Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1936)
- Article
- Der Untersuchungskommissär als Prophet - eine Warnung!
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 508 (sequence 4)
- Language
- German
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508 Der. Index des Wachstums ist folgender (1929/30 100);: Zahl der Betriebe 188 Zahl der Beschäftigten - 300 Jahresproduktion 342 Investiertes Kapital — 387 Elektrischer Strom 1000 Wir können also in den Jahren nach dem Simpson-Bericht nicht nur eine ungewohnt liehe rasche Zunahme der Zahl der Betriebe und Beschäftigten» sondern eine viel stärkere Ausdehnung der Betriebe selbst feststellen: während die Zahl, der Betriebe nur um 1.88 zugenommen hat, stieg die Zahl der Beschäftigten um das Dreifache, die Jahresproduktion um 3.42, das investierte Kapital um 3.87, der Elektrizitätsverbrauch um das Zehnfache! Die Durchschnittszahl der Beschäftigten pro Betrieb stieg von 4.1 auf 7.1! Dieses rasche Wachstum der Industrie ist ausschließlich der Einwanderung zu danken, derselben Einwanderung, die Sir John für eine so große Gefahr erklärt hat. Es ist nämlich etwas eingetreten, was dieser nicht vorausgesehen hatte, nämlich, daß sich eine Masseneinwanderung selbst einen Markt für den Absatz ihrer Produkte schafft. Und, hier wird der grundlegende Irrtum Sir Johns und seiner fachmännischen Berater, ihr Mangel an dynamischer Phantasie und an Verständnis für das Wesen der zionistischen Kolonisation aufs Deutlichste klar: sie können sich nur vorstellen, daß eine neue Industrie auf der Grundlage der Ausfuhrt auf den Marktverhältnissen der umliegenden Länder aufgebaut wird; ein Inlandsmarkt ist ja nicht »vorhanden«; die Araber kommen nicht in Betracht, es gibt im Lande nur 175.000 Juden, und von einer großen Einwanderung rät Sir John Simpson ja dringend ab! Die Wirklichkeit dagegen sieht folgendermaßen aus: Produktions wert der jüdischen Industrie Ausfuhr Prozente 1933> 5,350.000 £ 327.000 £ 6.1 1934- 6,500.000 £ 333.000. £ 5.1 1935 8,600.000 £ 399.000 £ 4i7 Also nur ein unbedeutender Bruchteil der Produktion der jüdischen Industrie wurde 1933 bis 1935 exportiert; 95% wurden vom palästinensischen Markt, und hier im Wesentlichen vom jüdischen Konsumenten aufgenommen! Wäre man den Ratschlägen Simpsons gefolgt, sich auf solche Industrien zu konzentrieren, die auf den Export eingestellt sind, so würde heute keine neue Industrie im Lande existieren. Sein zweiter Rat, nur solche Industrien zu schaffen, die »bereits Zeichen von Vitalität und Erfolg gezeigt haben«, erscheint nicht weniger fragwürdig. Zur Schaffung welcher Industrien würde wohl derselbe Simpson geraten haben, wäre er 1922 als Sachverständiger ins Land gekommen? Hätte er dann z. B. zur Errichtung einer »Fabrik von künstlichen Zähnen« (ein Beispiel, das er selber rühmend hervorhebt) geraten? Wir glauben nicht Es ist ganz unmöglich, und nicht nur in Palästina, mit Sicherheit vorauszusagen, welche Zweige der Industrie »Zeichen von Vitalität und Erfolg« zeigen werden; viele Dutzende von »neuen« Versuchen' auf den verschiedensten. Gebieten wurden zwischen 1933; bis 1935 unternommen, von; denen eine Reihe nicht? gelängen, andere verschiedene Stadien der Unsicherheit, mit oder ohne Schuld der Gründer zu überwinden hatten. Einige wurden durch die Unruhen in ihrer Entwicklung zeitweilig gehemmt» die meisten haben sich aber gut entwickelt und werden, einigermaßen sichere politische Verhältnisse vorausgesetzt, sich auch weiter entwickeln; der Großteilder Betriebe produziert auch-unter so ungewöhnlichen Verhältnissen wie heute weiten alle