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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 555

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Nutzbare Bodenfläche und Bodennutzung in Palästina
Date
1936-11-01
Page
Seite 555 (sequence 4)
Language
German
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arabische Bodenproblem ist kein Problem einer Bodenverknappung, sondern einer ratio- JJS^ nellen Bodenausnutzung, Über die Produktivität, bzw. Unproduktivität der Fellachenwirtschaft lagen bis vor kurzem kaum ziffernmäßige Anhaltspunkte vor; erst in letzter Zeit sind eine Reihe von Daten bekannt geworden, die gewisse Aufschlüsse geben. Die vier wichtigsten Ernteprodukte der Fellachenwirtschaft ergaben (nach dem Departement für Landwirtschaft) im Durchschnitt der beiden Jahre 1934 und 1935 für Anbaufläche und Erntemenge im Vergleich zu Syrien (Durchschnitt 1933/34) folgende Erträge pro Dunam: Weizen Gerste Sesam Mais u. Durra Palästina 518 306 249 ca. 46 Syrien 740 946 436 ca. 140 Wenn diese Durchschnittserträge auch nicht die Zuverlässigkeit einer europäischen Statistik beanspruchen können, so zeigen sie doch, auf welch tiefer technischer Produktionsstufe die palästinensische Fellachenwirtschaft selbst im Vergleich zum benachbarten Syrien steht. Dieselbe Unproduktivität läßt sich bei der arabischen Milch- und Geflügelwirtschaft feststellen. Während die Milchleistung in den jüdischen Siedlungen durchschnittlich 3500 Liter im Jahr beträgt, wird die Milchleistung der Fellachenkuh auf 600 bis 800 Liter geschätzt. Die Milchleistung der arabischen Schafe und Ziegen wird bloß auf 50 bis 60 Liter pro Jahr geschätzt — also ein geringer Bruchteil der bei rationeller Bewirtschaftung erzielbaren Leistung. Die durchschnittliche Legeleistung der Hühner beträgt in den jüdischen Siedlungen jährlich 120 bis 150 Eier, während die des arabischen Huhnes nach einer jüngsten Veröffentlichung des Departements für Landwirtschaft nur auf 40 Eier pro Jahr geschätzt wird. Ähnlich sind die Verhältnisse bei Gemüse und den übrigen Produkten, über die keine Ziffern vorliegen. - Infolge ihrer primitiven Produktionstechnik und dementsprechend geringen Erträge ist zum Unterhalt einer Fellachenfamilie eine durchschnittliche Bodenfläche von zirka 12 Hektar erforderlich. Bei einer rationelleren Bewirtschaftung würden auf kleinerer Fläche wesentlich höhere Erträge zu erzielen sein — ein intensiv wirtschaftender jüdischer Kleinbetrieb erzielt auf 1/l b*s 1 Hektar ein mehrfach so hohes Einkommen wie ein Fellachenbetrieb auf 5 bis 10 Hektar und darüber. Der Fellachenwirtschaft steht ein Markt zur Verfügung, der infolge der Einwanderung für eine wesentlich gesteigerte Produktion aufnahmefähig ist. Der gesamte Produktionswert der palästinensischen Fellachenwirtschaft ist auf ungefähr 3 Milionen £P zu schätzen, von dem wahrscheinlich der größte Teil autark konsumiert wird; auf den Markt gelangen von den meisten Produkten nur die Spitzenmengen. Der Einfuhrbedarf des Landes an Nahrungsmitteln ist im Jahre 1935 auf über 4 Millionen £P gestiegen, er entfällt zum größten Teil auf Produkte, die von der Fellachenwirtschaft ganz oder teilweise erzeugt werden könnten. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung dieses Importbedarfes an den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten im Verlauf der letzten drei Jahre: Entwicklung des Importbedarfes an landwirtschaftlichen Erzeugnissen 1933 bis 1935: 1933 1934 1935 Weizen und Weizenmehl...... 717.964 556.654 466.378 Gerste, Durra, Mais........ 173.570 89.674 77.562 Anderes Getreide und Mehl..... 21.977 20.670 20.220 Übertrag 913.511 666.998 564.160

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