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Palästina · 1936-10-01 · Heft 10 (Oktober 1936) · p. Seite 509

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 10 (Oktober 1936)
Article
Der Untersuchungskommissär als Prophet - eine Warnung!
Date
1936-10-01
Page
Seite 509 (sequence 5)
Language
German
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diese »neuen« Unternehmungen werden von einem Simpson des Jahres 194Ö als »erfolgreich« gewertet werden, die zu unterstützen seien (aber nur diese!). Besonders warnt uns; Simpson vor der Gründung einer Textilindustrie auf breiter Basis; hier sieht er eine besondere Gefahr. Während* es 1930 40 solche Betriebe gab, waren es 1935 110. Die Zahl der Beschäftigten betrug: 1935 zirka 1500 (gegenüber 450 1930), mit einem Investitionskapital von zirka - 500.000 £. Obwohl wir also in diesem Fall keine Entwicklung, auf »breiter Basis« vor uns haben, ist doch eine langsame, aber stetige Erweiterung zu verzeichnen, die mit der Gründung des fürpalästinensische Verhältnisse großen neuen Betriebes für Spinnerei, Weberei und Färberei in Kfar Ata, voraussichtlich einen neuen' Aufschwung nehmen Wird. Es istschwer einzusehen, warum eine stetige, allerdings nicht überstürzte Entwicklung der Textilindustrie eine Gefahr für das Land bedeuten sollte. Simpson hätte aus dem Beispiel seines eigenen Landes ersehen sollen, daß billige1 Löhne nicht die einzige, wenn auch wichtige Ursache einer erfolgreichen Entwicklung einer Industrie sind. Die neue Fabrik in Kfar Ata ist z. B. zunächst gerade auf einem erfolgreichen Export ihrer Produkte basiert; und es ist keine Frage, daß* eine positive Haltung der Regierung besonders dem Dumping - export Japans gegenüber vorausgesetzt; Hunderte und vielleicht Tausende von Familien* in der Textilindustrie ihr sicheres Brot finden können. Und nun. kommen wir zu den beiden letzten »durchschlagendsten« Argumenten von Sir John: eine neue Industrie könne nur unter dem Schütz von hohen Zöllen auf gebaut werden; dies bedeute aber eine Schädigung der Konsumenten, welche sich dies nicht gefallen lassen würden; Ferner sei es aber überhaupt nicht ratsam, jüdische Industrie in großem Maßstäbeauf der Grundlage neuer Einwanderung zu fördern, denn eine solche Industrie existiere nur, solange das investierte Kapital ausreiche. Die Krise nach Verzehrung dieses Kapitals werde furchtbar sein. Simpson ist also von vornherein davon überzeugt, daß eine solche Industrie überhaupt nicht existenzfähig sei und daneben speziell für die große Masse der Bevölkerung, die Konsumenten, schädlich. Eine verantwortungsvolle Regierung müsse; um eine kommende große Krise zu hindern, sehr zurückhaltend in ihrer Industrie^ förderüngspölitik sein. Was' das erste dieser- Argumente betrifft, so hat die Entwicklung der letzten Jahre die Argumentation vört Simpson ad absurdum geführt: Der- Konkurrenzkampf des Spätkapitalismus hat zu Formen des Dumping geführt, die1 es keinem- Lande, auch nicht dem prinzipiell am meisten freihändlerischen, gestatten, die eigene Produktion ungeschützt einer Konkurrenz aüszüliefern, welche die Waren im Auslande um einen Bruchteil - der Inlandspreise absetzt. Tatsächlich war die1 Regierung, durch die Entwicklung - der Verhältnisse gezwungen, eine^ ganze Reihe neu entstandener Industrien gegen das verheerende Dumping Japans und anderer Länder-1 zu schützen, ohne daß der Konsument dadurch geschädigt wurde; der Lebensmittelindex der Regierung zeigt von Jänner 1930 bis Jänner 1936 einen Fall von 19.2% und ist in den letzten Jahren nie gestiegen, trotz der Zollerhöhungen für eine ganze Reihe von Industrien, darunter auch Lebensmittelindustrien. Arabische Konsumenteninteressen sind durch den mäßigen, in Wirklichkeit ganz ungenügenden Zollschutz für die neuen Industriebetriebe zweifellosnur in ganz' verschwindendem Maße geschädigt worden, da nur eine ganz dünnev sehr begüterte arabische Schicht überhaupt als Konsument für ausländische Industrieprodukte zählt. Im übrigen ist, wie D. Horowitz in seiner' neuen Broschüre* »Äspects of Economic Pölicy in Pale'stine« (Economic Research4 Institute der* »Jewish' Ageiicy« of Pälestihe)' zeigt, der palästinensische Zolltarif'für die meisten* Waren bis heute bedeutend niedriger als in fast allen, auch den

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