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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 548

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Verfall der natürlichen Bedingungen Palästinas in der nachjüdischen Zeit
Date
1936-11-01
Page
Seite 548 (sequence 4)
Language
German
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des Bodens, entstehen. Auch hierfür haben wir leider genügend Beispiele aus verschiedenen Teilen des Landes. Wir sehen also, daß durch die Waldverwüstung, den Verfall der Terrassen an den Berghängen und zu alledem noch durch die unrationelle Art des Pflügens die Erde in erheblichem Maße von den Bergen abgespült und anderseits aus denselben Gründen die Qualität des Bodens in den Ebenen verschlechtert wurde. Die jüdische Kolonisation bekämpfte diese schnelle Bodenzerstörung von Anfang an. Die Möglichkeiten, die ihr jedoch zur Verfügung standen, waren begrenzt, da sich ja nur kleine Flächen in ihrem Besitz befanden. Die Behörden haben diese jüdischen Bestrebungen zuerst in keiner Weise unterstützt und auch nach der Eroberung durch die Engländer war die Unterstützung viel zu gering. Die arabische Bevölkerung hat aber bisher den großen Wert dieser jüdischen Arbeiten für das ganze Land nicht verstanden. Die Juden begannen energisch mit einer weitgehenden Aufforstung in allen ihnen zur Verfügung stehenden Gebieten. Die Veredlung des Bodens durch diese Aufforstung macht sich schon heute bemerkbar (z. B. auf dem Felsboden des Waldes von Ben Schemen oder auf den sandigen Böden von Chederah) und diese Veredlung wird in Zukunft noch weiter zunehmen. Die Juden begannen mit der Anpflanzung von Obstbäumen in den Bergen, mit der Errichtung von Mauern und Terrassen aus Lesesteinen und mit rationellem Pflügen. In den großen Ebenen bauten sie ausgezeichnete Drainageanlagen, welche die Böden allmählich wertvoller machen. C* Störungen des natürlichen Wasserhaushaltes» Zwei Wege führten zu Störungen im Wasserhaushalt des Landes: ein direkter und ein indirekter. Der direkte Weg war die Verstopfung vieler Wasserquellen während der zahlreichen Kriege, besonders zur Zeit der Freiheitskriege gegen die Römer. Derartige Maßnahmen wurden auch später noch häufig durch die verschiedenen Eroberer und Verteidiger angewandt. Aber außer den Römern und Byzantinern tat in der ganzen langen Zeit nach der Zerstörung des Tempels niemand etwas für die Wiederherstellung der früheren Wasserquellen. So blieb eine große Zahl von Brunnen bis auf den heutigen Tag verschlossen und noch größer ist die Zahl der in Fels gehauenen Zisternen, die infolge Vernachlässigung verfallen sind und ihrem ursprünglichen Zweck nicht mehr dienen. Hier liegen die Ursachen'für das Verschwinden blühender Siedlungen mit zahlreicher Bevölkerung und für die Verödung ganzer Bezirke durch Zerstörung oder Verminderung der verfügbaren Quellen. Erheblich größerer Schaden wurde durch indirekte Maßnahmen angerichtet, die «ine viel nachhaltigere Wirkung haben und deshalb auch schwerer zu korrigieren sind. Diese indirekten Maßnahmen sind im allgemeinen dieselben, welche die Bodenzerstörung verursachten. Die Zerstörung des Waldes und der Pflanzendecke verringert die Aufnahmefähigkeit des Bodens für Wasser beträchtlich. Infolge des fehlenden Pflanzenschutzes fallen die Regengüsse mit voller Kraft direkt auf den Boden. In Wäldern und Strauchbeständen ist das ganz anders. Dort fällt ein großer. Prozentsatz des Regenwassers zunächst auf die Pflanzen und tropft erst dann allmählich von Blättern, Reben und Zweigen auf den Boden. So schadet das Regenwasser dem Boden nicht, sondern wird von ihm mit Leichtigkeit aufgesogen. Es muß auch daran erinnert werden, daß von Bäumen und Sträuchern bestandener Boden besser aufbereitet ist, da die Pflanzenwurzeln, die ihn in verschiedenen Richtungen durchdringen, ihn stärker auflösen.

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