Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 11 (November 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Oktober 1936
- Date
- 1936-11-01
- Page
- Seite 572 (sequence 5)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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572 Textilwaren Leder Hotz 5 Kunstseidewarenfabriken (3 in Tel Aviv, 1 in Ramath-Gan und 1 in Nachlath-Jizchak) haben soeben eine gemeinsame Verkaufsorganisation mit dem Sitz in Tel Aviv errichtet, was einen neuen Schritt bedeutet, um die allzu unwirtschaftliche Zersplitterung unserer Bekleidungsindustrie in Klein- und Kleinstbetriebe etwas einzudämmen. Im allgemeinen liegt das Textilgeschäft weiterhin äußerst still, da die kalendarisch fällige Regenzeit im Berichtsmonat noch nicht eingetreten ist, was ein Grund mehr für das Publikum ist, von Käufen abzusehen und den »Notgroschen« zu schonen. Charakteristisch ist es, daß verschiedene Detailgeschäfte die »Eröffnung der Saison« mit »Ausverkäufen« feierten. Der fortgesetzte Anstieg der internationalen Notierungen blieb auf dem palästinensischen Markte ohne nennenswertes Echo. Die ungewöhnliche Verspätung der Regenzeit bewirkt, daß Schuheinzelhandel und Reparaturgewerbe nach wie vor über Umsatzmangel klagen. Infolge der Knappheit an Eigenkapital und Kredit ist die Neigung zur Lagerbildung in allen Sparten des Lederhandels und der Lederverarbeitung äußerst gering. Da die Regierung gegenwärtig an verschiedenen Punkten des Landes für die Expeditionsarmee Kasernen und Barackenlager errichten läßt, und auch die jüdischen Institutionen neuen Baueifer entfalten (Universitäts-Krankenhaus Jerusalem, 175 Flüchtlingshäuser in Nachlath-Jehuda, Arbeiter-Wohnblock in Tel Aviv-Nord), so ist es nicht verwunderlich, daß der Bauholz -Markt mehr noch als im Vormonat geneigt ist, auf die Anregungen des sehr festen europäischen Schnittholz-Marktes einzugehen; infolgedessen bewilligt man für weiße Tannen- und Fichtenbretter pro Kubikmeter loko bereits bis, 2,850 (im Vormonat: bis 2,700) £P. Dagegen bleibt der Möbelholz -Markt nach wie vor sehr still. Sehr flott ist nunmehr, nachdem der glatte Zitrus- Exportverlauf jetzt auch hinsichtlich des arabischen Anteils gesichert erscheint, das Zitrus-Kistenholz -Geschäft in Gang gekommen; die im Vormonat um eine Kleinigkeit abgeschwächten Preise sind daher wieder auf den August-Stand zurückgekehrt. Ein neuer Zweig der Holzverwendung hat sich jetzt, dank der Entwicklung des Tel-Aviver Hafens und der jüdischen Hochseefischerei (nach Haifa nun auch in Tel Aviv), auf dem Gebiete des Bootbaues entfaltet. Während bisher die für den Hafenbetrieb Tel Avivs benötigten Leichter (große Barken für den Transport zwischen Dampfer und Kai) aus Ägypten bezogen werden mußten, ist nunmehr am 16. Oktober der erste auf einer Tel-Aviver jüdischen Bootswerft erbaute Leichter in Dienst gestellt worden. Die schon im Vormonat wahrnehmbar gewesene leichte Belebung hat sich fortgesetzt. Das Preisniveau ist dabei im Zement und Baukeramik allgemeinen unverändert geblieben. Um im Wettbewerb gegenüber dem jugoslawischen Zement leichter zu bestehen, hat man soeben für den Transport des einheimischen »Nescher«-Zements nach Tel Aviv und Umgebung, der in den letzten Monaten auf der Autostraße (via Dschenin und Tulkarm!) zu unsicher und per Eisenbahn zu teuer war, zum erstenmal den Seeweg gewählt, mit Dampfer von Haifa-Hafen nach Tel Aviv- Hafen — wie verlautet, ist man mit dem Resultat sehr zufrieden. Da die anziehende Tendenz auf dem internationalen Markte trotz der Francs- Devalvation nicht zum Stillstand gekommen ist, und wir angesichts der ver- Eisen schiedenen neuen Bauprojekte mit einer gewissen Zunahme des Inlandsbedarfs an Rundeisen, Eisenträgern, Röhren usw. zu rechnen haben, hielten es die Importeure für ratsam, in den letzten Wochen ihre Bestellungen etwas zu vergrößern. Vor allem will man imstande sein, den erfahrungsgemäß stets sehr kurzfristigen Militär-Bauaufträgen zu entsprechen. Ein »Abglanz« des fieberhaften europäischen Rüstungshochbetriebes fällt