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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 547

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Verfall der natürlichen Bedingungen Palästinas in der nachjüdischen Zeit
Date
1936-11-01
Page
Seite 547 (sequence 3)
Language
German
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In den Tagen der jüdischen Herrschaft waren die meisten Hänge terrassiert, um die Erde der gebirgigen Teile des Landes . vor Abspülung zu - schützen und der Bearbeitung zu erhalten. In jenen Tagen einer dichten Besiedelung war jedes Stückchen Boden wertvoll und infolge der hohen landwirtschaftlichen Kultur war jedem der Nutzen einer Terrassierung der Berghänge klar. Durch diese Mittel wurde die zerstörende Wirkung der Regen und das Wegspülen von Erde erheblich vermindert. So wurden Bodenstreifen geschaffen, die zwar schmal, aber eben und nur leicht geneigt waren, wohl geeignet zum Pflanzen und Säen; zur Zeit des Pflügens glitt keine Erde von ihnen ab und die Felsunterlage wurde nicht entblößt. Heute sind davon nur wenige Terrassenstücke als steinige Bänder in den Bergen übrig geblieben, fast über das ganze Land zerstreut. Es fehlt an einer sorgfältigen Erhaltung der vorhandenen Terrassen und neue werden nicht angelegt. Infolgedessen spülten die Regen im Laufe der Jahrhunderte die oberste Bodenschicht von den Höhen und Hängen der Berge ab und kamen allmählich bis auf den Felsgrund. Dadurch schreitet die vollständige Bodenzerstörung in den Bergen immer schneller vor. Es gibt heute schon große Areale, die völlig von Erde entblößt sind; an anderen Stellen blieben zwischen den Felsen noch Erdreste erhalten, aber in wenigen Jahren werden auch sie verschwinden. Außer den natürlichen Kräften der Zerstörung, die infolge der Nachlässigkeit und Sorglosigkeit vereint ihr Werk tun konnten, zerstörten die Einwohner den Boden noch mit ihren eigenen Händen. Die arabischen Bauern pflügten jede Stelle um, die man im Moment gerade noch pflügen konnte, ohne nur im geringsten an die Zukunft zu denken. Und so pflügen die Araber bis heute jede Terrasse, auch solche, die stark geneigt sind, ohne ihnen vorher den notwendigen Schutzwall zu geben,^ der den Boden vor Abspülung sichert. Zudem haben sie auch nicht immer darauf geachtet, in der Richtung des kleinsten Gefälles zu pflügen. Dadurch wurde immer mehr Erde weggespült. Das Ergebnis ist jenes auch dem Bodenfragen Fernerstehenden wohlbekannte Bild nackter, felsiger Flächen. Diese Zerstörung geht stellenweise noch heute vor unseren Augen vor sich, zum Beispiel in der Gegend zwischen Mozah und Kirjath-Anawim; noch vor einigen Jahren pflügten dort die Araber auf stark geneigten Terrassen, die eine Bodendecke von 10 bis 20 cm hatten; heute ist dort schon keine Erde mehr, die man pflügen könnte. Ähnliche Beispiele lassen sich aus allen Gebirgen des Landes bringen. Die Erde, die von den Bergen heruntergespült wird, sammelt sich größtenteils in den Ebenen an und ein Teil erreicht sogar das Meer. Die Aufschüttung der Erde in den Ebenen bringt jedoch keinen Nutzen, da diese sowieso schon über eine genügend mächtige Bodendecke verfügen; ja sie ist sogar nicht einmal wünschenswert, denn die neuen Auflagerungen bedecken bereits bearbeiteten und mehr oder weniger entsteinten Ackerboden. Außerdem hat meistens die Durchwaschung aus dem durch Regengüsse herabgeschwemmten Erdmaterial wichtige mineralische und organische Bestandteile entfernt. Auch seine mechanische Struktur ist ganz und gar nicht geeignet, den Boden der Täler wertvoller zu machen. Sehr häufig werden bei den Regen die großen Steine des Bodens von ihrer Stelle geschleppt und können am Fuße der Berge und in der Ebene ernste Schäden unter den Pflanzungen und Feldern anrichten, indem sie gesäte und bepflanzte Felder bedecken und junge Baumpflanzungen verheeren. Die übermäßige Aufschüttung von Erde in den Ebenen führt zu schweren Störungen in der natürlichen Drainage der betreffenden Flächen. Dadurch können häufig perennierende oder episodische Sümpfe mit allen ihren nachteiligen Folgen, wie Versalzung

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