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Palästina · 1936-10-01 · Heft 10 (Oktober 1936) · p. Seite 507

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 10 (Oktober 1936)
Article
Der Untersuchungskommissär als Prophet - eine Warnung!
Date
1936-10-01
Page
Seite 507 (sequence 3)
Language
German
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nügen, für diese zeitweilig Arbeit zu finden; allein die Regierung ist nicht für die Gegenwart verantwortlich (das heißt für die Zeit, in der das importierte Kapital die neue Bevölkerung unterhält), sondern für die Zukunft, wenn dieses neue Kapital zu Ende ist und der neue Einwanderer von seiner Beschäftigung leben muß, die von der Konkurrenz der Fabriken in der ganzen Welt abhängt.« »Es würde eine schlechte und sogar fatale Politik sein, große Kapitalien ins Land zu. ziehen, um zweifelhafte (!) Industrien in Palästina zu starten, um die Zahl der Einwanderer zu steigern.« . . . »Die Überführung einer großen Zahl der Immigranten für neue Industrien auf extensiver Basis, deren ökonomischer Erfolg sehr zweifelhaft ist, könnte eine Krisis hervorrufen, der gegenüber die von 1926 ein Kinderspiel wäre.« . . . »Das Prinzip, das vorwalten sollte, müßte sein, sich auf diejenigen Industrien zu konzentrieren, die bereits Zeichen von Vitalität und Erfolg bewiesen haben, und solche zu schaffen, deren Effekt die Steigerung des Exports von Fabrikaten und die Verwendung von anders nicht verwertbaren palästinensischen Produkten, als Rohstoff ist.« . . . »Es liegt keinerlei Grund vor, der glauben läßt, daß Palästina besondere Attraktionen für eine größere Industrie bietet. Die Industrien mit den besten Aussichten sind die, welche auf Lokalprodukten basiert sind, oder spezielle Lebenskraft zeigen, auch wenn sie eingeführte Rohstoffe verarbeiten. Es würde eine gefährliche Spekulation für die ökonomische Zukunft des Landes bedeuten, würde man versuchen, eine Textilindustrie in Palästina auf breiter Basis zu schaffen.« Sir John schließt sich zweifellos der Ansicht des Direktors der Zölle an, der rät, vornehmlich diejenigen Industrien zu stützen, die Aussicht haben, guten Absatz in Ägypten und Syrien zu finden (nicht in Palästina selbst, wo ja »keine Kaufkraft« vorhanden ist). Nur einige kleinere Betriebe kämen überhaupt für neue Arbeitskräfte in Betracht und in ihnen 50% weibliche Arbeiter! Das ist in knappen Sätzen die Theorie, wobei noch hinzugefügt werden soll, daß sich Sir John in mehreren Fällen, im Interesse der Konsumenten, gegen Zollschutz ausspricht. Auch 1930, als diese Zeilen veröffentlicht wurden, standen wir verblüfft diesem Mangel an Vorstellungskraft eines Sachverständigen gegenüber, waren aber doch nicht in der Lage, diese Ratschläge und Prophezeiungen durch Tatsachen zu widerlegen; es blieb uns nichts übrig, als auf unseren Glauben und unsere Tatkraft zu vertrauen, und weiter zu arbeiten. Wie ist nun in Wirklichkeit die Entwicklung seit 1930 vor sich gegangen? Zunächst einige Ziffern. Simpson gibt an, daß 1930 in 2274 Unternehmungen des jüdischen Handwerks und der Industrie 9362 Menschen beschäftigt waren; das investierte Kapital betrug 998.904 £, die Jahresproduktion 1,635.462 £, die Lohnsumme 476.452 £. Offenbar fehlen in den angeführten Zahlen die einiger der größten Betriebe, die im Zensus der Jewish Agency von 1930 nicht mitgezählt wurden (Elektrizitätsgesellschaft, Zementfabrik »Nescher« usw.); aber das ist nicht von entscheidender Bedeutung. Im Folgenden geben wir die wichtigsten Zahlen über die Entwicklung der Industrie von 1929/30 bis 1935/36 (diese Ziffern enthalten alle Betriebe): Zahl der Betriebe Beschäftigte Investiertes Kapital 2,534.000 8,654.000 Jahresproduktion 2,510.000 8,513.000 in KW trischer Strom Verkaufter elek- 1929/30 1935/36 2475 4615 10.068 32.830 2,214.000 22,195.000

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