, und die Zahl der Arbeitslosen, die Arbeit bekommen werden.« Sir H. Rumbold: Die Jewish Agency erfährt beispielsweise, daß eine Fabrik in Tel Aviv 20 Arbeiter anfordert, dann setzt sie die Ziffer auf zwanzig fest und ebenso geht sie bei der Schedule hinsichtlich anderer industriellen Unternehmungen vor, die neue Arbeiter anfordern. Mr. Mills: Ich würde nicht immer dem zustimmen, daß eine solche Fabrik 20 Arbeiter braucht, sondern nur etwa 12 annehmen, zum Schluß würde diese Fabrik statt 20 nur 8 erhalten. Sir H. Rumbold berührt sodann die Frage der Reserve an Zertifikaten, die beim Einwanderungsdepartement für Nichtjuden zurückbleiben, die ins Land einwandern wollen, und fragt, ob diese Reserve an die Jewish Agency gegeben wird, wenn sie vom Einwanderungsdepartement nicht ausgenutzt wird. Mr. Mills erklärt hierzu, daß die Jewish Agency in den meisten Fällen einen gewissen Rest der Reserve erhält, weil sie stets eine Anzahl von Personen hat, die auf die Einwanderungserlaubnis warten. Sir H. Rumbold: Wer sind die genannten Personen? Mr. Mills: In den meisten Fällen hochqualifizierte Facharbeiter. In der letzten Zertifikatenschedule hat die Jewish Agency 1300 solche Zertifikate erhalten und etwa 200 für andere Einwanderer, Verwandte von palästinensischen Einwohnern,. die sich gut eingeordnet haben. In den meisten Fällen hat ein solcher Einwanderer einige Stunden Arbeit in seinem Beruf. Er muß ein gewisses Alter haben und in bestimmten Fällen verheiratet sein. Wir berücksichtigen die Zahl der unverheirateten Frauen und der unverheirateten Männer im Lande. Sir Laurie Hammond fragt sodann den Zeugen, wie er die Frage untersuche, ob die Kapitalisten, die nach Palästina kommen, die geforderten 1000 Pfund besitzen. Hierauf antwortet Mr. Mills, daß der Beamte des Paßkontrollamtes bei den einzelnen englischen Konsulaten von jedem Gesuchsteller fordert, daß er den Nachweis führe, daß er auf seinem Bankkonto 1000 Pfund besitzt. Auf die Frage von Sir L. Hammond, ob sich das Bankkonto stets als richtig erweist, erklärt Mr. Mills, daß bedauerlicherweise in einigen Fällen festgestellt worden sei, daß diese Bankkonten nicht richtig gewesen seien, im allgemeinen habe jedoch der Beamte des Paßkontrollamtes die Möglichkeit, das Vermögen des Gesuchstellers zu prüfen. Sir L. Hammond fragt weiter, ob, wenn die Frage der 1000 Pfund zufriedenstellend beantwortet ist, die Möglichkeit bestehe, es sicherzustellen, daß diese Summe im Lande bleibt. Mr. Mills erklärt darauf, daß eine solche Garantie überhaupt nicht vorhanden sei. Sir L. Hammond drückt die Befürchtung aus, daß in der Frage der 1000 Pfund die Regierung in hohem Maße irregeführt werde. Mr. Mills stimmt zu, daß es in einem gewissen Maße sich so verhalte, die Regierung bemühe sich jedoch mit allen Mitteln, solche Fälle zu verhüten. In Polen beispielsweise, so erklärt Mr. Mills, haben wir nur mit zwei Banken zu tun und das erleichtert dem betreffenden Beamten die Kontrolle des Bankkontos der Bittsteller.