Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 11 (November 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Oktober 1936
- Date
- 1936-11-01
- Page
- Seite 571 (sequence 4)
- Language
- German
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Deutlich geht daraus hervor, wie die jüngste Versteifung am Weltgetreidemarkte auch die Preisbildung der Importware für Palästina beeinflußt hat. Die Einfuhr von hartem Weizen ist nach wie vor nicht gestattet, da Palästina darin auch heuer Selbstversorger ist. Das Geschäft am Zerealienmarkte ist trotz der steigenden Tendenz nicht sehr umfangreich, da die gegenwärtigen Kreditverhältnisse keine wesentlichen spekulativen Engagements und Vorratskäufe erlauben. Man nennt augenblicklich im Lokohandel folgende Preise, in £P pro Tonne: inländischer Weizen 10J/2 bis W/i* Gerste bis 7, Durrah bis 7J/£, inländisches Mehl bis 14%, feinstes inländisches Mehl bis 17, australisches Mehl bis 18, amerikanisches Mehl bis 19J^. Einen gewissen bremsenden Druck auf das Preisniveau übt allerdings ständig das syrische Mehl aus, das gerade jetzt, nach der dem französischen Francs folgenden Entwertung des syrischen Pfundes (1 LLS 20 französische Francs), ungefähr 20% unter der Notierung des ihm qualitativ etwa entsprechenden palästinensischen Mehls offeriert wird. Die matte Situation auf dem internationalen Zucker -Markte, die durch das Scheitern der Pläne einer Welt-Zuckerkonferenz und einer Kolonialwaren internationalen Produktionseinschränkung verursacht wurde, hat auch auf das palästinensische Geschäft dämpfend eingewirkt. Für Kristallzucker bewilligt man höchstens noch 11 bis \llA £P pro Tonne loko; dementsprechend stellt sich auch der Preis für Würfelzucker. In Reis waren die Preise letzthin wieder nachgebend, so daß die ägyptischen Offerten — pro Tonne fob Alexandrien — gegen Ende des Berichtsmonats stark abbröckelten, während sie zu Anfang für Behrend Glace und Bomonti auf 9,250 £P (Vormonat: 8,800 £P) gelautet hatten; die geringere Mamsuh-Qualität begnügt sich gegenwärtig mit 7,300 (Vormonat: 7,550) £P. Die ägyptische Regierungskommission für Reis-Exportförderung plant einen großen Werbefeldzug in Palästina, unterstützt durch Ausfuhrprämien. Sehr unruhig verhielt sich im Berichtsmonat das Tee- und Kakao -Geschäft, da sich die Auswirkungen der Abwertung des holländischen Gulden noch nicht genau übersehen lassen. Die Kaffee -Notierung war infolge neuester Meldungen über eine brasilianische Rekordernte wieder etwas rückläufig. In Haselnüssen, Feigen, Sultaninen, trafen soeben die ersten türkischen Angebote aus neuer Ernte ein, ohne daß sich bisher ein größeres Geschäft entwickelt hätte. Von kleineren Schwankungen abgesehen, blieb die Situation und Preisbildung am Butter -Markte in den letzten Butter, Margarine, Käse Wochen ziemlich unverändert. Der Konsum liegt tief unter dem Vorjahrsniveau, im Gegensatz zum wachsenden Verbrauch von Margarine und Kokosfett. Die Käse- Preise lauten wie im Vormonat, für Inlands- und Auslandsware. Die Preise neigten im Berichtsmonat mehr und mehr zur Schwäche, da die kühlere Jahreszeit wieder eine starke Zufuhr aus Rumänien und Polen ermög- Eier licht, und auch die syrische Ware infolge der Francs-Abwertung gegenwärtig billiger auf den Markt gelangt. Anderseits ist jedoch der Kontakt zwischen dem jüdischen Konsum und der arabischen Inlands-Eierproduktion im Augenblick noch nicht im früheren Ausmaß wieder hergestellt. Umfassende Bestrebungen sind im Gange, um den Absatzmarkt, den sich das jüdische Qualitätsei in den letzten Monaten errungen hat, auch weiterhin zu sichern. Die Resultate dieser Aktion für die »Meschek«-Ware werden sich erst im kommenden Monat genauer beurteilen lassen. Das Geschäft, das schon in den letzten Monaten sehr lebhaft war, hat sich im Berichtsmonat saisongemäß weiter gesteigert. Um so mehr ist Konserven es zu bedauern, daß die günstige Marktlage von gewisser Importeurseite mißbraucht wird, um eine Ringbildung herbeizuführen und das Preisniveau ungerechtfertigt hoch zu halten.