Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 11 (November 1936)
- Article
- Verfall der natürlichen Bedingungen Palästinas in der nachjüdischen Zeit
- Date
- 1936-11-01
- Page
- Seite 550 (sequence 6)
- Language
- German
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(ein Fluß im Süden von Jaffa) bis zu den Sümpfen bei Atlith und Akko. Sie entstanden infolge Versperrung der Flußmündungen durch die Küstendünen und durch zu langsamen Abfluß ins Meer. Es ist nun überraschend, daß gerade im Gebiet dieser Sümpfe vor langer Zeit große Städte standen, wie ^Caesarea, Tanturah (Dor) und Apollonia (Arsuf). Sollte wirklich Caesarea in einer versumpften Umgebung gelegen haben? Warum sind dann diese Sümpfe nichts im Schrifttum jener Zeit erwähnt? Sicherlich waren damals die natürlichen Verhältnisse noch in ihrem ursprünglichen Gleichgewicht oder eine ausgezeichnete Bodenkontrolle bewirkte, daß sowohl in der Küstenebene als in den Ebenen des Innern die Verhältnisse andere' waren als heute. Aus bestimmten Gründen reichern Sümpfe im Boden übermäßig große Salzmengen an, so daß dieser dadurch zur landwirtschaftlichen Nutzung teilweise oder ganz ungeeignet werden kann. Das Wasser, das in solchen Boden eindringt, wird seinerseits selbst versalzen, und wenn es in die Tiefe sickert, führt es die Salze dorthin mit. Dauert dieser Zustand länge an, so nimmt natürlich die Versalzung des Bodens zu und er leidet dadurch. Auch muß das Wasser aus solchen Gebieten salzig sein. Meist sind dann große Anstrengungen erforderlich, um diesen Zustand zu verbessern und die Böden wieder landwirtschaftlich voll nutzbar zu machen. Nicht vergessen darf man auch die erheblichen Verluste, die der natürliche Wasserhaushalt des Landes durch die gesteigerte Verdunstung aus den nackten, durch keine Pflanzendecke geschützten Böden erleidet. In vielen Fällen würde die aus den nackten Böden verdunstende Wassermenge genügen, um eine erhebliche Anzahl von Kulturgewächsen zu ernähren, die nicht nur dem Boden seine überflüssige Feuchtigkeit entziehen, sondern ihn überdies zur Wasseraufnahme geeigneter machen würden. Wir sehen also, daß die Verwahrlosung und Vernachlässigung in allen Zweigen der Landwirtschaft die Wasservorräte des Landes verringert und in bestimmten Fällen auch ihre Qualität verschlechtert hat. Die jüdische Kolonisation hat sich nahezu von Anfang an mit der Frage einer Verbesserung dieser Zustände beschäftigt. Aber sie wurde auch hierbei durch die sehr beschränkten Flächen behindert, die ihr zur Verfügung standen. Infolgedessen war es zunächst in solchen Gebieten, die eine geschlossene hydrologische Einheit bilden, unmöglich, energische Maßnahmen anzuwenden (z. B. in Jessod-Hamaaleh und Mischmarha-Jarden als Teile des Huleh-Gebietes vor Erteilung der Huleh-Konzession). Auch gestatteten es die beschränkten Mittel nicht immer, die Arbeiten in einem Zuge und im notwendigen Umfang auszuführen. Trotzdem wurde viel geleistet und wertvolle Ergebnisse erzielt. Wir erwähnten bereits die großen Aufforstungsarbeiten, welche im wesentlichen durch den Jüdischen Natiohal-Fonds in verschiedenen Teilen des Landes durchgeführt wurden; ebenso erwähnten wir den Beginn von Terrassierungsarbeiten in den wenigen jüdischen Kolonien im Gebirge. Wenn diese Arbeiten zunächst auch bescheiden erscheinen mögen, so werden sie doch ohne jeden Zweifel in der Zukunft ihren großen Wert erweisen. Monumentale Drainagearbeiten wurden durch die jüdischen Kolonisationsbehörden in verschiedenen versumpften Gebieten des Landes durchgeführt. Es ist noch frisch in Erinnerung, daß vor einigen Jahren das westliche und östliche Emek Jesreel infolge seiner verhängnisvollen Versumpfung zum größten Teil unbewohnt und unbearbeitet war. In kurzer Zeit wurde dieses Gebiet durch energische Arbeit in eine der blühendsten Gegenden Palästinas umgewandelt. Vorher beseitigten die Juden die Sümpfe des Jarkon (Petach Tikwah) und die Hederahs. In den letzten Jahren, wurden die zerstörenden Kräfte der Natur, die durch die Nachlässigkeit der arabischen Bevölkerung