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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 549

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Verfall der natürlichen Bedingungen Palästinas in der nachjüdischen Zeit
Date
1936-11-01
Page
Seite 549 (sequence 5)
Language
German
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Es gibt Wissenschaftler, die der Ansicht sind, daß Wälder einen erheblichen Einfluß auf die Verteilung der Wolken ausüben und dadurch auch von Einfluß auf die Vermehrung der Niederschläge sind; jedoch ist diese Frage noch nicht genügend geklärt. Es besteht ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen der Abschwemmungskraft der Regenwässer und der Dichte des Bodens: erst reißt das Wasser die Erde mit und vergrößert so die Kraft der Strömung, und dadurch nimmt die Abspülung wiederum zu. Wir haben bereits festgestellt, daß die Pflanzendecke so ziemlich der wichtigste Schutz des Bodens vor Abspülung ist. Heute fehlt diese schützende Decke in weitem Umfang. Auch die Terrassen der Berghänge wurden zerstört, welche die früheren Bewohner des Landes mit viel Fleiß errichtet hatten. Die Auswirkungen dieser Vorgänge auf den Boden haben wir kennen gelernt: Entblößung der Berggipfel und -hänge bis auf die Felsunterlage und Zusammenspülung der Erde in den Tälern und .Ebenen. Diese Erscheinungen haben großen Einfluß auf den Wasserhaushalt, Ohne Schutz strömt das Wasser mit großer Geschwindigkeit über die nackten Felsen, so daß diese fast nichts aufsaugen. Das Wasser verrichtet vor allem mechanische Arbeit; es korrodiert und glättet die Felsoberfläche und so entstehen in den Bergen natürliche, völlig von Erde entblößte Rinnen. In Regentagen strömen in diesen Rinnen Wasserbäche sehr rasch in die Täler hinab. Zum Teil werden sie vom Boden der Ebenen aufgesogen, zum Teil strömen sie ins Meer. Die Wassermenge, die ins Meer gelangt, hängt im wesentlichen von der Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens und von den Felsen ab, die auf dem Abflußwege liegen. Die Wasseraufnahmefähigkeit der Felsen ist im allgemeinen viel kleiner als die der Erde. Infolgedessen nimmt ein großer Teil des Berglandes selbst in regenreichen Jahren nur sehr wenig Wasser auf, während die Böden der Ebenen überflüssige Wassermengen erhalten. Die geringe Menge des vom Boden absorbierten Wassers verursacht in großen Teilen des Berglandes ein Absinken des Grundwasserspiegels und vermindert seine Ergiebigkeit Daher sind Quellen im Gebirge selten und haben meist eine geringe Schüttung. Die geologischen Verhältnisse des palästinensischen Berglandes bieten im allgemeinen nicht die günstigsten Bedingungen für die Existenz großer perennierender Quellen, aber sicherlich würde der hydrologische Zustand dieser Gebiete. weitgehend besser sein, wenn sie ausreichend aufgeforstet wären und eine genügend dicke Erdschicht den Felsuntergrund bedecken würde. Unter den augenblicklichen Verhältnissen versickert viel zu wenig Wasser im Berglande und es verschwindet rasch; die Quellen versiegen in der Mitte oder gegen Ende des Sommers und die Brunnen trocknen aus. Da seit Zerstörung des Tempels in den Tälern und Ebenen fast keinerlei Drainageanlagen für die großen abfließenden Wassermengen ausgeführt wurden, mehren sich die Fälle, in denen weite Areale überschwemmt werden. Wir wiesen bereits darauf hin, daß hierdurch der Boden schwere Schäden erleidet. Auch ist die Auswirkung derartiger Vorkommnisse auf den Wasserhaushalt sehr nachteilig. Das Fehlen ausreichender Drainage führt häufig dazu, daß sich das Wasser auf bestimmten Flächen ansammelt, ohne einen Abfluß zum Meer zu finden. Wenn sich derartige Wasseransammlungen alljährlich an derselben Stelle wiederholen, versumpfen sie das Gebiet. Dies war beispielsweise noch vor wenigen Jahren in der Jesreel-Ebene der Fall. Derselbe Zustand herrscht noch heute in den versumpften Gebieten der Küstenebene und an verschiedenen Stellen im Innern des Landes. Besonders charakteristisch sind hiefür die Sümpfe der Küstenebene, angefangen von den Sümpfen des Rubin

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