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Palästina · 1936-09-01 · Heft 9 (September 1936) · p. Seite 473

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 9 (September 1936)
Article
Hebräische Universität Jerusalem
Date
1936-09-01
Page
Seite 473 (sequence 3)
Language
German
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hebräischen Sprache (B i a 1 i k-Lehrstuhl), der jüdischen Geschichte, jüdischen Philosophie (Rosenbloom-Lehrstuhl), Palästinakunde usw. In dem schon erwähnten Orientalistischen Institut werden namentlich Studien über arabische Literatur und Geschichte des Islams betrieben. Auch griechische Sprache, lateinische Literatur, Pädogogik, moderne Geschichte und andere Geisteswissenschaften werden gelehrt, während die Naturwissenschaften neuerdings in einer besonderen Fakultät zusammengefaßt sind. Das physikalische Institut beschäftigt sich gegenwärtig mit spektroskopischen Forschungen und beabsichtigt Untersuchungen der Radioaktivität der Quellen des Landes und des Wassers des Toten Meeres. Die chemischen Abteilungen sind der Erforschung von Fermenten und Biokolloiden, Problemen der Eiweißchemie, Fragen der Bodenbildung und Bodenstruktur, der Untersuchung chemischer Prozesse in konzentrierten Lösungen, insbesondere der Salze des Toten Meeres, gewidmet. Ferner werden auch die Eigenschaften des neu entdeckten schweren Wasserstoffs und seiner Verbindungen geprüft. Die botanische Abteilung beschäftigt sich mit dem Getreide, mit seiner Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit, Obstkultur, Weideverbesserung, dem Problem der Anlegung von Trockenkulturen und der Untersuchung der für den Anbau im Lande geeigneten Gewürz-, Arznei-, Honig- und Gerbpflanzen. In ähnlicher Weise suchen auch die anderen Abteilungen der Universität sich mit palästinensischen Problemen und mit Fragen von praktischer Bedeutung für das Land, wie der Suche nach Wasser und Mineralien, mit den Schädlingen der Landwirtschaft, mit den klimatischen Erscheinungen Palästinas zu befassen, wobei überall eine, streng methodische Forschungsarbeit geleistet wird. Eine medizinische Abteilung fehlt vorläufig an der Universität, aber nach jahrelangen Vorbereitungen ist beschlossen worden, im Verein mit der Hadassah ein medizinisches Zentrum auf dem Skopusberg zu schaffen, das ein Krankenhaus mit verschiedenen Abteilungen, eine Schule für Krankenschwestern und eine medizinische »Graduate School« für diplomierte Ärzte umfassen soll. Dieser letzteren sollen die schon bestehenden Abteilungen für Pathologie, pathologische Physiologie, das Krebsinstitut, die Abteilung für Bakteriologie und Parasitologie angegliedert werden. Neben den genannten Abteilungen werden von der Universität auch Forschungsarbeiten unterstützt, die für Palästina von besonderem Interesse sind, so die prähistorische Forschung, ein Archiv für orientalische Musik und allerlei Sammlungen, von denen das Museum für Pflanzen, der Bibel und des Talmuds die in diesen Schriften erwähnten Pflanzen sind in ihrer natürlichen Form nach einem besonderen Konservierungsverfahren dargestellt und identifiziert — und eine jüdische Autographen- und Porträtsammlung besonders erwähnt seien. Der Aufbau der Universität Jerusalem ist in ganz anderer Weise erfolgt wie der anderer Universitäten. Ihre Entwicklung ist daher auch bisher nicht planmäßig gewesen, sondern es wurden die Wünsche und Forderungen der Spender berücksichtigt. Auf dem Luzerner Zionistenkongreß 1935 wurde eine Neuordnung der Universitätsverwaltung und -leitung beschlossen, die sich auszuwirken beginnt. Der frühere Kanzler der Universität Dr. J. L. M a g n e s ist jetzt ihr Präsident. Die Richtlinien der Universitätsarbeit bestimmt ein Kuratorium, dessen Vorsitzender Prof. Dr. Chaim Weizmann ist. Der Bevollmächtigte des Kuratoriums in Palästina ist das Exekutivkomitee der Universität, an dessen Spitze der Vorstand der Universitätsverwaltung, S. Schocken, steht. Die Führung der akademischen Angelegenheiten liegt in den Händen der beiden Fakultäten und beim Senat. Dieser wählt aus seiner Mitte den Rektor. Der gegenwärtige Rektor Prof. H. Bergmann tritt von seinem Amte zurück, so daß im Oktober d. J. eine Neuwahl erfolgen wird.

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