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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 576

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A. T.
Date
1936-11-01
Page
Seite 576 (sequence 2)
Language
German
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und die Moschwe Owdim werden bei der Aufzählung der kooperativen Organisationen der Arbeiterschaft vielfach gar nicht erwähnt. So kommen denn, wenn von einer Vereinigung dieser Organisationen gesprochen wird, in der Hauptsache die zwei großen Bewegungen des Kibbuz Meuchad und de> Chewer Hakwuzoth in Betracht, die sich beide in den letzten Jahren überaus stark entwickelt haben und heute mit ihren 6500, bzw. 3000 Mitgliedern und Siedlern neben dem Kibbuz Arzi des Haschomer Hazair die bedeutendsten kooperativen Organisationen des Landes darstellen. Beide Bewegungen haben große Gruppen der deutschen Jugend aufgenommen, für den Chewer Hakwuzoth ist darüber hinaus seine Vereinigung mit der Jugendbewegung »Gordonia« und sein enges Zusammenwirken mit der Bewegung des »Makkabi Hazair« von entscheidender Bedeutung geworden, wodurch viele wertvolle Kräfte für die Bewegung gewonnen und ihr auch eine feste Position in der Hechaluzbewegung in den Galuth-Ländern gesichert werden konnte. Die Hauptunterschiede zwischen dem Kibbuz Meuchad und dem Chewer Hakwuzoth bestanden bis vor kurzem darin, daß der Kibbuz Meuchad zentralistisch aufgebaut war und die Schaffung von großen offenen Wirtschaften erstrebte, indes der Chewer Hakwuzoth die möglichst weitgehende Selbständigkeit der einzelnen, zumeist kleinen ihm angeschlossenen Genossenschaften erstrebte. Des weiteren war der Kibbuz Meuchad auf eine Verbindung der landwirtschaftlichen mit der industriellen, sowie anderseits der freien Arbeit des Siedlers mit der Lohnarbeit eingestellt, was sich aus der überaus starken Betonung des Gedankens der Eroberung der Arbeit in allen ihren Formen ergibt, indes der Chewer Hakwuzoth in der Hauptsache die selbständige landwirtschaftliche Arbeiterschaft umfaßte und auch ideologisch für sie das größte Interesse hatte. All diese Unterschiede verwischten sich indessen in der letzten Zeit in einem starken Maße. Zunächst bedeutete die Zusammenfassung der einzelnen kleinen. Genossenschaften im Rahmen des Chewer Hakwuzoth tatsächlich eine ziemlich weitgehende Einschränkung deren Selbständigkeit, mag dieselbe auch prinzipiell weiterbestehen und von vielen Siedlern hartnäckig verteidigt werden. Die gemeinsame Propaganda- und Aufklärungsarbeit in Palästina selbst und in den Galuth-Ländern, die Sorge für die neuen Einwanderer und für die neuen jungen Genossenschaften, die Schaffung eines Instruktorats, gemeinsame, überaus rege kulturelle Tätigkeit, gegenseitige Besuche in den einzelnen Genossenschaften und ein zentrales Organ der Bewegung (die Zeitschrift »Niw Hakwuzah«) all dies zusammengenommen schweißt tatsächlich diese Bewegung zu einem einheitlichen Körper zusammen, wo die Disziplin der Bewegung als solcher immer mehr gegenüber der Selbständigkeit der einzelnen Gruppe durchgreift. Nicht minder wichtig sind die Änderungen in der beruflichen Struktur der Mitglieder dieser Bewegung. Die alleinige Einstellung auf die Landwirtschaft hat infolge des Vordringens des Gedankens der Eroberung der Arbeit einer ziemlich weitgehenden Differenzierung den Platz gemacht. So findet man heute die Mitglieder des Chewer Hakwuzoth als Lohnarbeiter in den Kolonien, als Pioniere auf dem Gebiet der Steinbrucharbeiten, bei Hafen- und Seearbeiten, öffentlichen Arbeiten u. dgl. Mag auch die Differenzierung hier vorläufig wenigstens nicht so weit fortgeschritten sein, wie im Kibbuz Meuchad, wo ein bedeutender Teil der Mitglieder seit jeher in der Stadt, sowie bei verschiedensten öffentlichen Arbeiten konzentriert war, so ist doch der frühere eklatante Unterschied zwischen den beiden Bewegungen auf diesem Gebiet in einem großen Maße verschwunden. Übrigens hat auch die Bewegung der Moschwe Owdim diese Differenzierung einigermaßen mitgemacht. Auch hier ist ein bedeutender Teil der jungen Adepten der Bewegung zur Lohnarbeit in den Kolonien und Arbeitersiedlungen übergegangen, wo sie nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch bei öffentlichen und Bauarbeiten Beschäftigung finden.

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