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Palästina · 1936-09-01 · Heft 9 (September 1936) · p. Seite 474

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 9 (September 1936)
Article
Hebräische Universität Jerusalem
Date
1936-09-01
Page
Seite 474 (sequence 4)
Language
German
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474 Das Budget der Universität erreicht in diesem Jahre die Summe von etwa 76.000 £P. Fast die Hälfte der hiefür eingehenden Mittel stammt aus Amerika; aus öffentlichen Kassen kommen kaum irgendwelche Zuschüsse. Tatsächlich hängt die ganze Existenz der Universität von privaten Geldquellen ab. Trotzdessen hat sie sich entwickelt und zählt heute über 100 wissenschaftliche Mitarbeiter, 24 Professoren und 30 Dozenten, und unter diesen Lehrern 20 Wissenschaftler aus Deutschland. Die Studenten, gegenwärtig etwa 600, stammen aus aller Herren Länder, die Unterrichtssprache ist durchwegs hebräisch. Die Studienzeit beträgt in der Geisteswissenschaftlichen, wie der Mathematisch-, Naturwissenschaftlichen Fakultät mindestens vier Jahre, die Schlußprüfung erstreckt sich auf ein Hauptfach und zwei Nebenfächer und nach ihrem Bestehen erhält der Student den Grad »Musmach lemadae haruach« (lat. Magister artium), bzw. »Musmach lemadae hateva« (lat. Magister scientiarum). Inhaber dieses oder eines entsprechenden Grades können ihr Studium als Forschungsstudenten fortsetzen und nach mindestens zwei weiteren Jahren, Einreichung einer originalen Forschungsarbeit und Ablegung einer weiteren Prüfung den Titel Philosophiae Doctor (Ph. D.) erhalten. In diesem Jahre hat zum ersten Male ein Kandidat das Doktorexamen an der Jerusalemer Universität gemacht. Den Titel Magister erhielten bisher 75 Studenten, davon 64 in den Geistes- und 11 in den Naturwissenschaften. Die meisten von ihnen wurden Lehrer in Palästina und in hebräischen Schulen des Auslandes. Das ist überhaupt eine Aufgabe der Jerusalemer Universität, spezifisch palästinensische Lehrer und Forscher heranzubilden und für Palästina geeignete Verwaltungsbeamte zu schaffen. Denn der jetzigen Beamtenschaft in Palästina fehlt es zum Teil erheblich an Bildung, Vorbereitung und Verständnis für ihre Aufgabe. Deshalb ist auch in der weiteren Entwicklung der Universität der Ausbau der Pädagogischen Abteilung und einer Soziologisch-Volkswirtschaftlichen Abteilung sowie die Errichtung einer Landwirtschaftlichen Hochschule im Verein mit der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Rehoboth 3 vorgesehen. Zunächst sollen aber die schon bestehenden Institute und , Abteilungen, denen es an den nötigen Studienmitteln, Apparaten, Büchern und Zeitschriften fehlt, und die zum Teil auch unter Raummangel leiden, gesichert werden. Die National- und Universitätsbibliothek, die heute über fast 300.000 Bände verfügt, ist in mancher Hinsicht ergänzungsbedürftig, wie auch der Buchverlag der Universität infolge seiner geringen Mittel seine Tätigkeit bisher nur in ganz beschränktem Umfange durchführen konnte. So sehen wir, die Universität und ihre Institute leiden Not. Die Universität ist aber aus dem jüdischen Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Es ist daher unser aller Pflicht, diese Kulturstätte zu fördern und zu unterstützen, wie es Pflicht der Universität ist, noch mehr als bisher palästinensische Verhältnisse zu untersuchen, in innigste Berührung mit allen Volksschichten Palästinas zu kommen und alle vorhandenen Kräfte heranzuziehen, um so die großen originellen Werke zu schaffen, die von den jüdischen Forschern auf palästinensischem Boden in der Vereinigung von alter und neuer Kultur vom Judentum der Welt erwartet werden. Nachrichten und Daten gSgSjgMäs POLITIK. Der Kampf um die jüdische Einwanderung. Im abgelaufenen Monat wurde die Streik- und Aufstandsbewegung durch das Oberste Arabische Komitee, ohne ein Nachlassen zu zeigen, fortgesetzt. Im Gegenteil; nach einigen Tagen verhältnismäßiger Ruhe, 3 Vergl. diese Zeitschrift 1936, Heft 5.

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