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Palästina · 1936-09-01 · Heft 9 (September 1936) · p. Seite 472

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 9 (September 1936)
Article
Hebräische Universität Jerusalem
Date
1936-09-01
Page
Seite 472 (sequence 2)
Language
German
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ebenso wie die sehr rührige Informationsabteilung der Jerusalemer Universität selbstt das Interesse für sie und ihre Arbeiten zu wecken. Wenn man bedenkt, welch reiche Stiftungen, Vermächtnisse und Schenkungen. Juden in der ganzen Welt für Universitäten, Bibliotheken, Sammlungen und Museen gemacht haben und noch machen, dann kann man gar nicht begreifen, daß die wissenschaftlichen Institute Palästinas auch heute noch mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. So wurde vor kurzem in dieser Zeitschrift2 dargelegt, daß. die Landwirtschaftliche Versuchsstation in Rehoboth nach Hjährigern Bestehen und erfolgreichem Wirken noch fortwährend Erschütterungen ihres Budgets ausgesetzt ist. Auch die einzige jüdische Universität steht heute noch, nach elf Jahren, auf keiner festen materiellen Basis. Jeder Besucher Palästinas ist begeistert, wenn er auf dem Skopusberge, an einem vielleicht schönsten Punkte der Erde, auf dem Amphitheater der Universität, sich um-- blickt. Nach allen Richtungen hin eröffnet sich ein weiter Ausblick, besonders auf das alte und neue Jerusalem, auf die Wüste von Jehuda und Benjamin, auf das Tote Meer mit der Jordan-Senke und auf die Berge von Moab und Ammon. Dort oben auf dem Skopus liegt die Universität,- getreu der alten Forderung Israels, daß man Heiligtum, und Lehrhaus höher als die Stadt bauen solle. Bereits vor Ausbruch des Weltkrieges wurde ein erheblicher Teil des Bodens, auf dem die Universität heute steht, erworben. 1918, kurz nach der Einnahme Jerusalems durch die Britische Armee, fand die feierliche Grundsteinlegung statt, 1924 wurden die ersten Forschungsinstitute für die Wissenschaft des Judentums, für biologische Chemie und für Mikrobiologie eröffnet, und am 1. April 1925 wurde im Amphitheater auf dem Skopus vor mehr als 12.000 Menschen in Gegenwart von Lord Balfour die Grün-, dung der Universität verkündet. Heute besitzt sie folgende Gebäude: Das Gebäude der Chemischen Institute, in dem sich die Abteilung gen für Biochemie, anorganische und organische Chemie sowie für Hygiene, Parasito* logie und zoologische und physiologische Laboratorien befinden. Das Philip p-W attenber g-H aus des Mathematische n Instituts, Das Monness - Shapiro - Haus des Physikalischen Instituts,, in dem auch die Abteilungen für physikalische Chemie, Botanik und Geologie und das, Museum für die Botanik der alten hebräischen Literatur untergebracht sind, sowie biologische Studentenlaboratorien (die D a v i s-Laboratorien), eine zoologische Sammlung und ein Laboratorium für Materialprüfung. Das David - Wolffsohn - Haus der National- und Univers i-. tätsbibliothek, das auch das orientalische Institut und die archäologische Samra-. lung der Universität beherbergt. Das Klubhaus der Universität. Ein Verwaltungsgebäude, ein Maschinenhaus, eine Werkstatt für Mechanik und Glasarbeiten und ein Tierhaus. Das Amphitheater (mit einer zum Gedächtnis an Minnie Untermyergestifteten Bühne), das 2200 Personen Platz bietet Hier werden außer größeren Veranstaltungen der Universität auch sonstige Vorträge, Versammlungen, Konzerte und andere Vorführungen abgehalten. Unter der Bühne befindet sich ein großer Saal. Das größte Institut der Jerusalemer Universität ist der Wissenschaft des Judentums gewidmet und beschäftigt sich mit der Bibel, der hebräischen Literatur, der 2 »Palästina«, Heft 5, 1936, S. 243.

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