Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 11 (November 1936)
- Article
- Verfall der natürlichen Bedingungen Palästinas in der nachjüdischen Zeit
- Date
- 1936-11-01
- Page
- Seite 551 (sequence 7)
- Language
- German
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entfesselt waren, von den jüdischen Kolonisten weiter eingedämmt, so im- Emek-Chefer, im Emek-Kabarah und an anderen Orten. In jüngster Zeit wurden auch die ersten Maßnahmen zur Sanierung der Huleh-Ebene in Angriff genommen. Es ist überflüssig, hier im einzelnen die Tätigkeit der Juden auf dem Gebiete der Erschließung neuer Wasserquellen darzustellen. Diese Dinge sind hinreichend bekannt. Seit der Eroberung des Landes durch die Engländer führten jüdische Forscher eine Reihe wichtiger geologisch-hydrologischer Untersuchungen durch, die den Weg zur systematischen Erschließung der Wasserschätze des Landes gebahnt haben. Die Bohrtechnik wurde, was das Arbeitstempo und die erreichbaren Tiefen anlangt, wesentlich vervollkommt und dadurch die Resultate verbessert. In dieser relativ kurzen Zeit wurden in Gebieten, die früher den »Segen des Wassers« nie gekannt hatten, Hunderte von Brunnen gebohrt. Hierdurch verwandelten sich Gebiete, in denen bis dahin nur die Möglichkeit eines primitiven Ackerbaues bestand, in Gegenden mit entwickelter und reicher Landwirtschaft. Von den Juden lernten ihre arabischen Nachbarn, und so beginnen immer größere Strecken des »Segens des Wassers« teilhaftig zu werden. D» Schädliche Einflüsse auf das Klima, Die geschilderten Zustände mußten einen nachteiligen Einfluß auf das Klima ausüben. Dies ist besonders in den versumpften Gebieten längs der Küste und in den großen Ebenen im Innern des Landes augenfällig. Es ist erstaunlich, daß weder in der Bibel noch in den späteren Schriften der jüdischen Epoche Palästinas die Malaria erwähnt wird. Später dagegen war diese Krankheit als Landplage wohlbekannt. Darf man da nicht annehmen, daß infolge der geordneten landwirtschaftlichen Verhältnisse die Sümpfe damals eine erheblich geringere Ausdehnung hatten? Dafür gibt die Gegenwart den Beweis, wo wenige Jahre einer vernünftigen Drainage die Anzahl der Malariafälle ständig abnehmen läßt. Die jüdische Kolonisation dürfte also die klimatischen Verhältnisse der Vergangenheit in den von ihr erfaßten Gebieten wiederhergestellt haben. Was jedem, der das Land durchreist, besonders auffällt, ist das Fehlen von Schatten in den meisten nichtjüdischen Gebieten. Es gibt große Flächen, die vom klimatologischen Standpunkt aus weit davon entfernt sind, als »Wüste« bezeichnet zu werden und deren Anblick doch fast wüstenhaft ist, da auf diesen großen Flächen fast jeder Baum und Strauch fehlt. Die vereinzelten Bäume und Sträucher, die man sieht, sind wahre Oasen. Dennoch sind diese Flächen zum Anbau von Wald- und sogar Obstbäumen geeignet, wie nicht nur die botanischen und landwirtschaftlichen Untersuchungen, sondern auch die praktischen Erfahrungen der jüdischen Kolonisation zeigen. Als Beispiel hierfür diene das Gebiet zu beiden Seiten der Straße Jerusalem—Jaffa zwischen dem judäischen Gebirge' und Ramleh oder das Gebiet zwischen dem Karmel (Wadi Milh) und Meggido (Wadi Ära), wo die arabischen Gebiete völlig kahl sind, die jüdischen daneben in Grün gekleidet. Der klimatische Nutzen der Bäume als Schattenspender ist jedem klar: in gewissem Maße erhalten sie der untersten, bodennächsten Luftschicht ihre Feuchtigkeit; nicht gering zu veranschlagen ist auch die wichtige Rolle der Bäume als »Staubsammler«, was in den Tagen der starken Ostwinde besonders wichtig ist. So bringen die Bäume eine gewisse Erleichterung in das Leben der Bewohner unseres warmen und trockenen Landes. Diese wertvollen Erleichterungen der klimatischen Verhältnisse sind wesentlich von grundlegenden Verbesserungen im Haushalt des Landes abhängig, die wir oben skiz-