Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 11 (November 1936)
- Article
- Verfall der natürlichen Bedingungen Palästinas in der nachjüdischen Zeit
- Date
- 1936-11-01
- Page
- Seite 552 (sequence 8)
- Language
- German
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ziert haben. Da jedoch die Zerstörung generationenlang fortging, können die Wiederherstellungsarbeiten nicht in wenigen Jahrzehnten beendet sein. E, Zusammenfassung« Nachdem die Juden aus ihrem Lande vertrieben wurden, fehlte dem Lande jede sorgfältige Pflege durch seine neuen Bewohner: Wälder und Pflanzungen, Gärten und Weinberge wurden zerstört; die Terrassierung der Berge vernachlässigt, die Terrassen selbst ihrer Erdkrume entblößt, die Böden der Ebenen verschlechtert und die natürliche Drainage gestört. Infolgedessen bildeten sich an vielen Stellen weite Sümpfe, auf den versumpften Flächen wurde der Boden versalzt und in gewissen Fällen wurden sogar die Oberflächenwässer salzig. Die Sümpfe wurden zu Malariaherden und im allgemeinen verschlechterten sich die klimatischen Bedingungen im größten Teil des Landes, da kein Baum oder Strauch Schatten spendete. Diese Verwüstungen führten zu einer erheblichen Verarmung der Flora und Fauna. Die jüdische Kolonisation wollte von Anfang an die Ursachen des Übels beseitigen. Durch ihre Anstrengungen wurde in verschiedenen Gebieten Öde in blühendes Land verwandelt. Die Wirkung dieser Arbeiten wird sich in der Zukunft noch viel stärker bemerkbar machen, denn sie kommen dem ganzen Land und allen seinen Einwohnern zugute. Nutzbare Bodenfläche und Bodennutzung in Palästina Von Dr. Alfred Michaelis. In Anbetracht der bevorstehenden Untersuchungen der Königlichen Kommission gewinnt das Bodenproblem, das bereits im Mittelpunkt früherer Regierungsenqueten und vor allem des Simpson-Berichtes über die Siedlungs- und Entwicklungsprobleme Palästinas stand, erneute Aktualität. Das Bodenverkaufsverbot an Juden bildet neben dem Einwanderungsverbot die wichtigste der gegenwärtigen arabischen Forderungen, und die arabische Agitation arbeitet innerhalb und außerhalb des Landes nach wie vor vorzugsweise mit dem Bodenargument, das heißt mit der Behauptung, daß die jüdischen Bodenkäufe die Fellachenbevölkerung vom Boden verdrängen. Sie lenkt damit immer wieder auf das Bodenproblem zurück. Seit den eingehenden Diskussionen über das Bodenproblem im Anschluß an den Simpson-Bericht sind etwa fünf Jahre vergangen. Die damaligen Diskussionen mußten auf Basis eines gänzlich unzureichenden Materials über die Bodennutzungsverhältnisse geführt werden. Auch heute stehen uns noch keine schlüssigen Erhebungen über die kultivierbaren und kultivierten Bodenflächen zur Verfügung. Jedoch ermöglichen eine Reihe von Einzelerhebungen, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden, konkretere Annäherungen an die Wirklichkeit, als im Jahre 193L Auch hat sich die palästinensische Landwirtschaft seitdem fortentwickelt und vor allem haben sich die Marktverhältnisse durch die außerordentlichen Bedarfssteigerungen der auf das Zweieinhalb- bis Dreifache angewachsenen jüdischen Bevölkerung entscheidend verändert; sie rücken die agrarischen Produktionsmöglichkeiten von der Bedarfsseite her in eine neue Beleuchtung. Die Industrialisierung der letzten Jahre hat gezeigt, daß das Bodenproblem nur eine Teilfrage der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes bildet. Noch der Simpson-Bericht identifizierte Entwicklungs- und Aufnahmefähigkeit Palästinas im wesentlichen mit den landwirtschaftlichen Siedlungsmöglichkeiten. Die Erfahrung der