Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die PICA-Böden im Hauran
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 453 (sequence 6)
- Language
- German
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- Amman 1× ep/1044017
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Pascha vor 100 Jahren dort niedergelassen hatten. Die Sudanesen pflanzen Gemüse an und flechten Körbe aus Schilf, das in den Wadis wächst. Diese Körbe werden in Dera und Damaskus verkauft. Die angesehenste Familie, die auf den PICA-Böden wohnt, ist die Familie Zein. Sie wohnt in Sahem-Dscholan, und ihr gehören etwa 14.000 Dunam Boden. Alle Versuche, die im vergangenen Jahre von der PICA unternommen wurden, diesen Boden von der Familie Zein zu erwerben, sind mißlungen. Von den einflußreichen arabischen Familien in der Gegend wäre die Familie Zohbi zu nennen. Diese und die Familie Hariri gehören zu den bedeutendsten und reichsten Familien des Hauran. Zwei Mitglieder der Familie Zohbi, Fares el-Ahmed und Muhammed el-Miflach, sind Mitglieder des syrischen Parlamentes. Abed al-Aziz el Zohbi ist der Scheik des Dorfes Tafas, dessen Einwohner die PICA-Böden in Dschillin gepachtet haben. Muhammed el-Miflach el-Zohbi gehört das Dorf Jedudi, mitten unter den PICA-Böden gelegen. Die Familie Zohbi nahm tätigen Anteil am syrischen Aufstand von 1925. Damals wurde durch die Franzosen das Haupt der Familie, Scheik Muhammed, getötet Heute gehört diese Familie zu den Stützen der französischen Herrschaft. Mit Unterstützung der französischen Regierung wurden Angehörige der Familie Zohbi zu syrischen Parlamentsmitgliedern gewählt. Von den beduinischen Stämmen, die in der Gegend umherziehen, wären zu nennen: Die Rualla, der größte und bedeutendste unter den arabischen Stämmen in der syrischen Wüste, und die Stämme der Naim, Wuld Ali, Beni Chassan, Isa. Die Beduinen, die vor dem Krieg viel zur Unsicherheit des Landes beitrugen, bilden heute keine Gefahr mehr für die Einwohner des Hauran. Die Regierung unterstützt die Ansiedlungstendenzen unter den syrischen Stämmen. Es muß jedoch "gesagt werden, daß unter den hauranischen Beduinen keine Bewegung in dieser Richtung zu verzeichnen ist. Trotz der schweren Lage in der Wüste zieht es den Beduinen im Hinblick auf seine Mittellosigkeit und die schlechte Lage der Landwirtschaft nicht zur Erdarbeit. Verbindungswege und Sicherheitsverhältnisse* Es gibt keinen richtigen Weg zu den PICA-Böden. Im Sommer kann man dorthin mit dem Auto von Dera, Nawa und Izra gelangen. An Regentagen kann man dorthin nur reiten, was bei angeschwollenen Wadis mit Lebensgefahr verbunden ist. Die Hedschas-Bahn geht etwa eineinhalb Reitstunden entfernt an den Dschillin-Böden (Station Mzerib), zwei Reitstunden von Nafa und vier Reitstunden von Bustas entfernt vorbei. Die Bahn verbindet in je drei Stunden die Böden der PICA mit Damaskus und Zemach und in fünf Stunden mit Amman. Die Eisenbahn Zemach—-Amman verkehrt dreimal wöchentlich, und dreimal täglich zwischen Dera und Damaskus. Die Reise im Auto nach Damaskus dauert auf einer teilweise gepflasterten Straße dreieinhalb Stunden, nach Zemach dreieinhalb Stunden, nach Rosch Pinah drei Stunden. Die Sicherheitsverhältnisse in der Umgebung sind zufriedenstellend. Aber die naheliegenden Grenzen (die transjordanische Grenze befindet sich eineinhalb, die palästinensische sechs Reitstunden entfernt) geben genug Ursachen zu Zusammenstößen im Zusammenhang mit dem dort eifrig betriebenen Warenschmuggel, der wegen des Unterschiedes in den Zollsätzen lohnend ist. Die Beduinen schmuggeln Salz aus dem Wadi Sirchan nach dem Hauran, und Zusammenstöße zwischen ihnen und den Grenzwächtern sind an der Tagesordnung. Aber trotzdem gehört der Hauran zu den ruhigen Gebieten Syriens und sein^ Bewohner, die immer unter den Überfällen der Beduinen und ihrer drusischen Nachbarn gelitten haben, und die sich weder durch Heldentaten, noch durch besonderen Mut auszeichneten, sind mit den zurzeit im Lande herrschenden Sicherheitsverhältnissen sehr zufrieden.